Schon mal was von Rolf Dieter Brinkmann gelesen? Nö. Aber Sie haben Interesse,
diesen bundesweit bekanntesten Sohn Vechtas kennenzulernen, der die deutsche Literatur des 20. Jahrhunderts prägte wie wenige andere Schriftsteller? Dann ist der dritte Literaturabend der Kulturstiftung Rolf Dieter Brinkmann eine gute Gelegenheit. Am Freitag (25. September) ab 19.30 Uhr im Kombinat in Vechta lautet das Motto wieder “Bürger lesen Brinkmann”.
In diesem Jahr lesen Interessierte in entspannter Kneipen-Atmosphäre aus Briefen Rolf
Dieter Brinkmanns, die dieser in seinen jungen Vechtaer Jahren geschrieben hat. Diese
Briefe aus den Jahren 1956 bis 1959 hat der Vechtaer Germanist Prof. Dr. Markus Fauser jüngst im ersten Band seiner Brinkmann-Briefe-Edition veröffentlicht. Sie sind ein Stück Vechtaer Zeitgeschichte. In diesen Briefen zieht Brinkmann durch die Große Straße in den Welper Wald, durch Kneipen und Cafés bis in den geliebten Laden von Buchhändler Korth.
Für den passenden musikalischen Sound sorgt die Vechtaer Band “Fire and Rain”: Gerd
Koch, Nils Gerhardts und weitere Musiklehrer der Kreismusikschule Vechta. Der Eintritt ist frei, um eine Spende für die Arbeit der Kulturstiftung wird im Laufe des Abends gebeten.
Mitmachen ist unkompliziert: Wer Lust hat zu lesen, meldet sich gerne über die Mailadresse rolf-dieter@kulturstiftung-brinkmann.de bei Professor Fauser, der interessante Ausschnitte aus Brinkmanns Briefen jener Zeit zusammengestellt hat. Der Vorstand der Kulturstiftung freut sich auf eine für Lesende und Hörende gleichermaßen spannende Erfahrung. An diesem Abend informiert die Stiftung auch gerne über den Planungsstand des Vechtaer Brinkmann-Kulturhauses.
Der 1975 bei einem Autounfall in London verstorbene Schriftsteller ist einer der
wirkmächtigsten deutschen Literaten des 20. Jahrhunderts. Geboren und aufgewachsen ist der Schriftsteller in Vechta. Sein schonungsloses Werk ist stark autobiographisch geprägt. In seiner Heimatstadt galt Brinkmann lange als Rebell und “Nestbeschmutzer”. Das ist aber nur die halbe Wahrheit.
Die im Sommer 2023 gegründete Kulturstiftung will die historische Persönlichkeit und ihr Werk in Gänze ins Licht der Vechtaer Öffentlichkeit stellen. Ziel der Stiftung ist eine
Dauerausstellung zahlreicher beeindruckende Zeugnisse und Dokumente Brinkmanns aus seinen Vechtaer Jahren. Diese lagern heute noch im Keller der Universitätsbibliothek. Auch die Unterstützung regionaler Literaturprojekte und regelmäßige Kultur- und Literaturabende sind Anliegen der Stiftung.