Im Bundestag

Das erste Mal

Jetzt kann ich es ja ­sagen: Besonders nervös war ich bei meiner ersten Rede im Deutschen Bundestag nicht. Es ging am 2. Februar 2018 um ein Thema, bei dem ich mich gut auskenne – „Unkontrollierte Population des Wolfes". Man kann mich nachts wecken und ich weiß sofort, was ich dazu ­sagen soll. Vermutlich hat mich die ­Spitze meiner Fraktion genau deshalb als Rednerin ausgewählt. Übrigens: Ich habe jedes Wort der Rede selbst geschrieben.

Silvia Breher Die Bundestagsabgeordnete über den 2. Februar 2018

Gerade zur Premiere will man möglichst viele kluge Dinge sagen. Alle schauen, was „die Neue" denn so drauf hat. Glücklicher­weise scheine ich überzeugt zu haben, auch wenn ich nur fünf Minuten Redezeit hatte. Die Reaktionen waren jedenfalls sehr positiv, viele Kolleginnen und Kollegen haben gratuliert. In den sozialen Medien und auf meiner Website wird die Rede noch immer oft aufgerufen. Das freut mich.

Dass sich meine Aufregung in Grenzen gehalten hat, verdanke ich übrigens in erster Linie der Urwahl ein Jahr zuvor in Vechta. Da musste ich mich bei 1.800 CDU-Mitgliedern gegen drei männliche Mitbewerber beweisen, um als ­Kandidatin für den Bundestag aufgestellt zu werden. Wer das übersteht, den kann dann auch Berlin nicht mehr schrecken.