Tierheim Sedelsberg

Viel Herzblut für Hund, Katze & Kaninchen

01.07.2026

Tieren vorübergehend eine sichere Bleibe ermöglichen, bevor sie in ein liebevolles neues Zuhause ziehen können – das ist die Mission des Tierheims Sedelsberg. Und das funktioniert auch deshalb, weil so viele helfende Hände das Team ehrenamtlich unterstützen.

Gegründet wurde das Tierheim Sedelsberg 1988 vom Tierschutzverein Friesoythe und Umgebung e. V., der bis heute Betreiber ist. Damals bestand der Verein aus 14 Mitgliedern, das Tierheim startete mit zwanzig Hundezwingern. Heute kümmert sich ein großes Team um viele hundert Tiere pro Jahr. „Unsere 14 hauptamtlichen Mitarbeitenden leisten Tag für Tag tolle Arbeit. Aber die Unterstützung unserer Ehrenamtlichen ist genau so wertvoll für uns“, so die Einschätzung von Kathi Heuvels, seit 2021 Schriftführerin beim Verein, der inzwischen auf 400 Mitglieder angewachsen ist.

Zwischen 20 und 30 Personen engagieren sich regelmäßig ehrenamtlich im Tierheim Sedelsberg. „Das Wichtigste für uns ist Zuverlässigkeit, außerdem Geduld und Spontanität. Denn der Alltag im Tierheim ist nicht planbar.“ Zum Beispiel, wenn kurzfristig eine Sicherstellung dazwischenkommt. Zuletzt musste das Tierheim 17 Dackel auf einmal in Obhut nehmen. „Der Zusammenhalt im Team ist enorm“, erzählt Heuvels stolz. „Da wird mit vereinten Kräften angepackt, damit alle Tiere sicher untergebracht werden können. Es ist immer eine Wahnsinnsleistung, die das Team in solchen Extremsituationen vollbringt.“

Blind Dates und Alltagstrainings

Die Möglichkeiten, sich zu engagieren, sind vielfältig: Manche holen Sachspenden im ganzen Landkreis und darüber hinaus ab, andere übernehmen die Reinigung von Fressnäpfen und Kuscheldecken oder gehen mit den Hunden Gassi. Wie zum Beispiel Ina Kröger. Einmal in der Woche begleitet sie die tierischen Bewohner in die Hundeschule. Außerdem hat sich eine feste Gruppe gebildet, die regelmäßig Ausflüge unternimmt. Angeleitet von einer Hundetrainerin geht es dann in die Stadt oder an den See. „Wir wollen den Hunden eine Auszeit aus dem Tierheimalltag ermöglichen und ihnen eine gute Zeit geben“, erklärt Kröger. „Zu sehen, wie sie durch die Spaziergänge immer weiter aufblühen und etwas dazulernen, ist total schön.“

Ein Highlight der letzten Monate: das „Bark Date“ – ein Blind Date für Hunde. Auf der Freilauffläche im Papenburger Stadtpark konnten Interessierte unverbindlich vorbeischauen, um die Hunde kennenzulernen. Eine wichtige Aktion, denn ihre Vermittlung ist deutlich schwieriger als die von Katzen oder Kleintieren. Vor allem bei Hunden mit Vorerkrankungen oder solchen, die durch negative Erlebnisse in der Vergangenheit anspruchsvoller in der Haltung sind als andere. Hinzu kommt der finanzielle Aspekt, so die Erfahrung von Kathi Heuvels: „Man merkt, dass die Leute in der aktuellen wirtschaftlichen Lage zweimal überlegen, ob sie die Verantwortung für einen Hund übernehmen können.“

Bis diese „Langzeitsitzer“, wie Heuvels sie liebevoll nennt, ein Zuhause gefunden haben, sind sie bei den Haupt- und Ehrenamtlichen des Tierheims in guten Händen. Am 1. August 2026 beginnt die nächste „Gassigeh-Schulung“. Sie findet alle drei Monate statt und bietet Interessierten die Möglichkeit, sich als ehrenamtliche Gassigeher:innen ausbilden zu lassen. Auch einen Kurs für die Pflege von Flaschenkätzchen wird das Tierheim demnächst wieder anbieten.

