Am Elisabethfehnkanal

Die Ein-Euro-Schleuse von Osterhausen

Der zwischen 1855 und 1893 erbaute und nur 15 Kilometer lange Elisabethfehnkanal verbindet den Küstenkanal mit der Sagter Ems. Er ist eine ganz besondere Wasserstraße.

2012 kündigte die Bundesregierung als Trägerin der historischen Wasserstraße an, deren Erhalt nicht mehr zu finanzieren. Eine Bürgerinitiative widersetzte sich dem Ende des einzigen voll schiffbaren Fehnkanals in Deutschland. Mit Erfolg, denn seit Mai 2017 liegt die Verantwortung für den Betrieb des Kanals beim Landkreis Cloppenburg. Ihm gehört auch die westlichste der vier Schleusen, die Anlage Osterhausen. Der Kreis hatte sie dem Bund für einen symbolischen Euro abgekauft. Im Auftrag des Orts- und Verschönerungsvereins Elisabethfehn wird sie ehrenamtlich von Heinz Rhauderwiek und Freddi Westermann betreut.

Frage: Herr Rhauderwiek, warum ist der Erhalt des Elisabethfehnkanals wichtig? 

Heinz Rhauderwiek: Der Kanal ist für viele Touristen ein Highlight. Er hat eine lange Tradition. Und wir sind uns hier in der Region alle einig, dass man nicht alles abschaffen muss, was vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäß ist. Deshalb kümmern wir uns um die Schleuse in Osterhausen.

Frage: Sind Sie denn ausgebildete Schleusenwärter, Herr Westermann?

Freddi Westermann: (lacht) Nein, sind wir nicht. Aber das ist auch gar nicht nötig. Wir haben eine Einweisung in die Funktionsweise der Schleuse bekommen. Das hat genügt, um sie richtig bedienen zu können.

Frage: Wie viel Betrieb ist auf dem Kanal?

Heinz Rhauderwiek: Ja gut, das hält sich in Grenzen. Hier sind ausschließlich Sportboote unterwegs. Mal zwei am Tag, dann auch mal fünf. Wenn sich eines unserer Schleuse nähert, bekommen wir rechtzeitig zuvor einen Anruf und fahren eben hin. Ich habe es vom Campingplatz ja nicht weit.

Frage: Die Tage der alten Schleuse Osterhausen sind nun aber gezählt ...

Heinz Rhauderwiek: Das stimmt. Im Herbst soll der Bau der neuen Schleuse beginnen. Vielleicht sind wir schon 2018 damit fertig und sie kann in Betrieb gehen.

Autor/in: Interview: Claus Spitzer-Ewersmann
Veröffentlicht am 12. September 2017
Letzte Aktualisierung am 19. September 2017