Ein besonderer Schwerpunkt ist das Waldbaden. Was steckt dahinter?
Das Gesundheitsformat Waldbaden heißt im Herkunftsland Japan „Shinrin Yoku“. Wörtlich übersetzt bedeutet es „Abtauchen in die Atmosphäre des Waldes“. Damit wird deutlich, dass es darum geht, den Wald achtsam zu erleben und von seinen wissenschaftlich nachgewiesenen gesundheitsfördernden Effekten auf Körper, Geist und Psyche zu profitieren. Immerhin wird Waldbaden z. B. in Japan oder Neuseeland sogar auf Krankenschein vom Hausarzt verschrieben!
Die Oldenburger Münsterländer:innen haben die Natur vor der Haustür. Warum braucht es hier trotzdem solche Impulse?
Wir können uns glücklich schätzen, in einer Region zu leben, die durch die Schönheit und Vielfalt der Natur andere Menschen anlockt, um hier z. B. ihren Urlaub zu verbringen. Häufig treffen wir sehr fleißige Mitmenschen, bei denen die Vermutung nahe liegt, dass sie sich durch einen Gewöhnungseffektim Alltagstrott dieses Umstandes gar nicht mehr bewusst sind.
Zählt auch der Sonntagsspaziergang?
Das Waldbaden ist etwas anderes als ein Familienspaziergang am Sonntag oder das alltägliche Gassigehen mit dem Hund. Der Mensch und das eigene Wohlbefinden stehen im Mittelpunkt, wenn kurzweilige Aktivitäten, wie angepasste Qi-Gong-Übungen, Achtsamkeitsaufgaben, kleine Meditationen und Atemtraining zur Stressreduktion und Entspannung beitragen.
Beim Indoor-Waldbaden holen Sie das positive Erlebnis sogar in Alters- und Pflegeeinrichtungen...
Menschen, die in Alters- und Pflegeeinrichtungen wohnen, haben oft keinen unmittelbaren Kontakt zur Natur oder zum Wald. Unter dem Motto: „Wenn der Mensch nicht in den Wald kommt, dann kommt der Wald eben ins Haus!“ holt die WUNSCH die Gerüche, Lichter, Geräusche und Materialien aus dem Wald ins Haus und aktiviert damit alle Sinne.
Und wie kommt das an?
Sehr gut, viele Bewohner:innen leben spürbar auf, verbinden das Erlebte mit Erinnerungen. Die Dammer Bürgerstiftung hat das Projekt sogar mit einem Förderpreis ausgezeichnet. Wir freuen uns sehr, dass das Interesse an einer Durchführung dieses Green-Care-Formates zurzeit stark wächst. Das Konzept ist mit seinem hohen Materialeinsatz nach unseren Recherchen offenbar im deutschsprachigen Raum einzigartig – es wurde bereits ein markenrechtliches Verfahren in die Wege geleitet.