Pole-Moves

Bewegung jenseits der Klischees

30.04.2026

Poledance im Oldenburger Münsterland? Was zunächst überrascht, entwickelt sich für viele zum echten Herzensprojekt. Mit Pole-Moves haben Claudia Schlörmann und Dana Marcussen in Friesoythe einen Ort geschaffen, der Bewegung, Mut und Gemeinschaft verbindet.

Was als persönliche Leidenschaft begann, wurde schnell zu einer gemeinsamen Idee: eine eigene Tanz- und Fitnessschule im Oldenburger Münsterland. Claudia Schlörmann entdeckte Poledance vor einigen Jahren für sich und war sofort begeistert. Poledance ist eine Sportart, bei der an einer vertikalen Stange Tanz, Krafttraining und akrobatische Elemente miteinander verbunden werden. „Ich habe ganz schnell gemerkt, dass ich das richtig toll finde und dass ich das gerne anderen weitergeben möchte“, erzählt sie. Während ihrer Ausbildung zur Trainerin begann sie bereits, erste Kurse zu geben – und traf dabei auf Dana Marcussen.

Auch sie hatte sich schon länger mit dem Gedanken getragen, Poledance in die Region zu bringen. „Ich komme ursprünglich aus Hamburg und habe da schon vor fünf oder sechs Jahren angefangen. Hier dachte ich immer: Das muss es doch auch geben“, sagt Marcussen, ebenfalls ausgebildete Trainerin. Nach ihrer Babypause fanden die beiden zusammen und machten kurzerhand ernst: „Drei Monate später haben wir Nägel mit Köpfen gemacht und uns selbstständig gemacht.“

Seit November 2024 bieten sie ihre Kurse bewusst im ländlichen Raum in Altenoythe bei Friesoythe an.

Selbstbewusstsein, Gemeinschaft, neue Perspektiven

Poledance ist weit mehr als ein Fitness-Trend. Es ist ein Sport, der Kraft, Beweglichkeit und Koordination verbindet und gleichzeitig das Selbstbewusstsein stärkt. „Man sieht wirklich schnell Fortschritte und hat echte Erfolgserlebnisse“, beschreibt Marcussen die Wirkung auf ihre Teilnehmer:innen.

Auch Schlörmann betont die besondere Motivation: „Wenn ein Move erst nicht klappt und dann plötzlich funktioniert, ist das ein total schönes Gefühl. Das sieht man auch sofort.“

Neben körperlichen Effekten geht es den Gründerinnen vor allem um das Gefühl dahinter. In kleinen Gruppen entsteht eine fast familiäre Atmosphäre. „Die freuen sich miteinander, wenn bei jemandem etwas klappt. Das ist einfach besonders“, sagt Marcussen.

Das Angebot ihrer Schule reicht dabei weit über Poledance hinaus: von Hip-Hop und Akrobatik für Kinder bis hin zu Pilates, Krafttraining oder Workshops für Erwachsene. Ziel ist es, möglichst vielen Menschen einen Zugang zu Bewegung zu ermöglichen – unabhängig von Alter oder Fitnesslevel. „Man muss nichts können. Man kann bei null anfangen und wächst Schritt für Schritt rein“, so Schlörmann.

Zwischen Klischees und Aufbruchsstimmung

Trotz wachsender Begeisterung begegnen die beiden Gründerinnen immer noch Vorurteilen – gerade im ländlichen Raum. „Man merkt oft, dass da noch viel Halbwissen oder alte Bilder im Kopf sind“, sagt Marcussen. Auch Schlörmann hat diese Erfahrung persönlich gemacht: „Ich habe damals wirklich Gegenwind bekommen. Das war für mich aber ein Moment, in dem ich gedacht habe: Jetzt erst recht.“

Gleichzeitig erleben sie auch positive Resonanz. Viele Menschen freuen sich über das neue Angebot in der Region. „Uns haben ganz viele geschrieben, dass sie das schon immer mal ausprobieren wollten, aber bisher keine Möglichkeit hatten“, berichtet Marcussen.

Langfristig möchten die beiden ihr Angebot weiter ausbauen: für Kinder, Erwachsene und perspektivisch auch für ältere Menschen. Ihr Ziel: ein Ort, an dem Bewegung, Gemeinschaft und neue Erfahrungen zusammenkommen. Oder, wie Schlörmann es zusammenfasst: „Poledance ist wirklich für jede und jeden geeignet – man muss sich nur trauen, anzufangen.“