Maschinen- und Anlagenbau

Präzision trifft Innovation

05.05.2026
Autor*in: Petra Garvels

Ob in der Automobilindustrie, spezialisierte Lösungen für die Kunststoffverarbeitung oder hygienegerechte Systeme für die Lebensmitteltechnik, ohne leistungsstarke Maschinen und präzise Werkzeuge wäre moderne Fertigung undenkbar.

Der Firmensitz der Garvels Maschinen- und Werkzeugbau GmbH in Dinklage.     

Garvels Maschinen- und Werkzeugbau vereint technologische Kompetenz, langjährige Erfahrung und Innovationskraft und hat sich so als zuverlässiger Partner in dem Bereich Werkzeugbau etabliert. Auch im Maschinenbausektor stehen wir für präzise und termingerechte Lohnfertigung und bieten individuelle Lösungen auf höchstem Niveau. Mit einem klaren Fokus auf Qualität, Effizienz und praxisorientierte Lösungen realisieren wir maßgeschneiderte Systeme, die branchenübergreifend überzeugen. Garvels steht für Fortschritt, der funktioniert und zeigt, wie modernste Technik und anwendungs­nahe Umsetzung perfekt zusammenspielen.


Tradition trifft Zukunft: Ein Unternehmen mit Geschichte und Perspektive

Mit viel Pioniergeist, handwerklichem Können und unternehmerischer Weitsicht beginnt im Jahr 1986 die Erfolgsgeschichte des Unternehmens. Gegründet wurde das Unternehmen von den Brüdern Paul und Hubertus Böckmann. Der erste Standort befand sich in einer kleinen, umgebauten Halle in der Bauernschaft Höne – einem Ortsteil von Dinklage. Was damals mit einfachsten Mitteln begann, entwickelte sich in kurzer Zeit zu einem leistungsfähigen Handwerksbetrieb mit klarem Fokus auf Qualität und Kundenorientierung.

Geschäftsführer Markus Garvels begann einst als Azubi im Unternehmen und übernahm die Firma im Jahr 2019 gemeinsam mit Ehefrau Petra.      

Ein bedeutender Meilenstein war die Einstellung des ersten Auszubildenden, Markus Garvels, der damit nicht nur die Basis für seinen eigenen beruflichen Werdegang legte, sondern auch früh Teil der Unternehmensgeschichte wurde. Schon in den Anfangsjahren zeigte sich, dass die Gebrüder Böckmann nicht nur auf Technik, sondern auch auf langfristige Mitarbeiterbindung und Ausbildung setzten.

Mit dem Bau und Bezug der neuen Pro­duktionsstätte an der Ostendorfstraße 16 in Dinklage erfolgte wenig später der nächste große Schritt. Die modernen Räumlichkeiten schufen optimale Bedingungen für weiteres Wachstum, sowohl in technologischer als auch in personeller Hinsicht. Der kontinuierliche Ausbau der Fertigungskapazitäten festigte die Marktposition des Unternehmens.

Über drei Jahrzehnte hinweg führten Paul und Hubertus Böckmann das Unternehmen mit Leidenschaft, Innovationskraft und Bodenständigkeit. Im Jahr 2019 erfolgte dann ein weiterer bedeutender Schritt: die Übergabe des Betriebs an die nächste Generation. Mit Markus Garvels, der als langjähriger Mitarbeiter selbst Teil der Anfangsjahre war, wurde ein kompetenter und erfahrener Nachfolger aus den eigenen Reihen gefunden.

Seine tiefe Verbundenheit mit dem Unternehmen, sein technisches Know-how und sein Blick für die Zukunft machten ihn zur idealen Besetzung. „Obwohl die Übergabe von langer Hand vorbereitet war, erwies sich der Start in die Selbstständigkeit ­dennoch als große Herausforderung“, erinnert sich Geschäftsführer Markus Garvels.

