Rollfeld-Revolution

Der Schlepper aus Wöstendöllen

Mit seiner Erfindung sorgt der Visbeker Axel Schickling für Ordnung auf den kleinen und großen Airports der Welt. Und die nächste Idee ist bereits im Landeanflug.

Ein Flugzeug richtig einzuparken ist schon etwas komplizierter als einen Smart in die Parklücke zu zwängen. Bis es seine endgültige Position erreicht hat, muss ordentlich herumrangiert werden. Hin und rück, ein wenig nach links, wieder nach rechts – lästig! Axel Schickling weiß, wie's besser geht. Der 39-Jährige aus dem Visbeker Ortsteil Wöstendöllen wälzt gerade das Geschehen auf den Flughäfen um. Er hat einen Rollwagen entwickelt, durch den sich selbst die größten Maschinen in den letzten Winkel eines Hangars schieben lassen. Ferngesteuert. Der Trick: Das Bugrad wird hydraulisch auf den Drehteller eines kleinen, aber kräftigen Bodenroboters namens „SchleppMaxxe" gehievt, der den Flieger dann an die gewünschte Position zieht. Entscheidend ist der Schwenkradius. Schicklings Entwicklung kann um 360 Grad drehen. Das war vorher nicht möglich.

„Angefangen haben wir mit Geräten für kleine Zweisitzer bis vier Tonnen Gewicht, inzwischen arbeiten wir bereits an Lösungen für bis zu 300 Tonnen", sagt der Unternehmer. Damit wird das Thema dann auch für die großen Airlines interessant. Fast täglich hat Schickling Interessenten aus aller Welt am Telefon. In die Schweiz wurde seine Erfindung bereits verkauft, nach Australien, in die Vereinigten Staaten. Nur mit der richtigen Aussprache des Firmennamens hapert es dort. Die Geräte gleiten in den USA deshalb als „TugMaxxe" übers Rollfeld.

Die Geschäfte laufen inzwischen so gut, dass Axel Schickling ernsthaft eine Expansion in Erwägung zieht. Noch kommt er mit einem sechsköpfigen Team aus, noch ist der Firmensitz in der alten Schule von Wöstendöllen. Aber zumindest eine weitere Montagehalle muss demnächst her. Und ob die wirklich ausreicht, wenn auch die nächste Idee des Tüftlers ein so großer Erfolg wird, wie es sich abzeichnet, muss sich erst noch zeigen. Schickling hat eine mobile und ebenfalls fernsteuerbare Landeplattform für Hubschrauber entwickelt. Jeder Helikopter lässt sich mit ihrer Hilfe direkt auf seinen Parkplatz schieben. Simple Sache. Aber man muss erst einmal darauf kommen ...

Autor/in: Claus Spitzer-Ewersmann
Veröffentlicht am 7. September 2017
Letzte Aktualisierung am 20. September 2017