Straßentheater bringt Bewegung ins Lohner Stadtfest
Mal entsteht ein Porträt mit einer Wunderkerze, mal schweben riesige Seifenblasen über den Köpfen des Publikums. Eine Marionette scheint plötzlich ein Eigenleben zu entwickeln, eine weiße Figur wird von den Zuschauerinnen und Zuschauern zum Kunstwerk gemacht und andernorts geraten Obst, Gemüse und sogar eine Kettensäge in die Hände eines Jongleurs. Beim Lohner Stadtfest am Samstag und Sonntag (12. und 13. September) wird die Innenstadt nicht nur zur Festmeile, sondern auch zur Bühne. Mit „Till the Night“ am Samstagabend und dem Straßentheater-Festival „Till the Sky“ am Sonntagnachmittag ist die Straßenkunst an beiden Tagen Teil des Programms.
Den Auftakt macht am Samstag ab 18 Uhr „Till the Night“ auf und rund um den Marktplatz. Dort verbindet sich das Straßentheater mit der Livemusik der Shingaling Brothers.
Mit dabei ist Elias von Bubbles for Fun. Der Seifenblasenkünstler lässt große und kleine Blasen entstehen, füllt sie mit Rauch und schließt sogar Menschen darin ein. Einen völlig anderen Zugang zum Porträt wählen Timo Pitkämö und Tobias Kipp: Die Wunderkerzenzeichner brennen mit handelsüblichen Wunderkerzen Gesichter auf Papier. Ihre als Pyrografie bezeichneten Porträts entstehen nach Angaben der Künstler in durchschnittlich 84 Sekunden.
Wenn es dunkel wird, übernehmen die Eventpuppets. Ihre Feuershow verbindet Feuerartistik, Choreografie und Musik mit eindrucksvollen Großfiguren. Flammen und Licht setzen damit einen markanten Schlusspunkt unter das Straßentheater am Samstagabend.
Sechs Spielflächen werden am Sonntag zur Bühne
Am Sonntag weitet sich das Geschehen aus. Beim Straßentheater-Festival „Till the Sky“ verteilen sich die Aufführungen auf sechs feste Spielflächen über nahezu die gesamte Innenstadt. Dazwischen bewegen sich Walking Acts durch das Publikum. Das Prinzip des Festivals ist damit denkbar einfach: Nicht das Publikum muss in ein Theater kommen – das Theater kommt zum Publikum.
Wie unterschiedlich Straßentheater sein kann, zeigt das Programm. Bei Blank – Living Statue beginnt die Vorstellung mit einer vollständig weißen Figur. Pinsel und Farbe liegen jedoch in den Händen der Zuschauerinnen und Zuschauer. Sie bemalen Blanko Schicht für Schicht und machen die lebende Statue so selbst zum Kunstwerk.
Deutlich turbulenter geht es bei Christoph Engels zu. Der Gaukler und Jongleur verwandelt alltägliche Dinge in Requisiten: Obst und Gemüse fliegen durch die Luft, ebenso eine laufende Kettensäge. Auch ein großer Industrieventilator gehört zu einer Inszenierung, die bewusst mit dem Eindruck spielt, die Situation könne jederzeit außer Kontrolle geraten.
Eine leisere Form des Theaters zeigt Alex Barti. Die von Alex Mihajlovski geschaffene Marionette wird über mehr als 40 nahezu unsichtbare Fäden gesteuert. Körper, Hände und einzelne Finger können sich bewegen; selbst Emotionen vermittelt die Figur allein durch Bewegung, Mimik und Musik. Die „Alex Barti Show“ kommt vollständig ohne Sprache aus und verbindet Puppenspiel, Pantomime und Comedy.
Akrobatik und Theater treffen bei Kira & Anders aufeinander. In ihrer Zirkustheater-Produktion „Das phantastische Grammophon“ gerät ein scheinbar gewöhnlicher Nachmittag von Mr. und Mrs. Twistly zunehmend durcheinander. Aus einem verrücktspielenden Grammophon, Alltagsgegenständen und den Versuchen des Paares, trotzdem weiterzutanzen, entwickelt sich eine Geschichte mit Partnerakrobatik und Kunst am chinesischen Mast.
Auch Pantomime Bastian sucht den unmittelbaren Kontakt zum Publikum. Mit seiner mobilen Fruit Bar verbindet er pantomimisches Spiel mit kleinen Snacks aus Nüssen, Trockenobst und weiteren Zutaten. Elias zeigt am Sonntag erneut seine Seifenblasenkunst. Hinzu kommt das Oskar-Spielmobil mit Großspielen, Rätseln und Tüfteleien für verschiedene Generationen.
Mit „Till the Night“ und „Till the Sky“ zieht sich das Straßentheater damit durch beide Tage des Stadtfestes – am Samstagabend konzentriert auf den Marktplatz und verbunden mit Musik, am Sonntag als eigenes Festival über die Innenstadt verteilt.
Das vollständige Programm mit den Spielorten und Auftrittszeiten ist unter www.stadtfest-lohne.de zu finden.