„Wir hatten es mit mehreren Krisen gleichzeitig zu tun: einer angespannten Konjunkturlage, dem tiefgreifenden Strukturwandel in der Automobilindustrie – einem unserer wichtigsten Kundensegmente – sowie den weitreichenden Folgen der Corona-Pandemie. Diese Entwicklungen haben uns als mittelständischen Zuliefererbetrieb stark getroffen.“

In dieser schwierigen Anfangszeit waren Verlässlichkeit und Zusammenhalt entscheidende Faktoren sowohl im familiären Umfeld als auch im Team. Von Beginn an war Petra Garvels, die Ehefrau des Geschäftsführers, eine tragende Säule des Unternehmens.

Mit viel Herzblut kümmert sie sich um alle kaufmännischen und verwaltungstechnischen Aufgaben und verschafft der Geschäftsführung so den nötigen Freiraum, um sich auf das operative Geschäft und die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens zu konzentrieren.

Ein besonderer Dank gilt auch dem gesamten Team, ohne dessen Unterstützung dieser Weg nicht möglich gewesen wäre. Mit großem Engagement und Loyalität haben die Mitarbeitenden den Generationswechsel aktiv begleitet und jede Phase des Wandels mitgetragen. Wir haben uns nicht entmutigen lassen. Vielmehr war es unser Antrieb, flexibel zu reagieren, unsere Prozesse kontinuierlich anzupassen und neue Wege zu finden, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Herausforderungen dieser Zeit haben uns nicht nur geprägt, sondern auch gestärkt – als Unternehmen und als Team.

Neuer Name, gleiche Stärke und ein Blick in die Zukunft

Zum 1. Januar 2023 wurde aus der Gebr. Böckmann Maschinen- und Werkzeugbau GmbH die Garvels Maschinen- und Werkzeugbau GmbH.

Mit dem Namenswechsel begann ein neues Kapitel, ohne die eigenen Wurzeln aus dem Blick zu verlieren. Bewährte ­Qualität, umfassendes Know-how und ein eingespieltes Team aus rund 20 engagierten Mitarbeitenden bleiben weiterhin die tragenden Säulen des Erfolgs. Der neue Name „Garvels Maschinen- und Werkzeugbau GmbH“ steht zugleich für die Weiterentwicklung des Unternehmens und unterstreicht seine moderne, zukunftsorientierte Ausrichtung auch nach außen.

Die Entscheidung zur Umfirmierung be-deutet somit keinen Bruch mit der Ver­gangenheit, sondern war das Ergebnis eines internen Entwicklungsprozesses, angestoßen durch den Generationswechsel in der Geschäftsführung. Ziel war es, das Unternehmen klarer zu positionieren, den technologischen Anspruch hervorzuheben und für kommende Herausforderungen zu stärken.

Technik, die bewegt

Das Kerngeschäft unseres Unternehmens ist der Werkzeugbau. Hier nimmt die Herstellung von Spritzgießwerkzeugen eine zentrale Rolle ein. Präzise und langlebige Werkzeuge sind die Basis für hochwertige Kunststoffteile, weshalb Flexibilität, Effizienz und Qualität für uns stets im Fokus stehen. Darüber hinaus umfasst unser Leistungsspektrum vielfältige Fertigungsaufgaben im Maschinen- und Werkzeugbau. Mit modernem Maschinenpark, er-fahrenen Fachkräften und einem hohen Qualitätsanspruch realisieren wir auch anspruchsvolle Projekte.

Durch innovative Konstruktion, computergestützte Simulationen und hochpräzise Fertigung wird der Entwicklungsprozess kontinuierlich optimiert. Technologisches Know-how und langjährige Erfahrung im Formenbau sind dabei unerlässlich, um den wachsenden Anforderungen unterschiedlichster Branchen gerecht zu werden.

Moderne Fertigungsmaschinen, kontinuierliche Mitarbeiterqualifikation sowie systematische Fehleranalysen und Prozessoptimierungen sorgen für höchste Maßgenauigkeit, Wiederholgenauigkeit und Langlebigkeit der Werkzeuge. Dadurch werden sowohl die Produktqualität als auch die Wirtschaftlichkeit nachhaltig verbessert.

