Lebenswelt

Leidenschaft, Wandel & Genuss: meine Reise in der Gastronomie

27.07.2026
Autor*in: Bernd Höne

Wenn ich heute auf fast zwei Jahrzehnte Unternehmertum zurückblicke, erfüllt mich das mit Stolz und Dankbarkeit. 2006 begann meine Selbstständigkeit mit dem Schäfers Hotel und dem dazugehörigen Gourmet-Restaurant Margaux – dem Fundament meiner beruflichen Laufbahn. Schon damals war meine Vision klar: Kulinarik sollte mehr sein als bloß gutes Essen. Sie sollte Emotion, Handwerk, Regionalität und Erlebnisse verbinden. 

Die Winebar Leibeswohl entwickelte sich seit dem Start 2017 schnell zum Treffpunkt für Genießer und Weinliebhaber aus der ganzen Region. Auf der Weinkarte stehen über 100 Weine aus aller Welt.

Diese Leidenschaft trug Früchte – das Margaux wurde schon bald im Guide Michelin und in anderen renommierten Gastronomieführern ausgezeichnet.

Die Anerkennung war für mich Bestätigung und Motivation zugleich, den eingeschlagenen Weg kon­sequent weiterzugehen und mich stetig weiterzuentwickeln.

Bereits ein Jahr später, 2007, eröffnete ich das Schäfers Bistro – ein Gegenpol zum gehobenen Margaux. Während im Margaux Fine Dining und kreative Küche im Mittelpunkt standen, setzte das Bistro auf ehr­liche Klassiker: Burger, Steaks und bodenständige Gerichte, serviert in entspannter Atmosphäre. Diese Kombination aus Gourmet und Alltag, aus Luxus und Lockerheit, spiegelte meine Überzeugung wider, dass Gastronomie alle Menschen ansprechen sollte – unabhängig von Anlass oder Budget.

Hier entstand das, was mich bis heute an­treibt: der Wunsch, jedem Gast das Gefühl zu geben, willkommen zu sein, ganz gleich, ob er ein 5-Gänge-Menü oder ein schnelles Mittagessen genießt.

Seit 2006 ist Bernd Höne als selbstständiger Unternehmer in der Gastronomie unterwegs. Heute betreibt er neben Schäfers Bistro und der Winebar Leibeswohl in Cloppenburg das Pop-up-Restaurant Eventküche sowie den Mittagstisch Ecoparkfood im ZentrumZukunft in Emstek und einen Catering-Service.

Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, dass Stillstand der größte Feind der Gastronomie ist. Gäste verändern sich, Trends wandeln sich, und das eigene Konzept muss atmen dürfen. So entstand 2017 ein weiteres Herzensprojekt: die Winebar Leibeswohl. Hier verband ich meine Liebe zum Wein mit dem Wunsch, Gästen neue Geschmackserlebnisse zu bieten. Neben dem Ausschank vor Ort verkauften wir auch Weine außer Haus – eine Idee, die sich schnell als Erfolg erwies. Unsere Weinkarte umfasst heute über 100 Positionen aus aller Welt, sorgfältig ausgewählt und mit ­Leidenschaft präsentiert.

Das Leibeswohl entwickelte sich rasch zum Treffpunkt für Genießer und Weinliebhaber aus der ganzen Region. 2024 erweiterten wir den Standort von ursprünglich 30 auf 80 Plätze – ein großer Schritt, der es uns ermöglichte, kulinarisch noch vielseitiger zu werden.

Unsere Speisekarte spiegelt heute die Bandbreite moderner Gas­tronomie wider: Sushi, Burger, Steaks, Pizza, Flammkuchen, vegane und saisonale Gerichte. Diese Vielfalt steht für das, was mir persönlich wichtig ist – Offenheit, Kreativität und Qualität in allen Facetten. Seit 2019 veranstalten wir außerdem regelmäßig Rebenabende und Weinabende, bei denen Winzer, Sommeliers und Gäste in den Dialog treten. Diese Abende sind längst mehr als Events – sie sind Begegnungen auf Augenhöhe, voller Austausch, Genuss und Inspiration.

Meine Liebe zum Sushi begleitet mich schon seit 2001. Damals entdeckte ich in einem Restaurant in Hamburg diese faszinierende Verbindung aus Präzision, Ästhetik und Geschmack. Seit 2013 kreiere ich meine eigenen Sushi-Kompositionen, in denen sich japanische Handwerkskunst mit regionalen Zutaten verbindet. Während der Corona-Zeit entstand daraus eine meiner kreativsten Ideen: das Sushi-Taxi. Was zunächst als Notlösung begann, entwickelte sich zu einem echten Erfolgsmodell. Heute kommen unsere Sushi-Gäste von Osnabrück bis hinter Oldenburg alle fünf bis sechs Wochen zu den beliebten Sushi-Tagen ins Leibeswohl. Es ist jedes Mal ein Erlebnis, zu sehen, wie weit Menschen für gutes Essen und authentische Gastfreundschaft reisen.

