Theater und Bühne

Projekt Schlachthof

Aufführung der TheARTergruppe.

Das Theaterstück ist Teil des Programms GastSpiele des Theaterpädagogischen Zentrums Oldenburg (TPZ+)/Jugendkulturarbeit e.V.

Die angehende Theaterpädagogin Tanja Witte ist bekannt für ihre exzeptionellen Theaterprojekte. Nun steht ein neues experimentelles Unternehmen von „TheARTer“ vor der Tür.
Hierbei arbeitet die Altenoytherin zusammen mit dem Theaterpädagogischen Zentrum Oldenburg, dessen Teil des Gastspielprogramms sie ist sowie dem Landesverband Theaterpädagogik Niedersachsen und dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.
Die Vorgabe: Es muss ein theaterfremder Raum sein„ Da kam nach einiger Suche das „Atelier im alten Schlachthaus“ in der Burgstraße in Friesoythe gerade recht, wo sonst „Kunst und Malerei stattfindet“, und man stolpert geradezu über Themen in diesem Zusammenhang. Der Begriff „Fleisch“ ist in seiner Verfügbarkeit, seiner Verführungsfähigkeit, seinem Vergänglichkeitszwang und seiner Verletzbarkeit eine szenische und kompositorische Herausforderung für das kreative „TheARTer“-Team um Tanja Witte: Anne Kamphaus, Ellen Reinert, Ingo Büschermöhle, Carina Kunert, Lill Themann und Lena Wieben sowie Merle Themann, Marcel Wulf und Niklas Reinken hinter den Kulissen.
Witte erinnert an Lady Gagas Fleischkleid, mit dem sie bei der Verleihung der MTV Video-Music-Awards vor fünf Jahren allergrößte Aufregung hervorrief, Die Botschaft des Kleids sei gewesen, dass jeder für seine Prinzipien kämpfen müsse und sich nicht auf "das Fleisch auf unseren Knochen" reduzieren lassen dürfe, lautete damals die Interpretation der US-Sängerin.
„Ich bin kein Stück Fleisch.“ Man könne zum Beispiel auf das Problem Alltagssexismus aufmerksam machen und auf den Punkt bringen, denn in der medienfreudigen Gesellschaft, in der alle von Nacktheit und Sexiness überflutet würden, in der jeder täglich mit althergebrachten Rollenbildern Fernsehkultur, Werbung und Social Medias konsumierten, sei Sexismus ein ständiger Begleiter und wird weitgehend hingenommen und verharmlost. Frauen als plumpe Begehrensobjekte gebe es zuhauf, sagt Witte. Wenn die Verantwortung für eine Straftat beim Opfer gesucht wird, nennt man das „Victim Blaming“ oder „Täter-Opfer-Umkehr“. Alles Themen, mit denen man die Besucher konfrontieren könne, die sonst gerne unter den Teppich gekehrt würden. Es werden also Szenen entwickelt – auch im Kontext zur Geschichte des Schlachthauses-, die dazu geeignet sind, Menschen zum Nachdenken anzuregen, sie reale Missstände in der Gesellschaft erleben zu lassen und zum Handeln und Eingreifen zu bewegen. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, denn komplexe Zusammenhänge müssen auf prägnante Alltag-Situationen, die Teil der Rahmenhandlung sind heruntergebrochen werden und so realistisch gezeigt werden. Witte: „So kann eine Brücke zwischen Kunst und Malen, Körperkult und dem Lebensmittel Fleisch sehr schön geschlagen werden. Fleisch ist doch ein sehr sensibles Thema“.

Info:
Es gibt nur vier Aufführungen im Schlachthaus: Freitag, 13. Dezember (Premiere) um 20 Uhr (bereits ausverkauft), Samstag, 21. Dezember um 18.30 Uhr, Sonntag, 22, Dezember um 17 Uhr und Samstag, 28. Dezember um 20 Uhr. Kartenreservierungen sind per Mail möglich (Tanjawitte@gmx.de)

Fr, 13. Dezember 2019

20:00 Uhr

Fr, 13. Dezember 2019  |  20:00 Uhr

Sa, 21. Dezember 2019  |  18:30 Uhr

So, 22. Dezember 2019  |  17:00 Uhr

Sa, 28. Dezember 2019  |  20:00 Uhr

Atelier im Alten Schlachthof
Kirchstraße 13
26169 Friesoythe

VVK 7 Euro (ermäßigt 5 Euro), AK 10 Euro (ermäßigt 7 Euro)