Digitaler Unterricht

iPad statt Kreidetafel

10.12.2022

Interaktive Tafeln, iPads, Webcams – befördert durch die Pandemie hat die Digitalisierung endlich auch in den Schulen Einzug gehalten. Die Städte und Gemeinden der Region haben in den letzten beiden Jahren erhebliche Geldsummen investiert, um den Schülerinnen und Schülern optimale Voraussetzungen für das digitale Lernen bieten zu können.

Beharrlichkeit zahlt sich aus. Diese Erfahrung machten im Sommer 2021 die Verantwortlichen der Heinrich-von-Oytha-Schule in Altenoythe. Vom Netzwerk „MINT Zukunft schaffen" war sie als „Digitale Schule" ausgezeichnet worden. Schulleiter Rasmus Braun war sichtlich zufrieden: „Wir haben uns in den vergangenen Jahren intensiv mit dem Thema Digitalisierung auseinandergesetzt und sind sehr stolz jetzt als erste Schule im Landkreis diese Auszeichnung zu erhalten." In allen fünf Prüfungskategorien hatte seine Schule exzellente Bewertungen erhalten.

Profitiert vom Digitalpakt Schule

Die Digitalisierung der Schulen schreitet im Oldenburger Münsterland zügig voran. Die Bildungseinrichtungen haben dabei in den letzten Jahren insbesondere vom Digitalpakt Schule profitiert. Dafür wurden bundesweit zunächst mehr als 520 Millionen Euro bereitgestellt, die vor allem in eine digitale Grundausstattung geflossen sind. Infolge der Pandemie hat die Bundesregierung die mit den Ländern geschlossene Vereinbarung nochmals ergänzt, um Schülerinnen und Schülern die Anschaffung mobiler digitaler Endgeräte zu ermöglichen.

Beispiel Friesoythe: In der Eisenstadt stand insgesamt rund eine Million Euro zur Verbesserung der IT-Infrastruktur und der IT-Ausstattung zur Verfügung. Inzwischen wurde mehr als die Hälfte investiert – unter anderem in den Aufbau und die Verbesserung der digitalen Vernetzung in Schulgebäuden und auf dem Schulgelände sowie die Einrichtung von schulischem WLAN. Bis zum Ende der Maßnahme im Jahr 2024 stehen auf dem Plan etwa noch der Aufbau und die Weiterentwicklung digitaler Lehr- bzw. Lern-Infrastrukturen, die Anschaffung von Anzeige- und Interaktionsgeräten sowie digitaler Arbeitsgeräte, insbesondere für die technisch-naturwissenschaftliche Bildung.

Wenn sich Schülerinnen und Schüler bzw. ihre Eltern selbst kein geeignetes digitales Endgerät leisten können, springt das Land Niedersachsen mit einem „Sofortausstattungsprogramm" ein. Etwas ähnliches gibt es auch für Lehrkräfte. Die Schulträger erhalten ein Budget entsprechend der Anzahl der hauptberuflichen bzw. hauptamtlichen Pädagogen in ihren Schulen. In Dinklage wurde berechnet, dass sich die Kosten allein für die Lehrer-Tablets an den drei örtlichen Schulen auf rund 88.000 Euro belaufen werden.

Medienkompetenzzentrum eröffnet

Mit der Weiterentwicklung von Bildung im Zeitalter der Digitalisierung beschäftigt man sich im Medienkompetenzzentrum Vechta, das im Juni 2021 als gemeinsame Einrichtung des Landkreises und der Universität eröffnet wurde. Wissenschaft und Praxis finden hier zusammen, um Schulunterricht zu analysieren, neue Konzepte für Medienbildung zu entwerfen und Schulen mit technischem und didaktischem Knowhow zu unterstützen. Die Initiatoren bezeichnen das Zentrum als Meilenstein, weil es Schülerinnen und Schülern „einen leichten und sichereren Zugang zur digitalen Welt" vermittle und „als Türöffner zur Digitalisierung in die Gesellschaft hinein" wirke.

Das Herzstück des Medienkompetenzzentrums bildet ein digital ausgestatteter Klassenraum, das Learning Lab. Hier werden reale Unterrichtssituationen erprobt und analysiert. Schülerinnen und Schüler können digitale Medien ausprobieren und Podcasts oder Videos produzieren. Die Geräteausleihe ermöglicht es, Roboter zum Selber-Programmieren mitzunehmen – oder etwa eine Greenbox, die Spezialeffekte im Videoschnitt möglich macht.

Weitere Bildungsthemen

Bildungsangebote im Oldenburger Münsterland

Digitaler Unterricht

iPad statt Kreidetafel

Interaktive Tafeln, iPads, Webcams – befördert durch die Pandemie hat die Digitalisierung endlich auch in den Schulen Einzug gehalten. Die Städte und Gemeinden der Region haben in den letzten beiden Jahren erhebliche Geldsummen investiert, um den Schülerinnen und Schülern optimale Voraussetzungen für das digitale Lernen bieten zu können.

