Umweltzentrum Oldenburger Münsterland

Natur entdecken, Zusammenhänge verstehen

31.08.2026

Summende Bienen, blühende Wiesen und der Duft von frisch gebackenem Brot aus dem Lehmofen – das Umweltzentrum Oldenburger Münsterland in Stapelfeld verbindet Naturerlebnis, Umweltbildung und nachhaltiges Handeln. Und das praxisnah und zum Mitmachen, seit mehr als 30 Jahren.

Die Landkreise Cloppenburg und Vechta sind wie kaum eine andere Region von der Landwirtschaft geprägt. Umso wichtiger ist es, den Blick auch auf Themen wie Artenvielfalt, Bodenschutz, Klimawandel und nachhaltiges Wirtschaften zu richten. Genau hier setzt das 1992 gegründete Umweltzentrum Oldenburger Münsterland unter Trägerschaft der Katholischen Akademie Stapelfeld an. Hinter seinem Leitmotiv „Entdecken – Staunen – Verstehen“ steckt die Überzeugung, dass sich Umweltbewusstsein vor allem durch eigenes Erleben entwickelt. „Wir wollen die Menschen in der Region mit Nachhaltigkeitsthemen vertraut machen und altersgerecht aufzeigen, wie man nachhaltiges Handeln im eigenen Alltag umsetzen kann“, erklärt Maria Jansen. Seit Oktober 2024 ist sie Dozentin für den Bereich Natur, Schöpfung, Landwirtschaft an der Akademie und Leiterin des Umweltzentrums.

Bildungsangebote für alle Altersgruppen

Untergebracht ist das Umweltzentrum in der ehemaligen Dorfschule des Cloppenburger Ortsteils Stapelfeld. Das Gebäude wurde 1995 mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt zu einem ökologischen Musterhaus umgebaut und gilt bis heute als frühes Beispiel für nachhaltiges Bauen in der Region. Seminar- und Werkräume ergänzen das weitläufige Außengelände und bieten Platz für Vorträge und Workshops zu vielfältigen Themen.

Die Lehrkräfte setzen auf praktische Erfahrungen statt auf reine Wissensvermittlung. Die Schüler:innen sollen nicht nur verstehen, sondern auch handeln und mitgestalten können. Ob Artenvielfalt, Boden, Energie, Ernährung oder nachhaltiger Konsum – hier werden ökologische Zusammenhänge greifbar. Im Laufe eines Schuljahrs begrüßt das Umweltzentrum rund 100 Schulklassen, im Schnitt etwa eine pro Unterrichtstag. „Wir suchen uns meist ein bestimmtes Thema, wie ein Tier, eine Jahreszeit oder ein Lebensmittel, und nähern uns mit den Kindern allen damit verbundenen Fragen an“, erklärt Maria Jansen.

Das Umweltzentrum ist aber nicht nur außerschulischer Lernort – auch für Erwachsene gibt es einige Bildungsangebote. Unter ihnen ist aktuell zum Beispiel das Thema Wildkräuter hoch im Kurs. Welche sind essbar? Welche wachsen direkt vor meiner Haustür? Und wie kann ich sie für saisonale Gerichte in der Küche einsetzen? 

Regelmäßig kommen Interessierte zum Wildkräuterstammtisch zusammen. Der findet etwa einmal im Vierteljahr statt und erfreut sich wachsender Beliebtheit. Der nächste Stammtisch findet am 8. September statt, für 2027 sind bereits vier weitere Termine in Planung.

„Wir wollen die Menschen in der Region mit Nachhaltigkeitsthemen vertraut machen und altersgerecht aufzeigen, wie man nachhaltiges Handeln im eigenen Alltag umsetzen kann.”

Maria Jansen

Naturerlebnis von Frühjahr bis Winter

Das Herzstück des Umweltzentrums ist der rund zwei Hektar große, ganzjährig geöffnete Naturerlebnisgarten. Zwischen Blühflächen, Teichen und Hecken können Besucher:innen Pflanzen und Tiere aus nächster Nähe beobachten. Ein Heckenlabyrinth, ein Bienenhaus mit Schauvölkern sowie ein traditioneller Lehmbackofen machen das Gelände zu einem Ort, an dem Natur nicht nur erklärt, sondern unmittelbar erfahrbar wird.

„Das Bienenhaus ist zurzeit mein Lieblingsort im Garten“, verrät Maria Jansen. „Ich habe kürzlich an einem Imkerkurs teilgenommen, den wir hier gemeinsam mit dem Kreisimkerverband Cloppenburg angeboten haben. Es war sehr spannend, diese faszinierenden Tiere im Detail kennenzulernen.“ Auch im Winter bleibt der Naturerlebnisgarten ein beliebtes Klassenzimmer für alle Altersgruppen. Zum Beispiel, wenn es um die Winterfütterung von Vögeln oder den Bau von Nisthilfen geht.

Die Landwirtschaft als Teil der Umweltbildung

Seit seiner Gründung versteht sich das Umweltzentrum Oldenburger Münsterland als Brücke zwischen Umweltschutz und Gesellschaft. Wichtig ist Maria Jansen, dabei auch die Landwirtschaft mitzudenken. „Es gibt viele Überschneidungen mit unseren Themen. Umweltschutz und Landwirtschaft schließt sich nicht aus, denn vor allem die Landwirtschaft ist vom Klimawandel betroffen. Wir gehen deshalb regelmäßig mit Kita-Gruppen und Schulklassen auf Bauernhöfe, um direkt vor Ort zu lernen, wie moderne Landwirtschaft heute funktioniert. Das baut auch Vorurteile ab.“

Und auch in der Erwachsenenbildung wird die Landwirtschaft zum Thema gemacht. Zum Beispiel in Form von Hofübergabe-Seminaren oder am Tag der Landwirtschaft, zu dem das Umweltzentrum immer im November einlädt. „In diesem Jahr machen wir das Internationale Jahr der Frauen in der Landwirtschaft zum Thema. Dafür dürfen wir die Niedersächsische Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte zu einer Podiumsdiskussion begrüßen und diskutieren, wie die Landwirtschaft von morgen aussieht“, kündigt Maria Jansen an. Der Tag der Landwirtschaft findet am 26. November 2026 statt. Landwirt:innen und landwirtschaftlich Interessierte sind herzlich eingeladen, an der kostenlosen Veranstaltung teilzunehmen. Eine Anmeldung ist ab Mitte September über die Website der Katholischen Akademie möglich.

 

© Willi Rolfes

Umweltzentrum Oldenburger Münsterland

Stapelfelder Kirchstraße 6
49661 Cloppenburg (Ortsteil Stapelfeld)

Telefon: 04471 188-1125

www.umweltzentrum-clp.de