Heute ist kaum zu erkennen, dass der so urtümlich und natürlich wirkende See nicht hierher gehört: Erst 1923 beschloss der Oldenburgische Landtag die Anlage eines Staubeckens in der Soesteniederung – der Kostenvoranschlag belief sich auf 1,5 bis 2 Millionen Reichsmark. Tatsächlich betrugen die Kosten fast 3 Millionen Goldmark. Hauptmotiv waren die häufigen Überschwemmungen im alten Amt Friesoythe, die große Flächen der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen, und die Hebung des Grundwasserspiegels für die umliegenden Ortschaften, wo zuvor wegen der Trockenheit der Cloppenburger Geest nichts angebaut werden konnte. Damals waren das gewichtige Gründe, denn die Schaffung landwirtschaftlicher Nutzflächen war von je her ein wichtiges Anliegen des Oldenburger Staates.

Im Zuge der Notstandsmaßnahmen im Deutschen Reich fanden viele Arbeitslose bei den Erdarbeiten eine Beschäftigung und Lohn; zu Erntezeiten wurden aber auch Strafgefangene eingesetzt, um mit moderner Technik Becken und Damm zu schaffen. Eine Schleuse im Hauptdamm diente der Regulierung des Wasserstandes, um dem Küstenkanal genügend Wasser zu verschaffen. Von Anfang an war keine riesige Betonmauer vorgesehen, sondern wurden die natürlichen Bedingungen des Terrains ausgenutzt: Der Beckenbereich wurde vertieft und ausgeweitet, ein eher bescheidener Erddamm angelegt, und auch die alte Schleuse war eher nicht imponierend in ihrer Größe. In den letzten Jahren mussten die Dämme allerdings grundlegend renoviert werden, und auch der Schleusenbereich wurde ausgebaut und erneuert.