Carneval

Damme Helau!

Närrisch geht es nur Rheinland zu? Von wegen! Damme ist die Karnevalshochburg im Nordwesten. Am 5. Februar startet wieder Norddeutschlands größter Rosenmontagsumzug. Wie kommt es zu dieser Tradition?

Sie schreiben ihren „Carneval" mit C, sie sind ein bisschen früher dran als die Kollegen am Rhein – und dennoch kommen Anfang Februar erneut Zehntausende von Narren nach Damme im Landkreis Vechta, um den beiden bunten Umzügen beizuwohnen. Am Sonntag geht es los und auch tags darauf rollen beim vorgezogenen Rosenmontagsumzug rund 200 Motivwagen durch die Straßen, rund zwei Dutzend Musikgruppen spielen auf.

Die Gründung der Dammer Carnevalsgesellschaft datiert auf das Jahr 1614. Seitdem wird die närrische Tradition von Generation zu Generation weitergegeben. Bis Ende des 19. Jahrhunderts stand der „Heischegang" im Mittelpunkt der Feiern, ein großes Festmahl direkt vor Beginn der Fastenzeit. Um 1870 brachten Kaufleute rheinisches Karnevalsbrauchtum nach Damme. Fortan wurde ein Prinz gewählt, man kostümierte sich, gestaltete einen Rosenmontagsumzug und veranstaltete Maskenbälle. Als 1892 der Bischof von Münster den Gläubigen auferlegte, zu Rosenmontag 40 Stunden lang zu beten, reagierten die Carnevalisten mit einem Bauerntrick: Sie verlegten ihre fünfte Jahreszeit kurzerhand um eine Woche.

Start zur Session ist traditionell am 11. November, natürlich pünktlich um 11.11 Uhr, beim Narrendenkmal am Hubertusplatz. Anschließend geht es ins Rathaus zur Ernennung und Feier des „Ehrennarren". Im Laufe der Wochen folgen Galasitzungen und Bälle, der „Fastnachts-Heiligabend" und schließlich die Traditions-Fastnacht, der Rosenmontagszug und der Gänsemarsch, der an den historischen Heischegang erinnern soll.

Autor/in: Detlef Herwig
Veröffentlicht am 22. Januar 2018
Letzte Aktualisierung am 23. January 2018