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Remondis - Klimaschutz durch Kreislaufwirtschaft vor Ort

05.04.2024
Autor: Michael Schneider

Wenn man von Remondis liest oder hört, fallen immer noch häufig Begriffe wie „Entsorgungsriese“ oder „Müllkonzern“. Beides ist grundlegend falsch. Entsorgung ist ein veralteter Begriff aus einer Zeit, in der man mit Abfällen nichts weiter anzufangen wusste, als sie irgendwo zu deponieren oder zu verbrennen. 

Heute werden Abfälle aller Art vor allem als wichtige heimische Rohstoffquelle verstanden. Es geht also nicht mehr darum, Abfälle loszuwerden, sondern sie möglichst vollständig zu verwerten und hochwertige Rohstoffe oder wenigstens Energie und Wärme daraus zu produzieren. Deswegen spricht man auch nicht mehr von „Müll“, sondern von Abfällen oder – noch besser – Wertstoffen.

Damit beschäftigt sich Remondis seit fast 90 Jahren. Die Recyc­lingexperten aus Nordrhein-­Westfalen, deren familiäre Wurzeln im Olden­burger Münsterland liegen, sind ein reines Familienunternehmen und somit kein Konzern. Diese familiäre Tradition leben die 42.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter heute in 34 Ländern auf drei Kontinenten und in unzähligen Kommunen vom niedersächsischen Lohne bis zum australischen Sydney. Dabei versteht sich Remondis immer als lokal verwurzeltes Unternehmen, das den Menschen und Betrieben der jeweiligen Region eine große Palette an Umweltdienstleistungen anbieten kann und sie zu einem bedeutenden Teil einer viel größeren Wertschöpfungskette in den Diensten der Ressourcen­schonung und des Klimaschutzes macht.

Mit diesem Selbstverständnis als lokales Unternehmen vor Ort ist Remondis zu einem der weltweit führenden Privatunternehmen für Recycling, Service und Wasser geworden und erbringt Dienstleistungen für rund 30 Millionen Menschen. Das 1934 gegründete Familienunternehmen erwirtschaftete im Jahr 2022 einen Jahres­umsatz von 12,6 Milliarden Euro. Remondis leistet über viele Geschäftsbereiche hinweg einen wesentlichen Beitrag zum Umwelt- und Ressourcenschutz: Angefangen bei der Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe aus Industrie- und Haushaltsabfällen über die Herstellung hochwertiger Recyclingrohstoffe bis hin zur Umwandlung nicht recyclingfähiger Reststoffe in Kraftstoffe, Energie und Wärme. Nicht zuletzt trägt das Unternehmen durch den Einsatz von Biomasse als Energieträger zunehmend auch zur Energiewende bei.

Remondis sieht sich weltweit als Ansprechpartner und Berater für Industrie, Handel und Kommunen, um gemeinsam mit den regionalen Partnern individuelle Lösungen für die wachsenden Anforderungen an Klimaschutz und Ressourcenschonung zu finden.

Dabei setzt Remondis auf unterschiedliche Formen der Kooperation, von der einfachen Beauftragung für Abfallsammlung, Sortierung und Verwertung bis hin zum Angebot an Kommunen und Landkreise, im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) eine gemeinsame Gesellschaft zu gründen, die dann mehrheitlich vom kommunalen Partner gesteuert wird, aber auf das umfassende Know-how und Kapital des privaten Partners bauen kann.

Remondis stellt seine Expertise für alle Facetten nicht nur der Kreislaufwirtschaft, sondern auch des Wassermanagements zur Verfügung und ist ein starker und kompetenter Partner, der durch seine Expertise in der Lage ist, die Erfüllung der kommunalen Aufgaben sicherzustellen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Wasserversorgung und Abwasserentsorgung oder Abfallwirtschaft, ob bestehende Anlagen und Systeme übernommen oder komplett neue Lösungen realisiert werden sollen. Im Bereich Wassermanagement ist Remondis seit über 25 Jahren für Kommunen tätig. Öffentlich-private Partnerschaften haben sich dabei als effektive, sichere, wirtschaftliche und vor allem auch flexible Lösung erwiesen.

Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik (DiFu) im Auftrag des Bundes­minis­teriums für Verkehr, Bau und Straßen­entwicklung wurden in den letzten Jahren in Deutschland bereits mehr als 300 ÖPP-­Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 7 Milliarden Euro realisiert. Dabei wurden die Effizienz- und Kostenvorteile durch öffentlich-private Partnerschaften außer bei öffentlichen Hochbaumaßnahmen, im Verkehrssektor und bei der Informationstechnologie vor allem in der Kreislaufwirtschaft sowie bei der Kanalisation, der Wasserversorgung und der Abwasserreinigung genutzt. Inzwischen führt bereits jede sechste deutsche Stadt ÖPP-Projekte durch. Etwa jede dritte Stadt über 200.000 Einwohner plant in den kommenden Jahren, zumindest einen Teil ihrer kommunalen Dienstleistungen über eine ÖPP zu realisieren. Remondis sorgt schon heute deutschlandweit und 

international als verlässlicher Partner im Bereich der Wasser- und Kreislaufwirtschaft  dafür, dass die Kommunen hinsichtlich Produktivität, Qualität und Kosteneffizienz ihrem öffentlichen Auftrag mit Spitzenleistungen gerecht werden können, ob im Rahmen einer öffentlich-­privaten Partnerschaft oder als beauftragter Partner der Kommunen und Landkreise mit starken Niederlassungen vor Ort. 

