„Ich hatte neulich eine Gruppe Kinder aus dem Nachbardorf zu Gast, von denen hatte noch keines je ein Schwein gesehen“, berichtet Kristin Meerjans-Thunert. „Da ist mir noch einmal bewusst geworden, wie wichtig unsere Arbeit und die Entwicklung von Schutzkonzepten ist, damit auch sie in der modernen Produktion die Tiere direkt im Stall erleben können.“ Kristin Meerjans-Thunert engagiert sich bei LaUB, dem Förderverein Landwirtschaft, Umwelt & Bildung e. V., der im Landkreis Cloppenburg auf Höfen Bildungsangebote für Schüler:innen, aber auch Formate für Erwachsene und andere Gruppen macht. Das Ziel: In einer zunehmend digitalisierten Lebenswelt sollen Kinder und Jugendliche Landwirtschaft nicht nur aus Schulbüchern, sozialen Medien oder dem Supermarktregal kennenlernen. Sie sollen erleben können, wo und wie Lebensmittel erzeugt werden und welche ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Zusammenhänge dahinterstehen.
Im Landkreis Vechta gibt es gleich zwei Fördervereine mit diesem Anliegen: RUBA (Regionale UmweltBildung-Agrarwirtschaft e. V.) für den Nordkreis und AGRELA (Förderverein Arbeitsgemeinschaft Regionales Lernen Agrarwirtschaft e. V.) für den Südkreis. Sie konzentrieren sich auf die schulische Bildungsarbeit. Mit jährlich mehr als 100 Betriebserkundungen und den dazugehörigen Vorbereitungen in den Schulen erreichen sie jedes Jahr weit über 3.500 Kinder und Jugendliche, dazu kommen weitere Bildungsangebote und Kooperationen.
Kreisläufe verstehen und Bewusstsein schaffen
Die Fördervereine vernetzen Landwirt:innen und regionale Bildungsinstitutionen: Die Angebote reichen von Betriebsführungen über mehrtägige Themenprojekte bis hin zu Berufsorientierungsmodulen. „Kinder und Jugendliche erfahren bei uns am Ursprung, woher unsere Lebensmittel kommen, und entwickeln Wertschätzung für regionale Erzeugung“, erklärt Esther Barth, die den Bereich Bauernhofpädagogik beim Kreislandvolkverband Vechta betreut. „Schülerinnen und Schüler lernen, wie moderne, hochtechnologisierte Lebensmittelproduktion im Spannungsfeld von Ökonomie, Ökologie und Tierwohl im 21. Jahrhundert tatsächlich funktioniert. So verstehen sie die Kreisläufe ihrer Heimat und entwickeln ein fundiertes und kritisches Verbraucherbewusstsein.“