19Juni—  16:00 Uhr

Museen und Ausstellungen

Werke von Christa Baumgärtel und Susanne Schossig

Doppelausstellung in der Wassermühle, Lohne: Terrakotten; Pinsel- und Federzeichnungen.

Die Doppelausstellung würdigt die Arbeiten der in Oldenburg lebenden Bildhauerin Christa Baumgärtel und der Bremer Malerin Susanne Schossig. Christa Baumgärtel zeigt eine Auswahl von Figuren aus Terrakotta und Susanne Schossig Pinsel- und Federzeichnungen auf transparentem Material.

Dr. Gertrud Landwehr, Leiterin des Lohner Kunstvereins, über die zweite Ausstellung des Vereins in diesem Jahr: "Die Arbeiten der beiden Künstlerinnen, die 'leichten', lichten und hellen Zeichnungen von Susanne Schossig, und das 'Schwere' und Archaische, die Terrakotta-Figuren von Christa Baumgärtel treten in der Lohner Ausstellung in einen ungewöhnlichen Dialog. Die Räume der historischen Lohner Wassermühle wurden dabei durch das gemeinsame Auftreten der Plastiken von Christa Baumgärtel und der Bilder von Susanne Schossig in eine neu zu entdeckende Ebene verwandelt. Das Ausstellungskonzept und der Dialog der beiden Künstlerinnen sind gelungen. Man spürt die Energie im Raum. Bei aller thematischen Unterschiedlichkeit, bei allem gestalterischen Gegensatz gehen die von beiden Künstlerinnen gezeigten Arbeiten eine harmonische Verbindung ein, die der Wassermühle intensiv erlebt werden kann."

Bei der Bildhauerin Christa Baumgärtel steht der Mensch im Zentrum ihrer Arbeit. Christa Baumgärtels Arbeiten changieren im Grenzbereich zwischen Figürlichkeit und Ungegenständlichkeit. Dabei geht es ihr nicht darum, Abbilder zu schaffen. Sie reduziert und konzentriert ihre Figuren auf entscheidende Merkmale, verzichtet oft auf den Kopf und damit auf die Mimik ebenso wie auf Arme oder Beine. Dennoch bewahren die Figuren stets ihre Erkennbarkeit in ihrem eigenen ästhetischen Ausdruck. Der Einsatz des Materials Terrakotta ruft beim Betrachter Assoziationen an vorzeitliche Kultfiguren hervor.

Christa Baumgärtel sagt über ihre Ausstellung im Kunstverein Die Wassermühle:
"In der Ausstellung im Kunstverein Lohne werde ich Torsovariationen – die auch Idole beinhalten –, sowie Gewänder/Roben präsentieren. Mein bevorzugtes Material ist Terrakotta, teilweise farbig gefasst (die Farben sind jeweils mit eingebrannt), oder auch mit Blattgold/Silber belegt. Ein zentrales Thema meiner künstlerischen Arbeit ist der weibliche Körper.
Seine Sinnlichkeit und Kartographie, sowie alle Facetten des Weiblichen zu erfassen, gilt mein Interesse. Zunächst bedeutete diese Konzentrierung auf den Körper 'Torsierung'. Auf der Suche nach dem Wesentlichen entwickelte sich einer immer weitergehende Reduzierung durch Zusammenfassung von Details zu großen Formen. Ein strenger präziser Aufbau, sowie die Rückführung des menschlichen Körpers auf Grundformen sind dabei ein wichtiger Aspekt. Die in den letzten Jahren entstandenen Gewänder/Roben zeigen einen weiteren Aspekt des Weiblichen 'sich schmücken und zeigen'. Auch hier ist mir ein klarer Aufbau mit geometrischen Formen wichtig."

