Laurentius-Siemer-Gymnasium

07.10.2026

494 Menschen, zehn Busse und eine Woche in der Ewigen Stadt. Im September 2024 machte sich die Schulgemeinschaft des Laurentius-Siemer-Gymnasiums in Ramsloh auf den Weg nach Rom. Eine Reise auf den Spuren von Geschichte und Glauben – und ein Erlebnis, das fürs Leben prägt.

„Ich bin mit der ganzen Schule nach Rom gefahren“ – wer kann das schon von sich behaupten? Die Schüler:innen des Laurentius-Siemer-Gymnasiums in Ramsloh können es. Noch zwei Jahre später leuchten die Augen bei der Erinnerung an die Mammutreise: die Buskarawane, das eigene Küchenteam im Camping-Dorf, der Besuch historischer Stätten und die besondere Ehre, ein Gruppenfoto mit dem Papst aufzunehmen. Der Anlass für die Tour: Die Schule feierte ihr 20-jähriges Bestehen und wollte das Jubiläum nicht nur mit einem Festakt begehen, sondern zusammen etwas Besonderes erleben.

Die Idee zur Fahrt hatte Oliver Thoben. Kollegium, Eltern und Schüler:innen waren Feuer und Flamme, sodass der stellvertretende Schulleiter und Lehrer für Geschichte und katholische Religion bald die Koordination übernahm. Rund eineinhalb Jahre dauerten die Vorbereitungen. Früh an Bord war auch das Team von Höffmann Reisen aus Vechta. Schulfahrten in die italienische Hauptstadt gehören für das Unternehmen seit Jahrzehnten zum Geschäft. Viele Schulen aus dem gesamten Oldenburger Münsterland zählen seit Jahren zur Kundschaft.

Eine Reise für alle

Neben der Organisation stand von Anfang an eine Frage im Mittelpunkt: Wie können möglichst alle Schüler:innen teilnehmen, wie können mögliche finanzielle Probleme überwunden werden? Die Antwort: Die Gründung eines Solidaritätsfonds, der mit Spenden und Erlösen aus zahlreichen schulischen Veranstaltungen satt und fleißig gefüllt werden konnte. „Die Gründung des Solidaritätsfonds war ein überragender Erfolg. Nicht nur konnten wir so allen Schüler:innen die Teilnahme an der Fahrt ermöglichen. Die zahlreichen gemeinsamen Aktionen für den Fonds haben auch den Zusammenhalt und das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Schulgemeinschaft extrem gestärkt“, berichtet Oliver Thoben rückblickend.  Und die damalige Koordinatorin und jetzige Schulleiterin des LSG, Maren Steinert, ergänzt: „Unser Schulmotto lautet Lebendige Schule gestalten. Uns ist wichtig, dass wir zusammen Verantwortung übernehmen und unser Für- und Miteinander aktiv gestalten.“ Dass auch die jüngsten Kinder des fünften und sechsten Jahrgangs mitgefahren sind, hat für die Schulleiterin dabei einen besonderen Stellenwert. „Das war ein großer Vertrauensbeweis der Eltern, über den wir uns sehr gefreut haben.“

Junge Menschen in ihrer Entwicklung zu begleiten, zu fordern und sie zu ermutigen, das gehört zum Selbstverständnis des LSG. Im Rahmen des Curriculums „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ der Fachgruppe Religion wird jeder Jahrgang im Laufe eines Schuljahres zu einer sozialen Aktion angeregt. Im Jahrgang zehn absolvieren alle ein zweiwöchiges Sozialpraktikum, das für Werte wie Solidarität und Mitgefühl sensibilisieren soll. „Mit Blick auf diese Grundpfeiler unseres Leitbildes haben wir auch das Motto der Romfahrt ganz bewusst gewählt: Gemeinsam ans Ziel. Und ja, es war ein unvergessliches Gemeinschaftserlebnis“, erinnert sich auch Oliver Thoben an die Zeit in Rom. Den Zusammenhalt hat die Reisegruppe auch nach außen gezeigt. In ihren hellblauen T-Shirts mit Reise-Logo und ihren Schul-Caps waren die Ramsloher:innen in Rom nicht zu übersehen – und wenn sie ihren selbstgeschriebenen Rom-Song gesungen haben, auch nicht zu überhören.

„Es war ein unvergessliches Gemeinschaftserlebnis."
- Oliver Thoben

Rom wird zum Klassenzimmer

Untergebracht war die Reisegruppe in Bungalows auf einem Campingplatz bei Ostia. Von hier aus starteten die Gruppen zu Zielen wie dem Kolosseum, dem Forum Romanum oder der Spanischen Treppe. Auf viele dieser Stätten hatten sich die Schüler:innen im Unterricht vorbereitet. Aber auch zum Eisessen, für eine Lichterfahrt und Toben im Pool blieb Zeit.

Die größte Überraschung wartete im Vatikan. Schon die Heilige Messe mit der gesamten Schulgemeinschaft im Petersdom feiern zu dürfen, war etwas Besonderes. Bei der späteren Generalaudienz wurde die Gruppe dann nicht nur aufgerufen, Mitglieder der Schulleitung durften anschließend mit Papst Franziskus sprechen. Und dann passierte das völlig Unerwartete: Oliver Thoben nutzte den Moment der persönlichen Begegnung mit dem Papst, um ihn nach einem gemeinsamen Gruppenfoto zu fragen. Franziskus ließ sich von Thoben die Schulgruppe auf dem vollen Petersplatz zeigen. Als der Heilige Vater sie daraufhin winkend grüßte, brandete von den Schüler:innen ein so lauter Jubel los, dass Franziskus seine Sicherheitsleute aufforderte, die gesamte Reisegruppe für die Aufnahme durch die Menschenmenge direkt nach vorne auf die Stufen des Petersdoms zu lotsen. Und nicht nur das: Der Papst nahm sich ausgiebig Zeit mit den Schüler:innen zu sprechen und ließ sich dann mit dem LSG-Schulcap im Kreise der Schüler:innen ablichten. „Die Erinnerungen an diese einmaligen Momente tragen viele von uns im Herzen. Die Bilder von diesem Tag hängen bei uns im Foyer der Schule“, so Schulleiterin Maren Steinert.

Zurück im Camp erwartete die Reisegruppe stets das Team von Höffmann Reisen. Das kümmerte sich auch um die Mahlzeiten, die sichere Taschengeldverwahrung und den Rahmen für das abendliche Treffen im Amphitheater des Platzes. Infos über den nächsten Tag, Geburtstagsständchen auf Italienisch und der Rom-Song gehörten zum Tagesausklang. Am letzten Tag wurde daraus eine ausgelassene Abschlussparty.

„Das Geheimnis der Erziehung ist das Vertrauen“ – dieser Spruch wird dem Namenspatron der Schule, Laurentius Siemer, zugeschrieben. Mit der Romreise hat das LSG das Motto mit Leben gefüllt. „Gegenseitige Wertschätzung, Verlässlichkeit und ein respektvolles Miteinander sind uns ebenso wichtig wie eine hohe Qualität von Unterricht und Bildung“, fasst Schulleiterin Maren Steinert zusammen. „Die Romreise mit vereinten Kräften zu realisieren und dann gemeinsam zu genießen, hat die Schulgemeinschaft nachhaltig gestärkt. Jeder Schüler und jede Schülerin sollte einmal eine solche Reise erleben dürfen“, so Steinert abschließend.