Hermann Hänsler hält Firmen auf Kurs.

Ein Chef auf Zeit

Seit einigen Monaten hat Hermann ­Hänsler sein Lager in Oberösterreich ­aufgeschlagen. Sein ­Auftrag: ein ­Unternehmen in Linz retten. Hänsler kann das, er hat es in den vergangenen Jahren ­bereits mehrfach bewiesen. Als Interims­manager ist er es gewohnt, schlingernde Firmen wieder auf Kurs zu bringen. Ohne Scheuklappen und ­unbelastet analysiert der Profi aus Lindern im Landkreis Cloppenburg die Lage und leitet ­notwendige Maßnahmen ein.

Als langjähriger Manager in der Möbel­branche verfügt Hermann Hänsler über Führungs­stärke und Durchsetzungsvermögen. Seine Zielgruppe sind Familienunternehmen. Er berät und übernimmt Verantwortung. Etwa, wenn unter dem Chef eine zweite Führungs­ebene eingezogen werden soll. „Das führt oft zu Konflikten", weiß der 61-Jährige, „denn vielfach sind die Strukturen im Betrieb ver­krustet." Der Blick von außen und eine unabhängige ­Expertise helfen in solchen Fällen weiter – auch wenn Familienmitglieder oder einflussreiche Freunde des Hauses die Dinge manchmal ganz anders sehen.

Wichtig sei es dabei, „ebenso behutsam, respektvoll und mit Fingerspitzengefühl wie hartnäckig, konsequent und verantwortungsvoll" zu agieren. Aber wirken sich ­fehlende Branchenkenntnisse nicht negativ aus? ­Keineswegs, entgegnet Hänsler, „die Aufgaben­stellungen, mit denen ich in meiner Arbeit als Interims­manager konfrontiert werde, ähneln sich oft sehr, egal in welcher Branche". Häufig suchen Firmenchefs nach Gesprächspartnern auf Augenhöhe, ­daran mangele es gerade in Familienunternehmen.

Österreich ist für den gebürtigen Watten­scheider zurzeit der wichtigste Einsatzort. ­Heimisch fühlt er sich hingegen weiterhin im Oldenburger Münsterland – obwohl es hier mit einem Auftrag bislang noch nicht geklappt hat. „Der Wirtschaft geht es in dieser Region ja auch richtig gut", sagt Hänsler.