Lebendige Traditionen

Land & Leute kennenlernen

© OM

Im Oldenburger Münsterland bleiben auch alte Traditionen lebendig. Die seit Jahrhunderten bestehende Marktkultur ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, und jedes Jahr locken Kirmes, Jahrmarkt und Co. zahlreiche Besucher in die Region.

Regelmäßig ziehen die Oldenburger Münsterländer auf Boßeltouren durch die Dörfer. Nach der Geburt eines Kindes tragen Freunde, Vereine oder auch Arbeitskollegen der Eltern den traditionsreichen Kilmerstuten von Haus zu Haus. In Dorf- und Heimatmuseen halten Vereine und Sammler mit viel Engagement altes Handwerk am Leben. Beim Klönschnack können Sie allerhand über die besonderen Bräuche der Oldenburger Münsterländer erfahren. Auf Wunsch auch auf Seeltersk oder Plattdüütsch.

Und wissen Sie eigentlich, was ein „Stoppelhopser" ist? Auch auf diese Frage bekommen Sie eine Antwort. Bei Ihrem Urlaub im Oldenburger Münsterland.

Zum Schanko

Wir sind Wirt

Stellen Sie sich vor, Sie haben sechs Wochen Zeit, um 200.000 € einzusammeln, in einem Dorf mit 1.500 Einwohnern. Geht nicht? Geht doch! Die Handorf-Langenberger haben es bewiesen und die Gaststätte „Zum Schanko“ erworben, das Herz ihres Dorf- und Vereinslebens.

© malopo / Stockwerk2
Flohmarkt in Elisabethfehn

Feilschen am Kanal

In Elisabethfehn ist der Himmelfahrtstag der Flohmarkttag. Jahr für Jahr kommen am Kanal die Schnäppchenjäger zusammen.

© malopo / Stockwerk2 | Verbund Oldenburger Münsterland
Ohr am Fass

Über einen, der Whisky hört

Regionale Spezialitäten aus dem Oldenburger Münsterland? Spargel natürlich, Erdbeeren, Grünkohl. Und jetzt auch Whisky. Gebrannt in Emstek.

© The Lübbehusen Malt Distillery
Pferdeauktionen

Edles Blut aus Oldenburger Gestüten

Auktion in Vechta. Viele Oldenburger Pferde wechseln den Besitzer. Rund 4.500 Fohlen werden jährlich im Oldenburger Münsterland geboren, die besten machen Karriere im Sport oder in der Zucht.

© LL-Foto
Historische Rennräder

"Schön wie eine Skulptur"

Wolfgang Hagemann sammelt historische Rennräder. Seine Leidenschaft für die Maschinen und seine Liebe zum Detail wirken ansteckend. Drei besonders schöne Exemplare schmücken sogar sein Wohnzimmer.

© Wolfgang Hagemann
Pferdemekka Mühlen

Kleines Dorf mit großem Namen

Eines der deutschen Pferdesportzentren in Mühlen in der Gemeinde Steinfeld. Die Dynastie begründeten einst die Olympiasieger Alwin und Paul Schockemöhle sowie ihr Bruder Werner.

© Erdenebayar / pixabay.de
Thülsfelder Talsperre

Niedersachsens ältester Stausee

Ohne die Thülsfelder Talsperre sähen Teile des Oldenburger Münsterlandes heute ganz anders aus. Die Entscheidung für ihren Bau fiel 1923 und war für die ganze Region zukunftsweisend.

Carneval

Damme Helau!

Feiern können sie im Oldenburger Münsterland. Sogar im schmuddeligen Februar. In Damme steht dann der Höhepunkt der Karnevalssaison auf dem Programm, der traditionelle Rosenmontagsumzug.

© Dammer Carnevalsgesellschaft von
Am Elisabethfehnkanal

Die Ein-Euro-Schleuse von Osterhausen

Freizeitkapitäne lieben den Elisabethfehnkanal im Saterland. Vier Schleusen gleichen den Höhenunterschied aus. Heinz Rhauderwiek und Freddi Westermann bedienen die in Osterhausen.

© Mediavanti
Alfred Bullermann

Ein viel gefragter Schmied

Jahr für Jahr im November werden die Unternehmerpreise Oldenburger Münsterland vergeben. Die wichtigsten Auszeichnungen hat der Markhausener Diplom-Designers Alfred Bullermann gestaltet.

© Alfred Bullermann / www.bullermann.de

Das Desum-Gericht

Landesgerichtsbarkeit für die ehemaligen Ämter Cloppenburg und Vechta

Gel(i)ebtes Brauchtum

© malopo / Stockwerk2

Auf der Gogerichtsstätte in Emstek wurde, urkundlich belegt bis ins 17. Jahrhundert, unter freiem Himmel die Landesgerichtsbarkeit für die ehemaligen Ämter Cloppenburg und Vechta im heutigen Oldenburger Münsterland ausgeübt. Das Desum-Gericht war ein bedeutendes Gericht des Mittelalters. Die Interessengemeinschaft „Altes Gogericht auf dem Desum" richtet jährlich im Sommer einen Gogerichtstag aus, auf dem in historischen Kostümen geschichtlich belegte und aktuelle Fälle beraten und entschieden werden. Den genauen Termin finden Sie im Kalender des Heimatvereins.

Gelebtes Brauchtum

Kilmerstuten

Der Kilmerstuten geht auf eine uralte Tradition zurück; der Name stammt von dem heute längst vergessenen Wort „Kilmer" (= Kindstaufe) ab. Verwandte und Nachbarn brachten den jungen Eltern einen Kilmerstuten, Butter, Zucker und Kaffee, um die Mutter zu entlasten und Freude und Unterstützung zu bekunden.

Die Bäcker- und Fleischerinnungen des Oldenburger Münsterlandes haben diese Tradition mit dem „Original Kilmerstuten Oldenburger Münsterland" nach altem Rezept aufgegriffen. Dieses handwerkliche Qualitätsprodukt wird ausschließlich aus Weizenmehl, Margarine/Butter, Eiern, Hefe, Salz, Wasser, Milch und Zucker zubereitet und besteht zu mindestens 40 Prozent aus großbeerigen Rosinen. Der Kilmerstuten kann in Kasten- oder Laibform gebacken und mit Zuckerglasur versehen werden. Serviert wird er ausschließlich mit deutscher Butter und geräuchertem oder luftgetrockneten Knochenschinken.

Junge Geschichte

Mit Haus und Plattensammlung ins Museum

Nächte durchtanzen, Freunde treffen, sich von der Elterngeneration abgrenzen – das tat man seit den 1960er Jahren in Tanzlokalen, Musikclubs und Diskotheken. Eine der letzten traditionellen Landdiskos hat sich jetzt das Museumsdorf Cloppenburg gesichert. Das Lokal „Zum Sonnenstein" aus Harpstedt zieht kurzerhand samt originalem Inventar ins Museum. Als Zeugnis regionaler Jugend- und Musikkultur bildet es den Grundstein für ein neues Areal, auf dem Besucher künftig einen Einblick in die jüngere regionale Kulturgeschichte erhalten.