Alfred Bullermann

Ein viel gefragter Schmied

Helmut Kohake und Ulrich Ehrenborg (Unternehmer des Jahres), Dr. Torsten Bremer (Innovationspreis), Clemens-August Krapp (Unternehmerisches Lebenswerk) sowie Sarah und Mirko Dhem (Existenzgründer) sind die diesjährigen Träger des Unternehmerpreises Oldenburger Münsterland. Wie in den Vorjahren wurden die drei erstgenannten Gewinner jeweils mit einer Skulptur ausgzeichnet, die der Markhausener Künstler Alfred Bullermann entworfen hat.

Alfred Bullermanns Berufswunsch stand früh fest. Lehrer für Kunst und Werken wollte er werden. Doch der Vater riet: „Lern' erstmal was Ordentliches." So ging es nach der Schulzeit statt zur Universität in die Dorfschmiede. Dort packte ihn das Feuer. Über Umwege fand er den Weg zur Meisterschule und begann schließlich Design zu studieren. Der Werkstattmeister wurde zum Lehrer fürs Leben. Als Alfred Bullermann später in freier Wanderschaft durch die Welt zog, konnte er von dessen zahlreichen Kontakten profitieren. Eine abenteuerliche Zeit, die ihn geprägt hat.

Heute, mit Familie und eigenem Schmiedeatelier längst wieder im Oldenburger Münsterland heimisch, wirken diese Erfahrungen weiter. „Ich bin immer auf der Suche nach spannenden Menschen, die mir interessante Arbeiten ermöglichen", erklärt Bullermann seinen Antrieb. Ihn reizt vor allem der kreative Entwicklungsprozess mit dem Kunden. Ob Fingerring oder Skulptur, ist Nebensache. Er sieht sich als gestalterischer Handwerker. Schmied eben. Aber nicht nur Schmied.

Schmieden für den Frieden

Ein Beispiel: "Wir Schmiede müssen ein Zeichen gegen den Krieg setzen", war Bullermanns erste Reaktion, als ein geschätzter Kollege infolge des Ukraine-Konflikts seine Werkstatt verlor. Gesagt, getan. Der Metallgestalter setzte alle Hebel in Bewegung. Bald schufen 40 Schmiede aus 19 Nationen in Vechta eine Friedensskulptur aus Panzerstahl. Und das war nur der Anfang.

Auf der ganzen Welt

Denn eine besondere Freundschaft ist aus dieser Aktion entstanden, die zu Schauspieler Heinz Hoenig. Der hatte in einem Interview gesagt, irgendwann werde er Europa zusammenschmieden. Eine Steilvorlage. „Wenn er Europa zusammenschmieden will, kommt er an mir nicht vorbei", teilte Bullermann Hoenigs Management mit. Mittlerweile ist der Schauspieler ein guter Freund der Familie und gemeinsam mit ihm Initiator der Aktion "Friedensnägel". Schmiede auf der ganzen Welt fertigen zusammen mit Prominenten eiserne Nägel für einen guten Zweck - geprägt mit einer Friedenstaube, entworfen in Friesoythe.

Stadtbild geschmiedet

Mit seinen Aktionen und Skulpturen leistet Alfred Bullermann einen großen Beitrag zur Profilierung der Marke "Eisenstadt Friesoythe". Entstanden bei Gemeinschaftsaktionen oder als Auftragsarbeiten, entdeckt man an vielen Orten metallene Zeugnisse einer modernen Interpretation der Stadtgeschichte. Und wenn der Schmied beim Eisenfest die historische Eisenverhüttung im Rennofen vorführt, lässt er regionale Geschichte lebendig werden.

Kontakt zu Udo Lindenberg?

Die nächsten Projekte? Genaue Daten dürfen noch nicht genannt werden, aber so viel sei verraten: „Kölner Dom" war nur eines von vielen Stichworten. Es bleibt spannend. Eine Bitte hätte Alfred Bullermann allerdings noch: „Udo Lindenberg hat noch keinen Friedensnagel geschmiedet. Wenn jemand den Kontakt herstellen könnte, dass wäre großartig für unsere Aktion."

 

Autor/in: Alke zur Mühlen
Veröffentlicht am 26. November 2017
Letzte Aktualisierung am 30. November 2017