Christa Baumgärtel und Susanne Schossig leben und arbeiten beide in Norddeutschland.
Christa Baumgärtel wurde in Kaufbeuren geboren. Sie studierte von 1976 bis 1986 freie Kunst an der Hochschule für Kunst und Musik, Bremen bei dem Worpsweder Bildhauer Prof. Waldemar Otto. Sie gehört er sogenannten Bremer Bildhauerschule an. Diese in den 70-er Jahren von Bernd Altenstein und Waldemar Otto geprägte Schule verfolgt einen realistischen und figürlichen Ansatz in der Bildhauerei. Bereits 1980 erhält sie die ersten Auszeichnungen: den Bremer Förderpreis für Bildende Kunst, den 2. Preis des Jugendpreises für Plastik, Darmstädter Sezession. 2002 den Kunstpreis der Dr. Marlene Trendwedel Stiftung, Bremervörde. Seit 1980 regelmäßige Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland sowie Studienfernreisen. Bis 2011 hatte Christa Baumgärtel ihr Atelier in Bremen und Oldenburg, danach eröffnete sie 2011 KunstHaus Alte Schule Wardenburg bei Oldenburg, wo sich heute ihr Atelier befindet.
Christa Baumgärtel schuf zahlreiche Denkmäler und Skulpturen im öffentlichen Raum in Norddeutschland, viele davon stehen in der Stadt Bremen, gleich zwei davon erinnern an den beliebten Bremer Nachkriegs-Bürgermeister Wilhelm Kaisen, so z.B. das bekannte Kaisen-Denkmal (2012) in den Bremer Wallanlagen. Aber auch in Lübeck, Oldenburg und Berlin sind Plastiken von Christa Baumgärtel zu sehen.

Susanne Schossig möchte in ihren Bildern eine Energie von Leichtigkeit, Freude oder Tiefe vermitteln. Transparentpapier (Mylar) hat sich dabei für Susanne Schossig als eine Art Papier erwiesen, das besonders geeignet ist, ihre Bildauffassung zum Ausdruck zu bringen. Susanne Schossig sieht ihre Bilder als Zeitreservoirs, die in unendlich geduldiger Kleinarbeit entstehen. In einer nahezu meditativen Handlung. Auf den Blättern, die leicht und glatt, ohne eigene besondere haptische Materialität, aber doch fest und widerstandsfähig sind, bilden winzige Quantitäten von Tinte oder Farbe ein dichtes Gewirr von Strichen, Häkchen, Punkten. Susanne Schossig zeichnet mit einer Feder oder mit einem Pinsel auf transparentem Papier ganze Flächen ausfüllende Muster und Formen. Ihre Bilder lassen dabei an Reisen in interstellare Räume oder an die Nanowelt der Kleinstpartikel denken. Sie entstehen durch Überlagerung mehrerer transparenter Schichten unterschiedlicher Helligkeits- und Farbstufen. Bis das gewünschte Ziel erreicht ist, kann es leicht mal acht Schichten dauern, so die Künstlerin. Susanne Schossig, die sich mit dem Zen-Buddhismus befasst, erreicht in ihren Bilder eine quasi kontemplative Ebene, wo sich Gestalt und Identität aufzulösen scheinen. Die fertigen Bilder werden nicht gerahmt, sondern zum Teil hinter Glas gesetzt. Durch die Transparenz wirkt die Fläche besonders licht und gleichmäßig.

Susanne Schossig wurde 1946 in Bremen geboren. Sie lebt und arbeitet in Bremen. Studium an der Hochschule für Bildende Künste Berlin bei Fred Thieler und Gerhard Fietz. Seit 1980 freie künstlerische Arbeit im Bereich Malerei, Zeichnung und Raum-Installation, Ausstellungen und Installationen in Deutschland, USA, Kanada und China. Beschäftigung mit Zen Buddhismus, Reisen nach China und Japan, dort Aufenthalt im Zen-Kloster Hoko-ji.

Die Ausstellung wird am Freitag, 24. Mai um 20 Uhr eröffnet. Sie ist bis zum 23. Juni an drei Tagen in der Lohner Wassermühle zu sehen.

Frau Dr. Veronika Wiegartz, Kuratorin am Gerhard Marcks Haus Bremen, führt in die Ausstellung ein.

Die Ausstellung wird finanziell gefördert von der Oldenburgischen Landschaft mit Mitteln aus Landesgeldern und von der Landessparkasse zu Oldenburg.

Kontakt

Wassermühle Lohne
www.kunstkreis-wassermuehle.de

Mi, 19. Juni 2019

16:00 – 18:00 Uhr

Mi, 19. Juni 2019  |  16:00 – 18:00 Uhr

Sa, 22. Juni 2019  |  16:00 – 18:00 Uhr

So, 23. Juni 2019  |  11:00 – 13:00 Uhr

So, 23. Juni 2019  |  15:00 – 18:00 Uhr

Wassermühle Lohne
Mühlenstraße 6
49393 Lohne

frei