Idee des Kulturbahnhofs trifft auf Widerstände
Die Durchsetzung der Idee, den alten Bahnhof zu einem kulturellen Zentrum umzubauen war zunächst in der Kommunalpolitik und auch in Teilen der Öffentlichkeit stark umstritten. Eine geheime Abstimmung im damaligen Stadtrat machte jedoch den Weg frei. Die Befürworter setzten sich schließlich mit 19 zu 17 Stimmen durch.
„Das war das Schlüsselerlebnis für den Kulturbahnhof, denn in dieser geheimen Abstimmung wurde unser Antrag und die Summe von 1,1 Millionen Euro bewilligt“, erinnert sich Dr. Weber und ist sicher, dass bei einem anderen Ausgang der Kulturbahnhof heute nicht existieren würde.
Aufgrund der hohen Anforderungen an die Statik und den Brandschutz sowie der Beauftragung von Gutachten zur Lärmemission und nicht zuletzt aufgrund der konjunkturell bedingten Kostensteigerungen für die einzelnen Gewerke, reichte die ursprünglich veranschlagte Summe allerdings nicht mehr aus und die Stadt Cloppenburg bewilligte weitere finanzielle Unterstützung. Auch Landesmittel wurden erfolgreich beantragt.
Dennoch musste ein erheblicher Anteil der Investitionskosten von den Initiatoren durch öffentliche und private Geldgeber aufgebracht werden. Das bedeutete für alle Beteiligten unermüdliches Klinkenputzen!
Spenden sammeln für das Bauvorhaben
Darüber hinaus war vor allem der Förderverein Kulturbahnhof Cloppenburg e. V. unter der Leitung von Mechthild Antons unermüdlich im Einsatz und akquirierte unter dem Motto „Gemeinsam etwas bewegen!“ durch zahlreiche Aktionen und ungewöhnliche Ideen die dringend benötigten Spenden und Sponsorengelder.
„Es war ein riesiges Projekt, in das wir als Ehrenamtliche unglaublich viel Arbeit gesteckt haben. Aber es hat mir immer viel Spaß gemacht. Wichtig war mir auch, dass mich mein Mann Hans Antons als Schatzmeister von Anfang unterstützt hat“, betont Mechthild Antons, die den Förderverein von seiner Gründung im Jahr 2013 bis 2016 leitete. In diesem Jahr übernahm sie von Dr. Weber den Vorsitz des Kulturforums und Dr. Weber wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Ein besonderes Projekt des Fördervereins war dabei der Verkauf von Stuhlpatenschaften, bei der jeder Interessierte die Patenschaft für „seinen“ Stuhl übernehmen konnte. Die Idee fand großen Anklang. So waren die 163 Stuhl-Patenschaften in Höhe von je 150 Euro schnell vergeben.
Die Idee des Kulturbahnhofs sollte von Anfang an von einer breiten Öffentlichkeit getragen werden, um einen Ort zu schaffen, bei dem „Kultur für Alle“ im Vordergrund stand. So wurde im Museumsdorf ein großes „Fest der Kulturen“ veranstaltet, bei dem sich die Kulturschaffenden aus Cloppenburg und der Region aktiv beteiligten. Das sorgte für viel Aufmerksamkeit, zahlreiche Spenden und vor allem für eine wachsende Begeisterung bei vielen Bürgerinnen und Bürgern für das Projekt „Kulturbahnhof“.