Improvisation gehört dazu
Vieles lief parallel, kurzfristige Änderungen inklusive. Manchmal auch ganz unerwartet: Mitten während des Turniers musste nach einer Verletzung kurzfristig ein Rollstuhl organisiert werden. Eine halbe Stunde später war er vor Ort. „Solche Situationen zeigen, wie wichtig ein funktionierendes Netzwerk und schnelle Entscheidungen sind“, sagt Sliwinski.
Dabei half der Organisationschefin auch eine klare Haltung: „Richte deinen Fokus auf die Lösung und nicht auf das Problem.“ Diesem Mahatma Gandhi zugeschriebenen Leitsatz folgt Sliwinski nach eigenen Worten bis heute. Gerade in stressigen Phasen sei es wichtig, den Überblick zu behalten und pragmatisch zu handeln.
Für sie gab es 2025 im Übrigen noch eine sehr spezielle Herausforderung: Dank einer Wildcard nahm sie mit ihrer Klubkollegin Pauline Meyer auch selbst am Doppel-Wettbewerb teil – schied aber gleich in der ersten Runde aus. „Gegen ein Team aus der Bundesliga hatten wir am Ende einfach keine Chance.“ Nach dem Ausscheiden lag ihr Fokus wieder vollständig auf der Organisation.
Mit Rückenwind in die zweite Runde
Und das alles dann vom 29. Januar bis zum 1. Februar 2026 noch einmal. „Da haben wir natürlich stark von unseren Erfahrungen profitieren können“, erklärt Sliwinski. Viele Abläufe seien eingespielter gewesen, Abstimmungen schneller erfolgt, Herausforderungen früher erkannt worden. Gleichzeitig sei der Anspruch an die Veranstaltung gestiegen. „Man will es ja im zweiten Jahr noch besser machen als bei der Premiere.“ Details, die 2025 noch improvisiert werden mussten, konnten nun gezielt optimiert werden.
Für die Stadt Cloppenburg bedeutete die erneute Ausrichtung mehr als nur eine Wiederholung. Die doppelten Badminton-Meisterschaften erwiesen sich als sportliches Highlight und als Beleg dafür, was mit ehrenamtlichem Engagement möglich ist. Selbst Bürgermeister Neidhard Varnhorn griff für Pressefotos zum Badminton-Schläger. Und die Veranstaltung hinterließ nachhaltige Spuren: Seit den beiden Turnieren verzeichnet die Badminton-Abteilung des TV Cloppenburg einen spürbaren Zulauf. Immer mehr Kinder, Jugendliche und Erwachsene entdecken den Sport für sich und finden den Weg in die Halle.
Eine dritte Meisterschaft wird es in absehbarer Zeit allerdings nicht geben. Der organisatorische Aufwand sei enorm, sagt Mariele Sliwinski. Und ob sie noch einmal sieben Tage ihres Jahresurlaubs dafür opfern möchte, will sie jetzt nicht entscheiden. Ganz ausschließen will sie eine weitere Bewerbung aber nicht: „Vielleicht später mal!“ Denn eines ist klar: Sportevents zu organisieren, bleibt ihre Leidenschaft.