Weltmeister

Reif für die Ekstra-Liga

Beim Speedway ist ein guter Start die halbe Miete. Ärgerlich also, wenn man ausgerechnet beim Rennen des Lebens nicht vom Fleck kommt. So passierte es Lukas Fienhage im Finale um die Langbahn-­Weltmeisterschaft im polnischen Rzeszów.

AN DER SPITZE Wenn Lukas Fienhage auf seiner Maschine sitzt, haben die Gegner kaum eine Chance.

­Mindestens Zweiter musste der 21-Jährige werden, um sich den Titel zu sichern. Aber der Brockdorfer war zu Rennbeginn Letzter. Es begann eine wilde Aufholjagd, die den Fahrer schließlich auf Platz 2 führte. Nun ist er Weltmeister.

Mit fünf Jahren saß Lukas zum ersten Mal auf einem kleinen Motorrad, mit sechs fuhr er sein erstes Rennen, mit zehn war er deutscher Schülermeister. Kein Wunder, wenn man in die Familienchronik schaut: „Mein Papa hat das schon gemacht, mein Onkel ebenfalls." ­Beide gehören auch zum Team Fienhage, ­einer Art ­Familienbetrieb. In der ab März laufenden ­Saison ist der Tross von Rennen zu Rennen unterwegs. Bevorzugte Ziele: Schweden, Dänemark und ­Polen. Die dortige Ekstra-Liga gilt als ­beste Europas. 2021 stellt sich Lukas der Heraus­forderung und startet für einen Verein in Danzig.

„Speedway ist das, was ich am besten kann. Etwas anderes will ich gar nicht machen."

Der gelernte Werkzeugmechaniker wagt den Schritt zum Vollprofi, wegen Corona mit ­einjähriger Verspätung. „Speedway ist das, was ich am besten kann. Etwas anderes will ich gar nicht machen." Sein Manager – natürlich ein Freund der Familie – muss also noch ein paar mehr Sponsoren heranholen als bisher schon. Die Maschinen, die Motoren, das Reisen: All das kostet eine Menge Geld. Und auch der fest­angestellte und mitreisende Mechaniker will ­bezahlt werden. Bleibt da noch Zeit fürs Private? Lukas lacht: „Ich habe Beruf und Privates doch perfekt miteinander kombiniert." Immerhin, zwei Wochen Auszeit hat er sich rund um den Jahreswechsel gegönnt. „Mehr war aber nicht drin." ­Danach ging das Training wieder los. Und so muss auch der langgehegte Traum noch warten: einmal für ein halbes Jahr nach Australien. ­Natürlich mit der Rennmaschine im Gepäck.