Evangelischer Kreisjugenddienst

Kirche mit Spielraum

06.10.2026

Campus-Kirche, Freizeiten, Ehrenamtsschulungen, Konfi-Camps oder Pen-and-Paper-Wochenenden: Der Kreisjugenddienst Oldenburger Münsterland öffnet viele Wege zum Glauben. Im Mittelpunkt steht, junge Menschen zu begleiten, Gemeinschaft zu ermöglichen und sie darin zu stärken, Kirche selbst mitzugestalten.

Der Kreisjugenddienst begleitet die evangelische Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im gesamten Kirchenkreis. Das hauptamtliche Team aus fünf Diakon:innen stützt die Gemeinden und ihre Ehrenamtlichen durch Schulungen und in der praktischen Arbeit. Gemeinsam machen sie Kirche für junge Leute lebendig und ermutigen sie auf kreativen Wegen zur aktiven Mitgestaltung. 

Junge Menschen für Verantwortung stärken

Die erste Ferienfreizeit mit der besten Freundin, der Ausflug mit der Ferienpassaktion, der Mitarbeitendentreff – viele Angebote für Kinder und Jugendliche wären ohne den Einsatz von Ehrenamtlichen nicht denkbar. Wie man Gruppen leitet, welche Grundlagen der Jugendarbeit wichtig sind und auch was es beim Jugendschutz zu beachten gibt, lernen viele von ihnen bei Juleica-Schulungen des Kreisjugenddienstes. „Wir nehmen uns für die Ausbildung neuer Jugendleiter:innen eine ganze Woche Zeit“, erklärt der leitende Kreisjugenddiakon Jens Schultzki. Bis zu 50 Jugendliche aus mehreren Kirchengemeinden absolvieren Module etwa zu Gruppendynamik, Projektmanagement aber auch Glaubensvermittlung. „Damit können sie später als Teamer:in zum Beispiel Freizeiten begleiten oder Jugendtreffs leiten.“

Mit Teamkräften und Know-how unterstützt der Kreisjugenddienst Veranstaltungen der Konfirmand:innen: von Camps der Gemeinden, bei denen sie Unterrichtseinheiten und Freizeitangebote gestalten, bis zu „Mach dein Ding“, dem Event der übergeordneten Evangelischen Jugend Oldenburg (ejo) mit bis zu 1.500 Teilnehmenden. „Das hat schon Festivalcharakter, mit Bühnen, Workshops und sportlichen Aktivitäten.“

Ökumene am Campus

Jens Schultzkis Arbeitsschwerpunkt ist die Kirche am Campus in Vechta. Das Konzept ist in der Region einzigartig: „Es gibt in der Region die Evangelische Studierendengemeinde und die Katholische Hochschulgemeinde. In Vechta leben wir die Ökumene und gestalten das kirchliche Leben am Campus gemeinsam.“ Gottesdienste, Gemeindeabende und Veranstaltungen werden zusammen geplant und realisiert. Auch ein Café und eine Wohngemeinschaft gehören zum Konzept. Und das kommt an. „In der Jugendarbeit haben viele Angebote die Pandemiezeit nicht überstanden und sind gerade erst wieder im Aufbau. Bei den Studierenden war das anders. Hier steigt das Interesse kontinuierlich, das freut uns sehr.“

Die Angebote greifen Fragen in dieser Lebensphase auf: Habe ich den richtigen Weg eingeschlagen? Wie gehe ich mit Unsicherheiten, finanziellen Fragen oder gesellschaftlichen Themen um? „Viele suchen dafür gezielt unsere Seelsorge auf.“ Während Studierende der Katholischen Theologie den vertieften Austausch über Glaubensfragen suchen, kommen andere, um sich bewusst fallen zu lassen und Gemeinschaft zu leben. „Wir richten unsere Gottesdienste und Gemeindeabende so aus, dass sich alle regelmäßig wiederfinden.“ Und auch aktiv werden: Beim Themenabend „Wie kreativ ist Gott“ wird nach dem Gottesdienst zusammen getöpfert, auf die Liturgie zur Frage „Ist der Weg das Ziel oder das Ziel der Weg oder steht das Ziel im Weg“ folgt ein Mario-Kart-Abend.

Gemeinschaft als erster Zugang

Was Jugendliche und junge Erwachsene zur kirchlichen Arbeit bringt? „Bei beiden ist die Gemeinschaft das tragende Element“, sagt Schultzki. Die Jugendlichen kommen über Konfirmationsgruppen, Freund:innen oder Freizeiten zur Evangelischen Jugend. „Erst danach setzt bei ihnen die Frage ein, was Glaube für sie persönlich bedeutet. Wir geben dem Raum.“ Die Studierenden hätten dagegen entweder bereits Erfahrungen aus der Heimatgemeinde oder kämen gezielt, um am neuen Studienort Anschluss zu finden.

Auch bei Rollenspielen, zum Beispiel dem Live-Action-Role-Playing (LARP) können Zugänge zum Glauben entstehen. „Ich habe selbst mit großer Freude viele LARP-Freizeiten organisiert und damit Menschen erreicht, die sonst keinen Zugang zu uns hatten“, berichtet Jens Schultzki. Aus diesem Impuls sind auch neue Formate wie Pen-and-Paper- oder Krimi-Freizeiten entstanden. Elemente daraus kommen zudem bei Netzwerkveranstaltungen der Teamer:innen, auf Sommerfreizeiten oder an Gemeindeabenden zum Einsatz. „Mein Aufgabengebiet ist inzwischen ein anderes. Wer Lust hat, sich einzubringen, ist herzlich eingeladen.“

Die Arbeit des Kreisjugenddienstes lebt davon, dass junge Menschen Verantwortung übernehmen und eigene Ideen einbringen – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.