Unternehmen entwickeln gemeinsam mit Studierenden und Experten KI-Prototypen
Künstliche Intelligenz (KI) ist in vielen Unternehmen angekommen, doch der Schritt von der Idee zur konkreten Umsetzung stellt weiterhin eine zentrale Herausforderung dar: Welche Anwendungsfälle sind realistisch? Wie lassen sich Lösungen schnell testen? Und wie gelingt der Einstieg ohne hohe Investitionsrisiken? Genau hier setzt der zweitägige KI-Hackathon Hansalinie an, bei dem nicht der fachliche Austausch im Vordergrund steht, sondern die konkrete Arbeit an realen Problemstellungen aus Unternehmen der Region. Interdisziplinäre Teams aus Studierenden, Unternehmensvertreterinnen und -vertretern sowie KI-Expertinnen und -experten entwickeln innerhalb kurzer Zeit erste funktionierende Prototypen, technische Konzepte und umsetzbare Lösungsansätze, die zum Abschluss live präsentiert werden.
Das Format wird von einem starken regionalen Netzwerk aus Wirtschaft, Hochschulen und Technologiepartnern initiiert. Dazu zählen der Verein Wachstumsregion Hansalinie mit seiner Geschäftsstelle beim Landkreis Cloppenburg, der Landkreis und die Stadt Vechta, die Private Hochschule für Wirtschaft und Technik (PHWT), das Unternehmen AMD sowie weitere Partnerinnen und Partner. Im Zentrum steht die enge Zusammenarbeit zwischen Unternehmen entlang der Hansalinie, die konkrete Herausforderungen einbringen, Studierenden, insbesondere aus dualen Studiengängen, sowie erfahrenen KI-Expertinnen und -experten und moderner Technologieinfrastruktur. So entsteht ein direkter Transfer zwischen betrieblicher Praxis, akademischem Know-how und technologischer Umsetzung. Ein zentrales Element sind sogenannte „Challenges“, also reale Fragestellungen aus dem Unternehmensalltag. Gesucht werden unter anderem Themen aus der Qualitätsprüfung in der Produktion, der vorausschauenden Wartung, der Logistik- und Routenoptimierung, der Bedarfs- und Produktionsprognose sowie dem Wissensmanagement oder internen KI-Assistenten. Unternehmen sind ausdrücklich eingeladen, eigene Herausforderungen einzubringen und aktiv mitzuwirken.
Alle eingereichten Fragestellungen werden im Vorfeld gemeinsam mit einem Expertenteam auf Machbarkeit und Relevanz geprüft und anschließend verbindlich zu- oder abgesagt. Ziel ist es, die Bearbeitung im Hackathon realistisch zu gestalten und Erwartungshaltungen von Beginn an transparent und fair zu steuern.
Bereits jetzt haben rund 70 dual Studierende der PHWT ihre Teilnahme zugesagt. Durch ihre enge Verzahnung mit Unternehmen bringen sie nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch konkrete Praxiserfahrungen in die Teams ein. Weitere Hochschulen aus Niedersachsen und angrenzenden Regionen wurden angefragt und sind eingeladen, sich ebenfalls zu beteiligen.
Für die technische Umsetzung stehen moderne KI-Infrastrukturen zur Verfügung: von lokalen Systemen bis hin zu Cloud-Ressourcen. Unterstützt wird dies durch das AMD University Program, das Hardware, Software und Trainingsangebote bereitstellt. Gleichzeitig wird bewusst auf Low- und No-Code-Ansätze gesetzt, um den Zugang zu KI-Anwendungen zu erleichtern und auch Unternehmen ohne tiefgehende Vorkenntnisse einzubinden.
„Viele Unternehmen wissen, dass KI-Potenzial hat, aber ihnen fehlt der konkrete Einstiegspunkt. Genau diesen schaffen wir mit dem Hackathon: Wir bringen reale Herausforderungen, passende Technologien und die richtigen Menschen zusammen und zeigen innerhalb von zwei Tagen, was tatsächlich möglich ist“, sagt Jens Stapelfeldt, Global AI Lead (AUP) bei AMD.
Zusätzliche Impulse ergeben sich durch die parallel stattfindenden XR-Fachtage am zweiten Veranstaltungstag in den VEC-Hallen. Dadurch entstehen weitere Anknüpfungspunkte zwischen KI- und XR-Anwendungen sowie zusätzliche Möglichkeiten zum Austausch und Networking. „„Unser Anliegen ist es, in der Region ein tragfähiges und nachhaltiges KI-Umfeld aufzubauen und Firmen den Zugang zur praktischen Anwendung von KI zu erleichtern. Im Fokus stehen dabei nicht fertige Lösungen, sondern fundierte Entscheidungsgrundlagen, realistische Bewertungen der Umsetzbarkeit sowie konkrete Impulse für die nächsten Schritte im Unternehmen“, erklärt Ulrike Meyer, Wirtschaftsförderin des Landkreises Vechta.
Unterstützt und gefördert wird das Format von verschiedenen Partnerinnen und Partnern, u.a. dem Metropolregion Bremen-Oldenburg im Nordwesten e.V.
Der KI-Hackathon findet am Mittwoch und Donnerstag, den 3. und 4. Juni 2026, in den VEC-Hallen Vechta, Buchholzstraße 14, 49377 Vechta, statt. Sie richtet sich an Vereinsmitglieder und Unternehmen aller Branchen, insbesondere aus dem Mittelstand. Die Teilnahme ist kostenfrei, die Plätze sind stark begrenzt.
Weitere Informationen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Interessierte unter https://hackathon.hansalinie.eu. Eine frühzeitige Kontaktaufnahme wird empfohlen.
Mi, 3. Juni 2026 | 9:00 – 23:59 Uhr
Do, 4. Juni 2026 | 9:00 – 23:59 Uhr