Menschen mit Hunden auf Wiese © Tierheim Sedelsberg
Hund unter Hindernis © Tierheim Sedelsberg
Menschen lachen n die Kamera © Tierheim Sedelsberg

Kuscheln und Kümmern

Durchschnittlich nimmt das Tierheim Sedelsberg pro Jahr etwa 500 bis 600 Katzen und 30 bis 50 Hunde auf. In diesem Jahr herrscht jedoch Ausnahmezustand: „Für gewöhnlich haben wir immer etwa ein Dutzend Kleintiere bei uns. In diesem Jahr mussten wir bereits 100 Kaninchen aufnehmen“, erzählt Kathi Heuvels. Ein Großteil stammt aus Sicherstellungen in Privathaushalten. Diese Zahl wächst, weil die Veterinärämter immer gründlicher arbeiten. „Das ist für die Tiere natürlich gut, bedeutet für uns aber sehr viel Mehrarbeit. Dazu kommt die Kittenschwemme, die wir jedes Frühjahr stemmen müssen.“

Auch wenn das Tierheim zeitweise bis unters Dach „ausgebucht“ ist, schaffen das hauptamtliche Team um Tierheimleitung Franka Thun und die viele ehrenamtlichen Helfer:innen es, sich liebevoll um alle Bewohner zu kümmern. So wie Gisela Wenz. Die 62-Jährige kam Anfang 2022 als ehrenamtliche „Katzenkuschlerin“ ins Team und hilft inzwischen bei allem, was im Katzenhaus an Arbeit anliegt: saubermachen, Fahrten zum Tierarzt übernehmen, Kitten aufpäppeln. „Für mich ist es das Schönste, wenn Flaschenkitten oder kranke ältere Katzen gesund und kräftig werden. Wenn sie dann auch noch in ein schönes Zuhause umziehen dürfen, fließen auch schon mal Tränen der Freude“, berichtet Wenz.

Engagement für Glücksmomente

Der Reiz für viele Ehrenamtliche ist, dass sie die Auswirkungen ihres Engagements unmittelbar miterleben. „Die Tiere tun meiner Seele gut und spiegeln viel von einem selbst“, findet Ann-Kathrin Albers, die seit 2023 bei den Hunden und Katzen aushilft. „Ich bewundere die Resilienz, die viele Tiere haben. Noch schöner sind die positiven Entwicklungen, die sie zeigen können, wenn man ihnen eine Chance und Unterstützung gibt.“

Der Öffentlichkeit gibt das Tierheim regelmäßig Einblicke in seine Arbeit. An fünf Tagen in der Woche ist es für Besucher:innen geöffnet. Wer sich für ein Ehrenamt interessiert, kann unverbindlich zu den Öffnungszeiten vorbeischauen. „Wir freuen uns immer über Zuwachs im Team“, sagt Kathi Heuvels. „An den Wochenenden sind viele Ehrenamtliche vor Ort, die die Gäste gern auf eine kleine Tour durchs Tierheim mitnehmen und ihnen alles zeigen.“ Die perfekte Gelegenheit also, sich umfassend zu informieren – und vielleicht bald selbst mit Tatkraft und Engagement das Tierheim Sedelsberg zu unterstützen.

Teamfoto Tierheim © Tierheim Sedelsberg

Mehr über das Tierheim Sedelsberg

Adresse: Friesoyther Straße 19, 26683 Sedelsberg

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 15 bis 18 Uhr

Weitere Infos unter

„„Das Wichtigste für uns ist Zuverlässigkeit, außerdem Geduld und Spontanität. Denn der Alltag im Tierheim ist nicht planbar.“ ”

Kathi Heuvels