Remondis-Lippewerk Lünen Europas größtes Zentrum für industrielles Recycling

Mit dem Erwerb der OME in Lohne im Landkreis Vechta und der Umfirmierung zur Niederlassung Lohne der Regionalgesellschaft Nord von Remondis war der Beitritt zum Verbund Oldenburger Münsterland e. V. als die regionale Netzwerkplattform der Kommunen und der Wirtschaft in der Region nur konsequent. 

Die Niederlassung in Lohne beschäftigt sich mit insgesamt 25 Mit­ar­beiterinnen und Mitarbeitern mit der Sortierung und Verwertung von ungefährlichen Stoffen wie Gewerbeabfällen, Papier, Pappe, Kartonagen, Zeitungen, Folien, Folienrollen, Silofolien, Granulat­­­sä­cken, Grünabfällen, Holz der Kategorien A1–A3, Schrott, Bauschutt, Altreifen, Big Bags, Granulaten, Umreifungsbändern, Styropor und Kunststoffabfällen aller Art. Verarbeitet werden die unterschiedlichen Abfallfraktionen mit einem umfangreichen Maschinenpark der unter ande­rem aus zwei Ballenpressen, Müll­zerkleinerer und Altholzschredder besteht.

Die Remondis-Niederlassung Lohne ist Partner der PAMO-­Initiative im Landkreis Vechta. Diese sammelt Altpapier im Landkreis. Die Erlöse aus der Altpapierverwertung kommen der Jugend­arbeit vieler gemeinnütziger Vereine, der Sportförderung und besonderen Aufgaben in den Schulen im Landkreis Vechta zugute. Remondis ist für die Abfuhr der sogenannten orange-­blauen Vereinstonne zuständig. 

Ziel ist es, auch im Landkreis Vechta möglichst viele Rohstoffe aus den gesammelten Abfällen herauszusortieren und wieder in den Produktionskreislauf zurückzuführen. Welche Bedeutung das konkret für den Klimaschutz hat, lässt sich an den folgenden Beispielen darlegen. Jede Tonne recycelter Kunststoff spart laut aktuellen Studien zwischen 1,6 und 3,2 Tonnen CO2 im Vergleich zur Neuproduktion aus Erdöl ein. Jede Tonne recyceltes Aluminium, wozu zum Beispiel auch die Deckel von Joghurtbechern und die Alufolie im Haushalt gehört, spart gegenüber der Neuproduktion aus Bauxiterz bis zu 26 Tonnen CO2 ein. Dabei ist auch der Landschaftsverbrauch von Recyclinganlagen im Vergleich zum weltweiten Erzabbau und Rohölförderung verschwindend gering. Bei Altpapier und Kartonagen ist der direkte Zusammenhang zum Klimaschutz besonders deutlich. Papier besteht aus Zellstofffasern, die aus Holz gewonnen werden. Altpapier sorgsam zu trennen und zu verwerten, schont also den Wald, und der ist neben den Mooren bekanntlich der größte CO2-Speicher.

Remondis sammelt, sortiert und verwertet all diese Materialien aus Haushalten, Gewerbe und Industrie und bekämpft so den Klimawandel durch praktizierte Kreislaufwirtschaft. Für die Verbraucherinnen und Verbraucher, nicht nur, aber auch im Landkreis Vechta, heißt das: Durch konsequente Abfalltrennung im Haushalt leisten sie einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. 

Zu den kommunalen Herausforderungen der Zukunft gehört es aber auch, die Dienstleistungen der Daseinsvorsorge möglichst klima­neutral zu erbringen. Hierzu gehört auch  die Dekarbonisierung der Fahrzeugflotten. Remondis geht auch hier bereits voran und arbeitet in vielen Regionen Deutschlands bereits anteilig mit alternativen Antrieben, teilweise im Realbetrieb, teilweise noch im Probebetrieb. So werden im Rhein-Erft-Kreis und im Münsterland bereits Lkw eingesetzt, die mit Biomethan angetrieben werden. Hier schließt sich der Kreislauf perfekt, denn die Lkw holen unter anderem Abfälle aus der Biotonne ab, bringen sie in moderne Anlagen zur Vergärung und tanken dann anschließend das Vergärungsprodukt Biome­than als CO2­neutralen und feinstaubfreien Kraftstoff für die nächsten Sammel­touren – eine runde Sache. Bei der größten Remondis-ÖPP, der Frankfurter FES, geht man hier sogar noch einen Schritt weiter. Hier werden auch bereits Brenn­stoff­zellen-Fahr­zeuge eingesetzt, die mit Wasserstoff betrieben werden, sowie E-Lkw. Beide Antriebstech­nologien sind extrem leise und lokal emissionsfrei. Kommunen und Landkreise, die vor solchen Inves­ti­tionen stehen, können sich auf Remondis als kompetenten Partner verlassen.

Bei der Digitalisierung setzt Remondis zunehmend auf KI-­ba­sierte Lösungen, wie intelligente Rohstofferkennung bei der Sortierung, Lösungen für die digitale Tou­ren­­planung, den Einsatz von Füllstand­sensoren bis hin zur automatischen Erkennung verschmutzter oder zugewachsener Straßenschilder und öffentlicher Verkehrsräume. So arbeitet Remondis lokal, regional und international an einer klimaneutralen und umweltschonenden Erhaltung unserer planetaren Ressourcen – im Auftrag der Zukunft.

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