Maschinen- und Anlagenbau

Mit neuem Namen in die Zukunft

16.02.2026
Autorin: Barbara Wagner

Wenn inzwischen mehr als 40.000 Menschen weltweit – von der Profi-Triathletin bis zum gemütlichen Walker – regelmäßig mit dem innovativen Kunststoff-Griffelement „LAUFMAUS®“ ihre Sportrunden drehen, dann freut sich darüber auch ein Unternehmen aus Mühlen: die OM Werkzeugbau GmbH, kurz OMW.

Ein starkes Team: die Mitarbeitenden des OM Werkzeugbaus.

Geschäftsführer Dennis Pieper erklärt, warum: „In einem 6-Wochen-Sprint in der Bauteilentwicklung haben wir den LAUFMAUS®-Kunden vom ersten handgefertigten Urmodell aus Knetmasse bis zum Serienprodukt und über die Markteinführung hinaus begleitet. Und dabei frühzeitig Fertigungs- und Montageeffizienzen in der Bauteil- und Werkzeugauslegung realisiert.“

Das Ergebnis: ein innovativer Sportartikel zur nachhaltigen Verbesserung der Laufergonomie – durch gezielte Stimulation von Reflexzonen in den Handinnenflächen beim Gehen und Laufen. Das Produkt sicherte sich im bekannten TV-Format

Die Höhle der Löwen gleich zwei Investorenzusagen. „Wir als OMW begleiten auch weiterhin den Weg der LAUFMAUS®, ins­besondere durch einen kontinuierlichen Werkzeugservice zur Instandhaltung und Wartung der Spritzgussform“, sagt Pieper nicht ohne Stolz.

Produzent hochwertiger Werkzeuge für die Kunststoffindustrie

OM Werkzeugbau in Mühlen? Da könnte manch einer jetzt ins Grübeln kommen. Und in der Tat: Das Unternehmen gibt es unter diesem Namen noch gar nicht allzu lange. Erst zum 1. Mai 2025 nämlich vollzog es einen bedeutenden Schritt in der Entwicklung: Den Namenswechsel weg von der Brinkmann Formenbau GmbH hin zur OM Werkzeugbau GmbH.

Bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten entwickelt, konstruiert und fertigt die Firma hochwertige Werkzeuge für die Kunststoffindustrie. Die Umbenennung ist nach dem Inhaberwechsel 2021 ein Meilenstein in der Unternehmensgeschichte. „Mit der Modernisierung der Marke wollen wir den in den vergangenen Jahren erfolgten Veränderungsprozess sichtbar machen und uns am Markt für Kunden und potentielle Fachkräfte noch stärker positionieren“, sagt Dennis Pieper.

In Kooperation mit der Burwinkel Kunststoffwerk GmbH (hier Geschäftsführer Steffen Breitenstein): OMW baute ein Spritzguss-Werkzeug für eine 1.000-Tonnen-Maschine.

Der zweifache Familienvater ist seit 2021 Geschäftsführer der im Mühlener Gewerbegebiet Rienshof ansässigen Firma. Als er das Ruder übernahm, war er gerade erst 28 Jahre alt, jedoch mit bereits reichlich Erfahrung im Unternehmen und in der Branche ausgestattet. Im Zuge seines ­Studiums zum Wirtschaftsingenieur mit dem Schwerpunkt Kunststofftechnik an der PHWT in Diepholz absolvierte er ebenfalls eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker mit der Fachrichtung Formentechnik bei OMW. Nach dem erfolgreichen Studienabschluss stieg er zunächst als Projektleiter, später als Assistent der Geschäftsleitung ins Unternehmen ein. Mitten in der auch für die Branche herausfordernden Coronazeit übernahm er die neue Rolle als Geschäftsführer. Ein mutiger Schritt, den Pieper aber nicht bereut: „Der Werkzeugbau bietet großes Potential und ist Ausgangspunkt für die Umsetzung vieler Innovationen. Für die erfolgreiche Umsetzung sind die Menschen dahinter verantwortlich, unsere Mitarbeitenden.“

Nun also ein neuer Name, bei gleichbleibender Qualität, Flexibilität und Zuverlässigkeit. Das Team – bestehend aus rund 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ­viele von ihnen aus Mühlen und Umgebung und darunter aktuell auch ein Aus­zubildender – sowie der leistungsfähige Maschinenpark ermöglichen es dem ­Unternehmen, maßgeschneiderte Lösungen in Kunststoff und Stahl zu realisieren. Das Ziel: einen Beitrag für den Erfolg und die Innovation seiner Kunden und Partner zu leisten.

