Agrar- und Ernährungswirtschaft

Mut, Miteinander, Modernitäten

01.07.2026
Autor*in: Bastian Freese, M FOOD GROUP®

Die M FOOD GROUP® hat im Oktober 2025 ihre neue Produktionsstätte in Steinfeld-Mühlen eröffnet. Der Neubau stellt einen weiteren, wichtigen Meilenstein für das Unternehmen dar, aber auch für die Region. Auf dem Gelände am Kötterhof 9 steht nun das, was Geschäftsführer Gregor Scheffer als „Symbol für Fortschritt, Wachstum und Dynamik“ bezeichnet: das neue Mischwerk für funktionale Lebensmitteltechnologie-Mischungen.

Blicken positiv in die Zukunft: Dominik und Gregor Scheffer bei der Eröffnungszeremonie der neuen Produktionsstätte.

„Das ‚M‘ zieht sich wie ein roter Faden durch die Unternehmensgeschichte: Meat Cracks, Micro Tec, M FOOD GROUP®, Mischwerk. Es ist Markenzeichen, Identität und Haltung zugleich“, so Scheffer. „Für uns steht das M für Mut, Miteinander und Modernität“, ergänzte Dominik Scheffer, der als Gesellschafter und Chief Sales ­Officer die Unternehmensführung in der nächsten Generation weiterführt.

Seit 24 Jahren hat sich die M FOOD GROUP® vom ambitionierten Kleinunternehmen zu einem weltweit tätigen Unternehmen entwickelt, aktiv auf fünf Kontinenten, mit dem Claim Cultures Taste Technology. Das Kerngeschäft: die Entwicklung und Produktion von Gewürzmischungen, funktionalen Additiven, Starter- und Schutzkulturen, maßgeschneidert, technologisch führend und eng abgestimmt auf die Bedürfnisse der Kunden. „Mut war von Anfang an unser Antrieb“, sagte Dominik Scheffer. „Mut, ein Unternehmen aufzubauen, Mut, neue Wege zu gehen, Mut, Innovationen nicht nur zu denken, sondern umzusetzen.“ 

Projekt mit Vision und regionalen Wurzeln

Die Idee für den Neubau entstand bereits 2019. Vier Planungsphasen waren nötig, bevor im August 2023 die Baugenehmigung erteilt und kurz darauf der Grundstein gelegt wurde. Doch der Weg dorthin war nicht ohne Hindernisse: Ein vergessenes Bohrloch aus den 1950er-Jahren, entdeckt vom Bergbauamt Meppen, verzögerte die Genehmigung – ein Relikt aus einer längst vergangenen Zeit.

Glückliche Gesichter: Gregor und Dominik Scheffer.

Ein Ort für Innovation und Miteinander

Das neue Werk ist so individuell geplant worden wie die Produkte, die hier ent­stehen. Keine Produktion von der Stange, sondern maßgeschneiderte Mischungen – von großen Gebinden bis zu kleinen Chargen, frisch, effizient und flexibel. Dem Werk liegt keine Vollautomatisierung zugrunde, Resultat einer bewussten Entscheidung für den Erhalt und den Ausbau von regionalen Arbeitsplätzen, so die Intention der M FOOD GROUP®.

„Gemeinsam entwickeln wir Produkte, die den Geschmack treffen. Und den Puls der Zeit“, so Dominik Scheffer.

Die Mischkapazität liegt bei 10.000 Tonnen jährlich, mit Erweiterungsmöglichkeit auf 15.000 Tonnen. Das Areal selbst bietet weiteres Entwicklungspotenzial nach Norden hin – die Zukunft ist also bereits eingeplant bei der M FOOD GROUP®.

Zukunft mit Haltung

„Was wir hier geschaffen haben, ist die Grundlage für unsere Zukunft“, sagte Dominik Scheffer. „Mehr Kapazität, mehr Energieeffizienz, mehr Möglichkeiten für neue Technologien und Produkte.“ Nach Jahren intensiver Planung und weltweiter Herstellerbesuche steht nun eine Produktionsstätte, die – so Scheffer – „unsere Erwartungen übertrifft: maßgeschneidert, leistungsfähig, wirtschaftlich“.

Ende November soll die Produktion an­­laufen, nach Abschluss der letzten Zerti­­fi­zierungen. Ein weiterer Lebenstraum der Familie Scheffer ist damit in Erfüllung gegangen – und zugleich ein starkes Signal für das Oldenburger Münsterland.

„Das M steht für mehr als M FOOD GROUP®. Es steht für Motivation, Miteinander, Mut zur Veränderung – und für die Mischung aus Tradition und Innovation. Das M ist der Motor unseres Handelns, das Maß unserer Leidenschaft und das Symbol für eine Zukunft voller Möglichkeiten“, bringt Gregor Scheffer die Philosophie und die Ausrichtung des Unternehmens auf den Punkt.

Logistik trifft Präzision

Effiziente Prozesse, höchste Hygiene und technologische Raffinesse sind die Markenzeichen der neuen Produktionsstätte der M FOOD GROUP®. In ihrem neuen Werk in Steinfeld-Mühlen hat die M FOOD GROUP® den Materialfluss perfektioniert.