Bei der Entwicklung und Fertigung der komplexen Werkzeuge spielt Präzision eine entscheidende Rolle. Die exakte Einhaltung von Toleranzen und die Optimierung der Werkzeuggeometrie sind Schlüsselfaktoren für den Erfolg im Spritzgieß­verfahren.

Moderne Messtechnik und softwareunterstützte Analysen helfen, Un­genauigkeiten zu erkennen und Korrekturmaßnahmen zielsicher umzusetzen. Dies ermöglicht es den Herstellern, Prozesse fehlerfrei zu gestalten und die Nachbearbeitung zu minimieren, was wiederum Zeit und Kosten spart. Die Kombination aus techno-logischem Fortschritt und fundiertem Fachwissen prägt die hochdynamische Arbeitswelt im Werkzeugbau.

Eine weitere Stärke unseres Unternehmens liegt in der Lohnfertigung. Ob Einzelteilfertigung oder Serienproduktion, Prototypen, Ersatzteile oder komplexe Bauteile - wir fertigen stets nach Kundenvorgaben und in enger Abstimmung, termingerecht und in konstant hoher Qualität.

Wandel am Arbeitsmarkt im Maschinen- und Werkzeugbau

Fachkräftemangel fordert neue Wege – auch im Oldenburger Münsterland.

Der Maschinen- und Werkzeugbau hat im Oldenburger Münsterland eine lange Tra­dition. Besonders kleine und mittelstän­dische Unternehmen (KMU) sind hier als Arbeitgeber und Innovationstreiber fest verankert. Doch der Arbeitsmarkt verändert sich spürbar, vor allem durch den zunehmenden Fachkräftemangel.

Immer häufiger bleiben Ausbildungsstellen unbesetzt, weil junge Menschen kaum noch Berührungspunkte mit technischen Berufen haben oder sich über ihre beru­fliche Zukunft unsicher sind. Um dem entgegenzuwirken, gehen wir mittlerweile ­viele Wege, um Schülerinnen und Schülern unsere Arbeit näherzubringen, sei es durch Schulkooperationen, Berufsmessen oder Tagespraktika.

Besonders gute Erfahrungen haben wir mit der OM Praktikumswoche gemacht. Dabei lernen Jugendliche an mehreren Tagen verschiedene Unternehmen und Berufsfelder kennen, ganz nach ihren eigenen Interessen. Sie sammeln erste praktische Erfahrungen und bekommen ein realistisches Bild vom Arbeitsalltag. Das hilft ihnen, ihre Stärken besser einzuschätzen und ­diese Eindrücke in ihre Berufswahl ein­zubeziehen.

Wie vielfältig die Möglichkeiten der OM Praktikumswoche sind, zeigt das Beispiel von Paul (Bild). Er nutzte die Chance, verschiedene Berufe im Rahmen mehrerer Tagespraktika kennenzulernen und fand so seinen Weg. Nach einem zusätzlichen Probearbeitstag bei uns stand für ihn fest: „Das ist genau mein Ding.“

Kurz darauf unterschrieb Paul seinen Ausbildungsvertrag und hat im Sommer 2025 seine Ausbildung zum Feinwerkmechaniker, Fachrichtung Werkzeugbau, bei uns begonnen.

Regionale Stärke durch gemeinsames Handeln

Das Oldenburger Münsterland steht wie kaum eine andere Region für Bodenständigkeit, Innovationsfreude und ein starkes Miteinander. Netzwerke, Partnerschaften und gemeinsame Initiativen stärken die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Region. Betriebe arbeiten Hand in Hand mit Schulen, Hochschulen und Ausbildungsinitiativen, um Nachwuchs zu fördern und Fachkräfte vor Ort zu binden.

Diese Verbundenheit zwischen Unter­nehmen, Menschen und Region macht das Oldenburger Münsterland zu einem starken Standort für den Maschinen- und Werkzeugbau. Ein Ort, an dem technisches Können und unternehmerischer Geist auf kurze Wege und echte Partnerschaft treffen. Wir sind stolz, Teil dieser starken Gemeinschaft zu sein – gemeinsam mit vielen engagierten Betrieben, die täglich dazu beitragen, die Region weiter voranzubringen.