Wirtschaftsförderung

Gründer und Nachfolger gesucht

Ob innovative Hightech-Firma oder eine neuer Frisiersalon – Existenzgründer bekommen im Oldenburger Münsterland vielfältige Unterstützung. Auch eine Nachfolge in einer etablierten Firma kann ein Weg zum eigenen Unternehmen sein.

Die Kinder wachsen so schnell aus den Klamotten raus – fast jeder kennt diesen Seufzer junger Eltern. Bei Eileen Bavendiek blieb es nicht beim Seufzen: Sie entwarf mitwachsende Babymode und gründete dafür eine familiäre Manufaktur. Von Steinfeld aus vertreibt sie jetzt Mitwachshosen und Jäckchen für die Kleinsten. Bavendieks Sharlene GmbH ist eine der erfolgreichen Existenzgründungen im Oldenburger Münsterland. Hier sind in den vergangenen Jahren vielen neue Unternehmen entstanden. Eine wichtige Anlaufstelle für diese Gründer sind die Wirtschaftsförderer der Landkreise Cloppenburg und Vechta. Dort wird kostenfrei zu allen Themen rund um die Existenzgründung beraten und informiert, vom Businessplan bis zum passenden Standort. Die Wirtschaftsförderung lotst auch durch das Gestrüpp von Vorschriften und Fördermöglichkeiten.

Die Fördertöpfe sind gut gefüllt

Finanzielle Unterstützung für Existenzgründer kommt auch von den Landkreisen selbst: In Vechta gibt es seit 2014 ein Förderprogramm für Gründung und Nachfolge, 400.000 Euro stehen jedes Jahr zur Verfügung. Bei mehr als zwei Drittel der etwa 40 Firmen, die davon jährlich profitieren, geht es um Gründungen. Auch der Kreis Cloppenburg hat ein Förderprogramm für Gründungen aufgelegt: Bis zu 15 Prozent der Investitionskosten können übernommen werden. Dafür steht ein Fördertopf bereit, der vom Landkreis, den Gemeinden und Städten jährlich mit 630.000 Euro gefüllt wird.

Besonders im Fokus stehen seit 2017 Existenzgründungen von Migranten. Diese werden seit April 2017 von Jackelinne Gomes de Alvarenga beraten und unterstützt. Die gebürtige Brasilianerin ist bei der Stabstelle Wirtschaftsförderung des Kreises Cloppenburg für das mit Bundesmitteln unterstützte Projekt „MiGOEK - Migrantische Ökonomie für ländliche Regionen" zuständig. Dabei geht es nicht nur um eine adäquate Ansprache und Unterstützung der zugewanderten Unternehmer und potenziellen Gründer. Ein weiteres Ziel ist eine interkulturelle Öffnung bei Verwaltung und Wirtschaftsorganisationen.

Nachfolgen statt Gründen

Im Landkreis Cloppenburg ist die migrantische Wirtschaft von Bedeutung, weil dort überdurchschnittlich viele Aussiedler eine neue Heimat gefunden haben. Eine ihrer bisherigen Gründungen ist zum Beispiel eine russische Sauna. Neben Migranten will Katharina Deeben insbesondere Frauen zum Gründen animieren. Die Leiterin der Wirtschaftsförderung des Kreises Cloppenburg hat eine Hemmschwelle ausgemacht, die bei Männern weniger stark ausgeprägt sei: „Frauen möchten sich nicht verschulden."

Dass eine Existenzgründung nicht die einzige Möglichkeit ist, zum eigenen Unternehmen zu kommen, möchte Dirk Gehrmann vermitteln. Der Wirtschaftsförderer des Kreises Vechta verweist Gründungswillige darauf, dass auch eine Nachfolge in einer etablierten Firma eine Option sein kann, wenn nicht unbedingt eine eigene Idee umgesetzt werden soll. „Gründer müssen dann nicht bei null anfangen", erklärt Gehrmann. Und so mancher Unternehmer im Kreis sucht händeringend einen geeigneten Nachfolger für eine erfolgreiche Firma.

Info

Wirtschaftsförderung Landkreis Vechta
Ravensberger Str. 20
49377 Vechta
Telefon (0 44 41) 8 98-0

Wirtschaftsförderung Landkreis Cloppenburg
Eschstraße 29
49661 Cloppenburg
Telefon (0 44 71) 1 52 36

Autor/in: Peter Ringel
Veröffentlicht am 7. September 2017
Letzte Aktualisierung am 25. September 2017