Neben dem klassischen Restaurantbetrieb spielt auch unser Catering-Service eine immer größere Rolle. Egal, ob Hochzeit, Firmenfeier oder Geburtstag – wir begleiten Veranstaltungen von 20 bis 2.000 Gästen, mit individuell abgestimmten Konzepten, Buffets, Menüs oder unserem eigenen Foodtrailer. Diese Flexibilität erlaubt es uns, Gastronomie überall erlebbar zu machen – ob im Festsaal, im Garten oder auf dem Firmengelände. Für mich ist Catering gelebte Gastfreundschaft außerhalb des eigenen Hauses – und oft der Beginn neuer, langfristiger Beziehungen zu unseren Kunden.

2025 kam eine weitere spannende Aufgabe hinzu: der Mittagstisch im Ecopark, im „Zentrum Zukunft“. Seit Juni bieten wir dort wöchentlich wechselnde Gerichte ab 6,00 € an – ein Angebot, das gesundes, frisches Essen für Berufstätige und Besucher gleichermaßen zugänglich macht. Es ist ein Konzept, das mir besonders am Herzen liegt, weil es zeigt, dass gute Küche kein Luxus sein muss, sondern ein Stück Lebensqualität für jeden Tag. Gerade in einer Zeit, in der Nachhaltigkeit, Regionalität und faire Preise wichtiger sind denn je, sehe ich darin eine zukunftsweisende Ergänzung zu unserem bisherigen Portfolio.

Doch mit all den Erfolgen und Entwicklungen kam Ende 2024 auch  ein großer Umbruch: die Schließung des Margaux. Nach 18 Jahren  voller Leidenschaft, Kreativität und Auszeichnungen fiel dieser  Schritt nicht leicht – und doch war er notwendig, um Raum für Neues  zu schaffen. In dieser Veränderung lag die Chance, ein völlig neues  Kapitel aufzuschlagen: das italienische Restaurant La mia Cucina wo wir jeden Freitag und Samstag geöffnet haben.

Im La mia Cucina bieten wir eine original italienische Küche an mit Gerichten wie Ossubuco, Saltimbocca vom Kalb, Vitello Tonato, Piccata Milanese, original Desserts und unseren Signature Dish Lamm Italiano, das immer auf der Tafel stehen wird. Wir haben nämlich im La mia Cucina keine Speisekarte, sondern schreiben wöchentlich wechselnd unsere Gerichte auf eine große Tafel im Restaurant. Dazu bieten wir Ihnen eine große Auswahl an italie­nischen Weinen an. Die Karte hat über 30 Positionen und natürlich bieten wir auch 10 verschiedene Grappas an. Kommen Sie uns gerne mal besuchen!

Ein solches Konzept funktioniert nur mit einem starken Team im Rücken. Ich bin stolz darauf, Mitarbeiter zu haben, die meine Leidenschaft teilen, Verantwortung übernehmen und mitdenken. Viele von ihnen begleiten mich seit Jahren – sie sind der Herzschlag unserer Häuser.

Wir investieren kontinuierlich in Aus- und Weiter­bildung, fördern Talente und schaffen ein Umfeld, in dem Eigeninitiative und Teamgeist gleichermaßen Platz haben. Denn Gastronomie ist und bleibt ein Mannschaftssport: Nur wer gemeinsam brennt, kann dauerhaft erfolgreich sein.

Heute, fast zwanzig Jahre nach meinem Start in die Selbstständigkeit, sehe ich meine Rolle nicht nur als Gastronom, sondern auch als Gestalter von Erlebnissen und Arbeitgeber mit Verantwortung.

Die Branche hat sich verändert – und mit ihr auch meine Sicht auf Erfolg. Es geht nicht mehr allein um volle Restaurants oder gute Bewertungen, sondern um Authentizität, Nachhaltigkeit und Menschlichkeit. Ich möchte meinen Gästen und meinem Team zeigen, dass Gastronomie mehr ist als Arbeit – sie ist Berufung, Leidenschaft und Lebensgefühl.

Ich bin sehr dankbar für die vielen Menschen, die diesen Weg mit mir gehen, egal ob Mitarbeiter, Gäste, Partner und Freunde.

Ohne sie wäre all das nicht möglich gewesen. Jede Neueröffnung, jede Idee, jedes Experiment hat mich immer wieder ein Stück weitergebracht und mir gezeigt: In der Gastronomie ist Wandel keine Be­drohung, sondern die Quelle von Innovation. Solange mir die Freude am Gast­gebersein bleibt, wird es deshalb immer neue Kapitel geben – voller Geschmack, Leidenschaft und Vision.