Das beginnt bereits beim vorgezeichneten Produktionsweg. Der gesamte Neubau folgt einem U-förmigen Konzept, das Waren­ströme intelligent bündelt. Warenein- und -ausgang sind räumlich zusammengelegt, was Wege verkürzt und Abläufe beschleunigt. Unter einem Dach arbeiten die Unternehmens­bereiche von Qualitätssicherung über ­Einkauf und IT bis hin zur Produktions­leitung eng verzahnt.

Lager mit durchdachter Struktur für maximale Effizienz

Herz der neuen Produktionsstätte ist das Lager. Auf rund 2.400 Quadratmetern ist hier das logistische Zentrum des Unternehmens entstanden, der Dreh- und Angelpunkt, an dem Rohstoffe, Verpackungen und Fertigprodukte zusammenlaufen. Hier beginnt und endet der Materialfluss – präzise organisiert, digital überwacht und konsequent auf Effizienz ausgerichtet.

In den verschiedenen Lagerzonen können Rohstoffe und Produkte in den Kategorien Tiefkühl, neu­tral, Bio, Halal und allergenhaltig getrennt gelagert werden. Jede Lieferung wird geprüft, dokumentiert und erst nach Freigabe eingelagert – ein Standard, der Sicherheit und Rückverfolgbarkeit garantiert.

Präzision bis ins Gramm: Verwiegung und Mischung

Bevor die Produktion in der M FOOD GROUP® startet, beginnt die Arbeit in der Verwiegung. Hier werden sämtliche Rohstoffe – von Großkomponenten bis zu Kleinstmengen – exakt nach Rezeptur vorbereitet. Die Verwiege­stationen sorgen für Präzision, jede Charge wird dokumentiert. Großkomponenten wie Salz oder Dextrose gelangen über BigBag- Stationen in den Prozess. 

Bis zu 30 Prozent einer Rezeptur können über die Saugförderung aus den Silos in die Mischer eingebracht werden. Der Rest wird über Sackware oder Kleinkomponenten ergänzt. Die exakte Trennung von Verwiegung und Mischung stellt sicher, dass Lebensmittelvorgaben, Halal-Anforderungen und Allergenmanagement eingehalten werden. Kreuzkontaminationen werden durch räumliche Trennung und kontrollierte Luftführung ausgeschlossen.

Klimatisiert, kontrolliert, konstant

Um die empfindlichen Rohstoffe optimal zu verarbeiten, ist der gesamte Produktionsbereich klimatisiert. Diese Bedingungen verhindern das Verkleben von zucker- oder salzhaltigen Komponenten, ein häu-figes Problem bei Gewürzmischungen. Die Einhaltung des KfW-40-Standards trägt zur Energieeffizienz und Produktqualität bei.

Geschlossener Kreislauf von A bis Z

Auf der sogenannten Einschüttebene ­werden die Rohstoffe gemäß Produktionsleitsystem in die Mischer eingebracht.
Das System gewährleistet eine lückenlose Rückverfolgbarkeit und Prozesssicherheit.

Die Mischerebene ist das Herzstück der Produktion: Pflugschar-Horizontal­mischer sorgen hier für homogene Ergebnisse. Anschließend gelangen die Mischungen in die Containerebene, wo sie kontrolliert, gesiebt und schließlich abgefüllt werden. Proben werden über die Rohrpost direkt ins Labor geschickt.

Im Labor selbst wird jeder Wareneingang und jedes Endprodukt überprüft – mittels VIS/NIR-Analyse und bei speziellen Mi-schungen durch Bestimmung der Carnosolsäure. Erst nach Freigabe gelangen die Produkte in die Verpackung.

Verpackung mit Feingefühl

In der Verpackung sorgen Schlauchbeutelmaschinen und Absackanlagen für Effizienz und Qualität. Verpackt wird in Gebindegrößen nach Kundenanforderung. Eine Besonderheit: Die Produkte können unter Schutzgasatmosphäre abgefüllt werden, ein Verfahren, das empfindliche Gewürze wie Paprika vor Oxidation schützt und ihre Farbe sowie Frische bewahrt.

Nach dem Verpacken übernimmt ein automatisierter Palettierer die fertige Ware, die gewickelt und zurück ins Lager gebracht wird – der Kreislauf schließt sich, das U des Materialflusses ist komplett.

Fazit: Zukunft mit System

Mit dem neuen Lager- und Produktions­konzept hat die M FOOD GROUP® ein Werk geschaffen, das technologische ­Prä­zision und menschliches Handwerk ­vereint. ­Flexible Strukturen, vorausschauende Planung und konsequente Qualitätskontrolle sichern die Wettbewerbsfähigkeit – in einer Branche, in der Präzision, Hygiene und Geschwindigkeit über Erfolg entscheiden. Oder, wie es Gregor Scheffer formuliert: „Wir haben jede einzelne Maßnahme so geplant, dass wir wachsen können, ohne neu zu bauen. Unser System ist nicht nur effizient; es ist zukunftsfähig!“