Medizin auf Augenhöhe
Mit seinen nunmehr 39 Jahren gehört Matthias Böckmann zu einer Generation von Medizinerinnen und Medizinern, die vieles anders macht als ihre Vorgängerinnen und Vorgänger. Auf der Internetseite seiner Praxis zeigt er sich im legeren blauen Pullover. „Der weiße Kittel bleibt im Schrank“, sagt er. Augenhöhe mit seinen Patientinnen und Patienten ist ihm wichtig. „Wir reden so miteinander, dass wir uns verstehen.“ Fachchinesisch gehört nicht zu seinem Sprachschatz.
Der zweifache Familienvater versteht sich als Begleiter, der den Menschen mit seinem medizinischen Know-how Angebote macht, um ihnen bei ihren gesundheitlichen Problemen zu helfen. Medizin vom Fließband lehnt er ab. Dabei gewinnt die Digitalisierung in seiner Praxis zunehmend an Bedeutung. „Durch Online-Terminanfragen, elektronische Patientenakten und die Videosprechstunde schaffen wir mehr Flexibilität für unsere Patientinnen und Patienten, aber auch für das Praxisteam“, erklärt Böckmann.
Und so ist es längst nichts Ungewöhnliches mehr, wenn am Morgen sein Smartphone klingelt und sich ein Patient aus dem Österreich-Urlaub meldet. Ein Videocall mit Camper und Bergpanorama.
Flexibel und nah zugleich
Wichtig findet er, dass auch ältere Patientinnen und Patienten von der Digitalisierung profitieren und nicht den Anschluss verlieren. „Wir erklären viel, nehmen uns Zeit und zeigen, dass moderne Technik kein Hindernis ist, sondern eine Hilfe sein kann.“ Wer Unterstützung braucht, bekommt sie. Denn für Böckmann und sein Team gilt: „Wir wollen grundsätzlich ganz nah dran sein an den Leuten.“ Die persönliche Beziehung bleibt für ihn das Fundament. Unabhängig vom Kanal, über den sie entsteht.
Diese Haltung hat viel mit seinem eigenen Lebensweg zu tun. Schon als Kind wollte er Arzt werden. „Ich bin mit meiner schwerst-mehrfach behinderten Schwester aufgewachsen, die Vollzeit gepflegt werden musste“, berichtet er. Das habe ihm zum einen gezeigt, wie entscheidend eine verlässliche medizinische und pflegerische Versorgung für das Leben einer Familie ist. Und zum anderen, wie viel echte Zuwendung bedeutet. „Es geht in meinem Beruf eben nicht nur darum, medizinisch kompetent zu sein, sondern auch darum, sich wirklich zu kümmern. Also zuzuhören, zu erklären und tatsächlich da zu sein.“
Angekommen, um zu bleiben
Sein Einstieg in den Arztberuf war alles andere als geradlinig. Doch wer elf Semester lang auf einen Studienplatz wartet, braucht mehr als nur Durchhaltevermögen. Er braucht echte Überzeugung. Für Matthias Böckmann haben sich Beharrlichkeit und Geduld ausgezahlt. Heute lebt und arbeitet er in seiner Heimatstadt, ist in Damme fest verwurzelt – beruflich wie privat.
Auch den Maltesern, die ihn auf einem wichtigen Abschnitt begleitet haben, ist er treu geblieben: In der Ausbildung engagiert er sich bis heute, gibt sein Wissen weiter und bleibt Teil des Netzwerks, in dem alles begann. Und vielleicht liegt genau darin das Besondere dieser Geschichte: dass er nicht nur als Arzt zurückgekehrt ist, sondern genau dort Verantwortung übernimmt, wo er einst gelernt hat, was Fürsorge bedeutet.
„Der weiße Kittel bleibt im Schrank. Und wir reden so miteinander, dass wir uns verstehen." - Matthias Böckmann