Medizinstudium trifft Familienleben
2019, ein Jahr nach der Geburt ihres ersten Kindes, begann Maike Wesselmann in Oldenburg mit dem Medizinstudium. Während des Studiums bekam sie ihr zweites Kind, pausierte deshalb für zwei Semester. „Natürlich waren meine Stundenpläne voller Seminare, Vorlesungen und Prüfungen mit zwei Kindern zeitweise sehr herausfordernd, vor allem organisatorisch. Rückblickend war es für mich aber genau der richtige Zeitpunkt, ein weiteres Kind zu bekommen“, weiß die 33-Jährige heute. „Das Ganze hat für mich vor allem deshalb so gut funktioniert, weil mein Mann und ich hier in Cloppenburg unsere Familien direkt vor Ort haben und von ihnen in dieser Zeit sehr unterstützt wurden.“
Dass die Universität Oldenburg im Vergleich zu anderen medizinischen Hochschulen eher zu den kleineren gehört, brachte im Studium so manchen Vorteil mit sich. „Ich konnte mich in vielen Dingen direkt mit dem Lehrpersonal abstimmen, denn es herrschte ein sehr familiäres Klima und es wurde sich bemüht, individuelle Lösungen zu finden. Das war für mich natürlich sehr hilfreich.“ Allerdings bedeute eine kleine Universität zugleich auch weniger Flexibilität in der Gestaltung des Stundenplans. „Während man an größeren Universitäten deutlich mehr Möglichkeiten hat, um zum Beispiel mal ein Seminar ins nächste Semester zu verschieben, werden in Oldenburg Kurse nur einmal im Jahr angeboten. Da muss man genau planen, um das Studium und das Familienleben gut miteinander vereinbaren zu können.“
Nächster Schritt: Praktisches Jahr
Im Frühjahr 2026 schreibt die Studentin das zweite Staatsexamen. Im Anschluss geht sie ins Praktische Jahr, die letzte Ausbildungsphase des Medizinstudiums. Ihre bevorzugte Fachrichtung als Ärztin hat sie bereits gewählt: die Allgemeinmedizin soll es werden. „Zu Beginn des Studiums wollte ich mich eigentlich auf die Gynäkologie und Geburtshilfe spezialisieren. Durch die vielen Hospitationen und Praktika während des Studiums habe ich aber gemerkt, dass mir die Allgemeinmedizin noch mehr Spaß macht“, schildert Wesselmann. „Ich finde es reizvoll, dass man dabei nicht auf eine Fachrichtung festgelegt ist, sondern viele Bereiche aufeinandertreffen.“ Ein Tertial ihres Praktischen Jahrs wird sie deshalb in einer allgemeinmedizinischen Praxis in ihrer Heimatstadt Cloppenburg absolvieren – ein weiterer, wichtiger Schritt in Richtung Traumberuf.