Das Oldenburger Münsterland – eine Erfolgsgeschichte

Original mit Potenzial

Das Oldenburger Münsterland ist eine Region voller Chancen und Überraschungen. „Ach nein, damit hätte ich jetzt nicht gerechnet", diesen erstaunten Ausspruch hört man oft in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta. Es lohnt sich also, genauer hinzusehen, was sie zu bieten haben.

Kindergeschrei ist Zukunftsmusik. Nirgendwo hat dieser Satz eine größere Aussagekraft als zwischen Oldenburg und Osnabrück. Nirgends in Deutschland kommen Jahr für Jahr mehr Babys auf die Welt. Nach einem Landstrich, in dem der Altersdurchschnitt niedriger liegt, sucht man vergebens. Kinder, das wird schnell deutlich, werden in erster Linie als Chance, als Verheißung auf ein gutes Morgen und Übermorgen gesehen.

Lokal verankert, global aktiv

Die Kids werden in eine Region hineingeboren, der es wirtschaftlich bestens geht. Eine Vielzahl von globalen Marktführern und Hidden Champions hat hier ihren Firmensitz. Die meisten sind tief in der Gegend verankert und vernetzt, viele aber auch mit Filialen längst auf anderen Kontinenten vertreten. Namen wie Grimme, Pöppelmann oder Big Dutchman haben weltweit einen guten Klang. Heimatverbundenheit trifft auf Weltoffenheit.

Der Erfolg kommt nicht von ungefähr. Harte Arbeit zahlt sich aus. Noch in den 1970er Jahren betrug die Arbeitslosigkeit in Teilen der beiden Landkreise, die einst zum festen Bestandteil des ehemaligen Oldenburger Landes zählten, über 30 Prozent. Heute liegt sie bei weniger als fünf. Und das Wirtschaftswachstum erreicht Jahr für Jahr Höchstwerte.

Mit der Autobahn fing es an

Auslöser für den Aufschwung der bis dahin weitgehend landwirtschaftlich geprägten Region war die Fertigstellung der Bundesautobahn 1. Seither fühlt man sich in Lohne und Vechta, in Damme, Cloppenburg und den 19 anderen Gemeinden nicht mehr vom Rest der Republik abgekoppelt. Im Gegenteil: Die Lage zwischen den deutschen Seehäfen und dem Ruhrgebiet wurde zum großen Standortvorteil.

Heute gilt das Oldenburger Münsterland als „Silicon Valley der Agrartechnologie" und als ein Zentrum der europäischen Kunststofftechnik. Stark vertreten sind ferner der Maschinen- und Anlagenbau, die Ernährungswirtschaft sowie die Bauwirtschaft. Und jede dieser Branchen verfügt über großes Zukunftspotenzial, Fachkräfte werden fast überall gesucht. Dem Nachwuchs eine Chance!

In den Rekordlisten gut vertreten

Und auch für Urlauber gilt: Willkommen! Feriengästen bieten sich fünf Erholungsgebiete als attraktive Reiseziele an – jedes mit einem ganz eigenen und unverwechselbaren Profil. Sowohl Radwanderer und Wassersportler als auch Natur- und Kulturfreunde finden hier passende Angebote.

Und sie stoßen immer wieder auf Unerwartetes. Carneval in Damme? Warum nicht? Fröhliche Närrinnen und Narren haben ihn längst zum größten im Norden gemacht. Oder ein Ausflug ins Saterland: Hier ist nicht nur die Heimat von Deutschlands letztem schiffbaren Fehnkanal, sondern ebenso die von Europas kleinster Sprachminderheit.

Großen Reiz auf Zugvögel und ihre Beobachter übt das Goldenstedter Moor aus. Jeden Herbst legen Zehntausende von Kranichen hier einen Zwischenstopp auf ihrem weiten Weg in wärmere Gefilde ein. Und selbstverständlich genießt das Oldenburger Münsterland als Pferde- und Reiterregion weltweit über einen exzellenten Ruf.

Kurze Wege, Pragmatismus, Klartext

Andere Regionen im ländlichen Raum versuchen, sich am Oldenburger Münsterland zu orientieren und hinter sein Erfolgsrezept zu kommen. Das gelingt indes kaum. Sein Geheimnis hat nämlich viel mit den besonderen Voraussetzungen zu tun. Mit den Menschen, die hier leben und so mancher Schwierigkeit getrotzt haben. Ewigkeiten waren sie durch die weiten Moorlandschaften von der Außenwelt isoliert und auf sich selbst angewiesen.

Das schweißt zusammen und fördert die tief verwurzelte Mentalität der Selbstständigkeit. Zudem sind die Entscheidungswege kurz, ist Pragmatismus gefragt und Klartext der bevorzugte Sprachstil. Ferner zeigt sich, wie wichtig es ist, dass die Landkreise Cloppenburg und Vechta auf regionale Eitelkeiten verzichten und gemeinsame Sache machen.

Das alles lässt sich glücklicherweise nicht so einfach kopieren. Und im Zweifelsfall ist das Original sowieso besser als jede Nachahmung. Davon haben dann später auch die folgenden Generationen etwas.