© steveriot1/Pixabay
Arbeitsmarkt

Abitur der Zukunft

Rund 120 Schülerinnen und Schüler legen jedes Jahr an den BBS am Museumsdorf in Cloppenburg erfolgreich ihre Abiturprüfungen ab. Zur Wahl stehen ihnen dabei die beruflichen Fachrichtungen Wirtschaft, Agrarwirtschaft, Ökotrophologie, Sozialpädagogik sowie Gesundheit und Pflege. Zwei Absolventen des Beruflichen Gymnasiums berichten, welche Bedeutung für sie dieser praxisund berufsorientierte Weg zum Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife hatte.

© Johannes Glup
Berufsorientierung

Kontakte knüpfen im Bildungscampus

In Lastrup können Schüler:innen der Oberschule künftig in einem Bildungscampus eine umfassende Berufsorientierung in Anspruch nehmen. Auch regionale Betriebe profitieren: Sie haben die Möglichkeit vor Ort ihr Ausbildungsangebot zu präsentieren, mit den Schüler:innen in Kontakt zu treten und so ihre Fachkräfte von morgen zu finden.

© francescoridolfi.com / 424729563
Lebenswelt

Wie Schulen Corona trotzen

Digitalisierung und Corona sind Schlagworte, um die im Jahr 2020 im Schulbereich niemand herumkam. Eigentlich haben diese Begriffe nichts miteinander zu tun. Ist doch das erste eine 2019 ins Leben gerufene bundesweite Maßnahme, die bis Ende 2024 das digitale Zeitalter in deutschen Schulen eröffnen soll. Und das zweite eine Pandemie, deren Auswirkungen erst mit dem bundesweiten Lockdown im März 2020 mit voller Gewalt in unser Leben eintrat. Doch plötzlich waren diese Themen ganz eng miteinander verzahnt.

© BMO
Lebenswelt

Teilhabe am Arbeitsleben

Unter dem Motto „Vielfalt leben!" begeht das Andreaswerk e. V. in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Zeit, um innezuhalten? „Nur bedingt", schmunzelt Geschäftsführer Matthias Warnking. Immerhin müsse der Betrieb in den Einrichtungen wie gewohnt weiterlaufen. Knapp 2.000 Plätze für Menschen mit Beeinträchtigungen betreut der Verein aktuell – in der Frühförderung, den Kindergärten, der Erich Kästner-Schule, den Werkstätten oder im Rahmen der Wohn- und Assistenzangebote.

© Melanie Thiel, Andreaswerk
Partnerschulen

Über den Tellerrand

Viele Schulen im Oldenburger Münsterland pflegen seit Jahren den intensiven Austausch mit Partnerschulen in ganz Europa.

Journalismus am Gymnasium Damme

Mehr als nur Schreiben

Eigentlich bin ja ich es, die als ­Journalistin Fragen stellt. Nun aber soll ich ­plötzlich Antworten geben. „Was ist denn das Oho-­Magazin?" oder „Wie sieht Ihr Berufsalltag aus?". Um mich herum haben sich neugierige Schülerinnen und Schüler versammelt. Neuntklässler vom Gymnasium Damme. Sie alle haben Interesse am Journalismus und arbeiten gerade an einem Podcast.

© malopo / STOCKWERK2 | Verbund Oldenburger
Weil Wissen zählt!

Breit aufgestellt in Sachen Bildung

Die Schullandschaft in der Region ist breitgefächert und bietet für jedes Kind mit seinen individuellen Lernweisen und Talenten den passenden Rahmen. Ein Video – frisch aus der Produktion – gibt Einblicke in die Welt der Bildung und stellt heraus, welche Ideen die einzelnen Schulen verfolgen und welche Schwerpunkte sie setzen.

© Oldenburger Münsterland
Geheimnisvoll: Saterfriesisch

Europas kleinste Sprachinsel soll wachsen

Im nördlichen Landkreis Cloppenburg droht eine Heimatsprache auszusterben: das Saterfriesische. Zwei Lehrerinnen kämpfen dagegen an – auch weil sie wissen, dass Zweisprachigkeit für Kinder eine gute Sache ist.

Mathematik? Für viele Schulkinder ist das ein Graus. Und nun auch noch „Mathe ap Seeltersk"? Kein Problem, meint dagegen Ingeborg Remmers. Sie ist Lehrerin an der Litje Skoule Skäddel, der saterfriesischen Grundschule in Scharrel. Und sie ist mit großer Leidenschaft dabei, eine kurz vor dem Untergang stehende Regionalsprache zu retten.

© milanvirijevic / iStockphoto
Saterfriesisch

So retten wir unsere Sprache

Es klingt ein wenig wie Plattdeutsch, aber das Saterfriesische ist eine eigenständige Sprache. Zwischen 1.000 und 2.000 Menschen im Saterland beherrschen sie und sorgen für ihr Weiterleben. Henk Wolf kümmert sich in der Gemeinde beruflich darum.

Beruflicher Nachwuchs

Die Fachkräfte von morgen

Eine Ausbildung, die nicht von der Stange ist – auf der Wunsch­liste junger ­Berufseinsteiger steht dieser Punkt vor allem in den ­letzten Jahren ganz weit oben. Um ihrer Forderung gerecht zu werden, ­entwickeln immer mehr Unternehmen maß­geschneiderte Angebote für Nachwuchskräfte.

© Heiko Warnke
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Thema „Schule und Orientierung”