Modernes Erscheinungsbild der neuen Unternehmensmarke

Der neue Name sei eine Anlehnung an die Kernkompetenz, den Werkzeugbau in all seinen Facetten, sowie an die Verbundenheit zur Region, so Pieper. „Ein Großteil unserer Kunden hat hier seinen Sitz, sie schätzen die Nähe zu uns. Deshalb sind die Namenswahl und die Integration des Kürzels OM für uns naheliegend.“

Im Zuge des Namenswechsels erfolgte auch der Relaunch der Website samt neuem Logo und modernem Erscheinungsbild der neuen Marke (www.om-werkzeugbau.de). Die Farbe Blau hat weiter Bestand, aber eine Auffrischung erhalten – zu sehen unter anderem auf den neu gebrandeten Fahrzeugen, dem überarbeiteten Messestand oder auch auf den wehenden Fahnen vor dem Firmengebäude.

Vom medizintechnischen Mini-Werkzeug bis zum Großwerkzeug für Transportkisten mit einem Gewicht von bis zu 25 Tonnen: Zum Leistungsportfolio des Unternehmens zählen sowohl die Produktion von Gieß- und Schäumwerkzeugen als auch jene von Spritzgusswerkzeugen, die neben den klassischen Ein- und Mehrfachkavitäten-Werkzeugen in technisch anspruchsvolleren Bauformen wie Mehrkomponentenverfahren (2K/3K), Fluid­injektionstechnologie (WIT/GIT) oder der Tandem-Technologie umgesetzt werden.

Darüber hinaus sieht das Unternehmen seine Stärke in der ganzheitlichen Begleitung von Kundenprojekten und unterstützt bereits in der Bauteilentwicklung und -optimierung.

Der Werkzeugbau steht in seinen jewei­ligen Fertigungsbereichen flexibel und zuverlässig für Kunden zur Verfügung: egal ob mit CNC-gesteuerter Fräsbearbeitung mit bis zu 5-Achsen, dem Laserauftragsschweißen oder der Draht- und Senkerodierbearbeitung in Arbeitsbereichen bis zu 1700 x 1200mm, eigener Graphitelektrodenherstellung sowie seit September 2025 einer eigenen Laserbearbeitungsanlage.

Der Werkzeugbau bei OMW: Dieser erfordert höchste Präzision an modernsten Maschinen.

Alle Bauteile werden mit einem Höchstmaß an Präzision gefertigt. Dabei werden unterschiedlichste Branchen aus nahezu allen Bereichen der Industrie und des täglichen Lebens bedient wie beispielsweise die Automobilindustrie und Agrartechnik, das Sanitär- und Baugewerbe, der Maschinenbau und die Elektrotechnik, die Medizintechnik oder auch die Lager- und Transporttechnik.

Kooperation als Erfolgsfaktor

Mit Blick auf die Kompetenzfelder Werkzeugbeschaffung und Projektierung steht OM Werkzeugbau zudem mit langjährigen Partnern für die Projektumsetzung in Asien in Verbindung. Erste Geschäftsbeziehungen nach Asien gab es bereits 2008 mit Partnern in Sri-Lanka, später Taiwan und jetzt in China. Pieper: „So können wir unseren Kunden maßgeschneiderte Lösungen mit optimalem Preis-Leistungs-Verhältnis für ihr Produkt oder ihre Baugruppe anbieten.“

Der eine konstruiert, der andere produziert: Mit der Burwinkel Kunststoffwerk GmbH, die nur einen Steinwurf entfernt ihren Sitz hat, gibt es ebenfalls perfekte Synergieeffekte. Von der Idee bis zum fertigen Produkt arbeiten die Spezialisten beider Teams in Mühlen in unterschiedlichen Projekten Hand in Hand. Präzisionsformenbau trifft hier auf innovative und individuelle Lösungen für vielfältige Bereiche der Kunststoffindustrie. Beim Projekt LAUFMAUS® etwa zeigten sie gemeinsam ihr Können.

Eine weitere Kooperation mit Burwinkel ergab sich für einen Kunden aus der Region, der Stalleinrichtungen und Fütterungsanlagen konzipiert und realisiert. Beim Projekt „Klappe für Austreibsystem“ in der Geflügelhaltung handelte es sich um den Neubau eines innovatives Spritzgusswerkzeug, das in einer kosteneffizienten Umsetzung in Asien realisiert wurde.

„Dennis und ich kennen uns schon seit der PHWT. Die lange Zusammenarbeit beider Unternehmen ist von Vertrauen, Synergieeffekten, Kreativität, Innovation und kurzen Wegen geprägt“, sagt Burwinkel-Geschäftsführer Steffen Breitenstein. Erst im Mai 2025 feierten beide Unternehmen ein ­großes Familienfest. Auch treten sie bei Messen oder in Kooperation mit Schulen durchaus mal im Duo auf. Darüber hinaus arbeitet OMW mit anderen Spezialisten für den Kunststoffspritzguss zusammen.

Und wie geht’s weiter bei den Mühlenern? Dennis Pieper zählt ein paar Stichworte auf: „Automatisierung“, „ganzheitliche ­Entwicklungsbegleitung“, „Flexibilität“, „Effizienz“ und „Teamgeist“. Viele „Werkzeuge“ also für einen erfolgreichen Weg in die Zukunft. Und mit Werkzeugen kennt sich OMW ja aus …