Ein starkes Netzwerk: Fortbildungen seit über zehn Jahren
Die Trainings sind in Vechta längst fester Bestandteil der Qualitätssicherung. „Organisiert von der Kinderklinik Vechta finden bereits seit über 15 Jahren einmal im Monat ganztägige Reanimationsfortbildungen für die behandelnden Teams in der Kinderheilkunde, Anästhesie sowie Geburtshilfe statt“, so Mayer. „Ziel ist es, die Versorgung der Kinder in lebensbedrohlichen Situationen ständig zu optimieren.“
Dabei bleibt es nicht beim eigenen Haus: Auch Mitarbeitende externer Geburtskliniken, die von der Kinderklinik mitbetreut werden, können teilnehmen. Ziel ist, dass Abläufe, Kommunikation und Rollenverteilung im Ernstfall nicht erst gefunden werden müssen – sondern bereits verinnerlicht sind.
Das Trainingsteam besteht aus Kinderärzten und Kinderkrankenschwestern, die dafür speziell ausgebildet wurden. Mit verschiedenen Trainingspuppen und technischem Equipment werden Szenarien so realistisch wie möglich nachgestellt – von der ersten Einschätzung über die Stabilisierung bis hin zur Reanimation. Die neue Puppe „Anne“ erweitert diese Möglichkeiten nun um ein besonders sensibles Einsatzfeld: die Versorgung extrem früh geborener Kinder.
Finanziert wurde „Anne“ durch eine besondere Spendenaktion: Mehrere Zahnarztpraxen aus der Region sammelten Edelmetalle – darunter alte Kronen und Brücken, aber auch Schmuck, der nicht mehr getragen wird. Insgesamt kamen rund 18.000 Euro zusammen.
Möglich gemacht durch regionale Zusammenarbeit
Die Edelmetalle werden durch die Bremer Goldschlägerei Bego eingeschmolzen, sortenrein getrennt und anschließend angekauft. Alle beteiligten Partner arbeiten dabei unentgeltlich – der Erlös kommt vollständig der Kinderklinik zugute.
Chefarzt Dr. Oliver Schirrmacher betont dabei vor allem die Bedeutung der regionalen Zusammenarbeit: „Auch in der ländlichen Gegend des Oldenburger Münsterlandes ist eine gut miteinander vernetzte Versorgung unserer Kinder durch gut ausgebildete Kinderärzte mit der Möglichkeit, auch spezialisierte Untersuchungen anbieten zu können, sehr bedeutsam.“
Für ihn ist entscheidend, dass Wege kurz bleiben – und die Versorgung gemeinsam gedacht wird: „Die in den Kinderarztpraxen und der Kinderklinik Vechta arbeitenden Ärzte, aber auch die Allgemeinmediziner sind untereinander bestens vernetzt und sprechen sich in der Versorgung auch sehr kranker Kinder auf kürzesten Wegen ab.“
Dass diese Zusammenarbeit funktioniert, liege auch an gemeinsamen Standards und Routinen: „Gemeinsame Weiterbildungen, gemeinsames Training von Notfallsituationen und Absprache von spezialisierten Untersuchungen sind deshalb zu einer Selbstverständlichkeit geworden“, so Schirrmacher.
Damit das auch in Zukunft so bleibt, setzt die Region auf Ausbildung und Bindung: „So ist eine sehr umfassende Ausbildung der jungen Kinderärzte möglich, damit diese später unsere kranken Kinder bestmöglich innerhalb unserer Region betreuen können“, erklärt der Chefarzt. Sein Ziel ist klar: „Das soll auch in Zukunft in unserer Region zum Vorteil unserer Kinder so bleiben.“