Erfolgreiches Versorgungskonzept in Lohne
„Schlecht heilende Wunden bedürfen neben einem speziellen Know-how auch einer engmaschigen Betreuung“, erklärt Nurlan Seidaliev, Facharzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Lohner St. Franziskus.Hospital. Gemeinsam mit Chefarzt Dr. Peter Loermann leitet er die dortige Wundambulanz mit einem anerkannten und erfolgreichen Konzept, das sowohl die Patienten als auch deren Angehörige einbezieht. In der Wundsprechstunde wird die Wunde zunächst untersucht, die Ursache und Heilungsverzögerung abgeklärt und der Zustand beurteilt. Eine digitale Fotodokumentation hilft bei der Kontrolle der späteren Behandlung.
„Auf der Grundlage der Ergebnisse erstellen wir einen individuellen Behandlungsplan für jeden Patienten, der bei Wundschmerzen auch eine Schmerztherapie beinhaltet“, erklärt Oberarzt Seidaliev. Ziel der Behandlung ist die Abheilung von Wunden, die oft schon seit Jahren bestehen. „Aktuell können wir etwa 70bis 80 Prozent der chronischen Wunden erfolgreich zur Abheilung bringen. Durch unser professionelles Wundmanagement erzielen wir nicht nur eine medizinische Verbesserung, sondern auch eine spürbare Steigerung der Lebensqualität unserer Patientinnen und Patienten – insbesondere durch effektive Schmerzlinderung, Mobilitätsförderung und die Reduktion von Infektionsrisiken.“
In der Lohner Wundambulanz wurden verschiedene Verfahren eingeführt, die Patienten auch mit komplexen chronischen Wunden eine ortsnahe Versorgung ermöglichen. „Wir setzen moderne, stadiengerechte Wundauflagen ein, die individuell auf die jeweilige Wundsituation abgestimmt sind“, berichtet Seidaliev. „Dazu gehören unter anderem hydroaktive Verbände, Silikonauflagen, antimikrobielle Materialien sowie innovative Vakuumversorgungen. Ergänzt wird unser Konzept durch eine enge Zusammenarbeit mit Hausärzten und Pflegediensten.“ Besteht ein Zusammenhang zwischen Wunde und Ernährung gehört auch eine Ernährungstherapie zum Leistungsspektrum. Das Team, zu dem auch speziell ausgebildete Wundfachschwestern gehören, versucht die Behandlung möglichst ambulant durchzuführen. Bei schwereren Erkrankungen kann eine stationäre Behandlung die Wundheilung deutlich beschleunigen. „Um die Versorgung weiter zu verbessern, planen wir die Einführung zusätzlicher diagnostischer Verfahren zur Ursachenanalyse.“