Eberborgdenkmal Cappeln-Sevelten

Gedenktafel:

Dieses Denkmal setzte die Dorfgemeinschaft Sevelten am 10.3.1989 einem ausgedienten Deckeber, einem Eberborg. Das Tier wurde während der Weltwirtschaftskrise im Land Oldenburg und darüber hinaus berühmt.
Am 9.3. 1929 pfändete es das Amt Cloppenburg einem Landwirt in Westeremstek der seine Steuerschulden nicht bezahlen konnte. Die Solidarität der notleidenden Bauern erreichte es jedoch, dass sich kein Käufer für das Tier fand. Daraufhin erstand der Cloppenburger Amtsschreiber den Eberborg und ließ ihn in der Dunkelheit auf den elterlichen Hof in Sevelten bringen. In der Dorfschmiede - an dieser Stelle - beredeten die erregten Bauern den Fall. Am nächsten Tag, nach dem Sonntagehrenamt, beschlossen sie, den Eberborg zu entführen und wieder nach Westeremstek zu schaffen. Noch am selben Abend, am 10.3., wurde das Tier unter Glockengeläut und mit einiger Gewalt befreit und im Triumphzug in den heimatlichen Stall zurückgekarrt.
Dem Oldenburger Landtag war der "Fall Eberborg" eine Sondersitzung wert - wegen "Untergrabung der Staatsautorität". Das Landgericht Oldenburg verurteilte 31 Beteiligte, die sich während der Verhandlungen kaum an etwas erinnern konnten, wegen Landfriedensbruch zu harten Strafen. Die Haftstrafen wurden bald in Geldstrafen umgewandelt, diese jedoch nie ganz bezahlt.
Der Oldenburger Schriftsteller August Hinrichs hat mit seiner "Swienskomödie" der Geschichte ein literarisches Denkmal gesetzt; 1935 wurde sie auch verfilmt. In Cloppenburg erinnert ein Brunnen von Peter Lehmann an den Eberborg.

 

Kontakt

Eberborgdenkmal Cappeln-Sevelten
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49692 Cappeln - Sevelten
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