Kunst

Kunst kommt von Können

Kultur zu definieren, ist nicht so leicht – eine Möglichkeit ist es, das Wort von ähnlichen Wör­tern abzugrenzen. Von Synonymen, die nicht genau das wieder­geben, was mit Kultur gemeint ist, aber doch nah herankommen. Haltung, Gelehrtheit, Kenntnis, Gebildetsein, Lebensart, Kunstverständnis, Qualitätsgefühl, Stilempfinden.

Kultur ist vielfältig und hat verschiedene Facetten, die sich in diesen Begriffen wiederfinden. Vielleicht würde nicht jeder so weit gehen, all diese Teilaspekte auch als Kultur zu bezeichnen, aber Kultur ist ganzheitlich. Neben Ölgemälden und Fotos gibt es noch viel mehr Künstlerisches, das mit den Händen erschaffen werden kann. Nähen, Schreiben, Schmieden, Bildhauen – all das ist Kultur. Im Kleinen wie im Großen.
„Kultur ist die Gesamtheit aller Formen der Kunst, der Liebe und des Denkens, die, im Verlaufe von Jahrtausenden, dem Menschen erlaubt haben, weniger Sklave zu sein", sagte André Malraux, ein französischer Drehbuchautor und Schriftsteller. Auch im Oldenburger Münsterland haben sich kreative Menschen der Kultur verschrieben und setzen durch ihr Handeln neue Impulse.

Ines Dasenbrock

Mit Nadel und Faden

Schon von klein auf war Nähen ein Hobby, jetzt ist es ihr Beruf: Vor neun Jahren hat sich Ines Dasenbrock selbstständig gemacht. Unter dem Label „Schönes von Ida" entwirft und fertigt sie Fensterdekorationen, Kissen usw. und polstert und bezieht alte Sitzmöbel. „Ich will Kreativität wecken, den Leuten zeigen, dass Wohnen auch Wohl­fühlen bedeutet. Häufig sind es die kleinen Dinge, die Lebensräumen das gewisse Etwas verleihen wie eine bestimmte Farbe." Die gebürtige Rheinländerin hat in Langförden ein neues Zuhause gefunden. Mit kleinen Schritten ging es voran: Mittler­weile hat sie ihr Atelier direkt in ihrer Wahlheimat Vechta, lässt sich von großen Stoff- und Polsterfirmen beliefern. „Es war ein Sprung ins kalte Wasser, der sich gelohnt hat." Dass sie „Karneval im Blut hat", kann sie nicht immer verbergen. In ihrem Atelier geht es lebendig und bunt zu – und natürlich kreativ.

Simone Lübbe

Aus Alt und Neu

Ob moderne Schmuckstücke, Trau­­ringe oder upgecycelte Erb­stücke: In ihrem Atelier in Bethen fertigt Simone Lübbe Schmuck per Hand und mit viel Liebe zum Detail – und aus ökologischem, fair gehandeltem Gold. Neben einer eigenen Kollek­tion, die sie stetig erweitert, widmet sie sich Auftragsarbeiten. Schon als Kind hat Simone Lübbe gern gebastelt – kleine fummelige Handarbeiten, Glitzer und Steine. Mit siebzehn hat die Emsländerin schließlich ein Praktikum in einer Goldschmiede gemacht. „Von da an stand fest: Genau das möchte ich später machen." Nach dem Abitur folgte die Ausbildung in Lingen, nach achtjähriger Berufstätigkeit die Meisterschule in Münster. Anschließend arbeitete Simone Lübbe lange Zeit in Oldenburg und machte sich schließlich 2014 mit einer eigenen Werkstatt selbstständig. „Ich bin unheimlich kreativ, jeder Tag bietet etwas Neues, sodass es nie langweilig wird. Das Schönste ist, wenn die Kunden am Ende mit leuchtenden Augen nach Hause gehen."

Traugott Haas

Von Design und Sein

Bereits während seines Designstudiums hat Traugott aus Lohne im ­Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg gearbeitet. Hier schrieb er auch ­seine Diplomarbeit und ent­wickelte dabei einen „didaktischen Abenteuerspielplatz": Das Hubertus Wald Kinderreich bietet die Möglichkeit, sich als Designer, Architekt oder Künstler zu erproben. Für das Kölner Museum für Angewandte Kunst entwickelte Haas die Ausstellung 60 ­Sekunden Design. Nach einigen Jahren zog es ihn zurück in die Heimat: Im Herbst 2009 trat er eine Dozentenstelle im Studienfach Designpä­dagogik an der Universität Vechta an. Hier liegen ihm Projekte am Herzen, die die Tür zu den Denk- und Handlungsweisen des Designs öffnen. So ist er Mit-­Initiator des Mobilen ­Kultur-Labors, einem umgebauten amerikanischen Schulbus. Dieser wird jetzt für eine Vielzahl von Aktionen im Landkreis eingesetzt. „Dabei stellen wir das Fahrzeug nur zur Verfügung, die Ideen und Inhalte für die Aktionen kommen von den Studierenden selbst", erklärt Traugott Haas das Konzept des MO•KU•LABs.