Demografie

Die jüngsten Landkreise der Republik

Wir werden immer älter. Eine eigentlich erfreuliche Entwicklung – die aber so manchem Kommunalplaner und Firmenchef Sorgen bereitet. Anders im Oldenburger Münsterland: Hier werden auch künftig mehr junge Menschen leben als andernorts.

 

Vechta und Cloppenburg sind die die jüngsten Landkreise in Deutschland. Ein ähnlich niedriges Durchschnittsalter von rund 40 Jahren findet sich ansonsten nur in Universitätsstädten wie Freiburg, Heidelberg und Trier. Das geht aus einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hervor.

Der Befund ist keine Momentaufnahme, er bestätigt vielmehr die bisherigen Erkenntnisse zur demografischen Entwicklung in Deutschland. Dabei gibt es enorme regionale Unterschiede – und die Kluft wird auch in Zukunft erhalten bleiben. So erwartet die niedersächsische Statistikbehörde für den Landkreis Cloppenburg im Jahr 2030 einen Bevölkerungsanteil der unter 18-Jährigen von 18,3 Prozent und in Vechta von 17,6 Prozent. Zum Vergleich: Im Kreis Goslar liegt die Prognose mit 10,8 Prozent deutlich niedriger.

Dass die mehr als 300.000 Einwohner des Oldenburger Münsterlands so jung sind, liegt vor allem an der überdurchschnittlich hohen Geburtenrate – auch hier liegen die Landkreise Cloppenburg und Vechta bundesweit an der Spitze. Neben dem Zuzug aufgrund der boomenden Wirtschaft sind die vielen Kinder auch der Grund, warum die Bevölkerung in der Region insgesamt so stark wächst. In den ersten fünfzehn Jahren des Jahrtausends gab es ein Plus von rund zehn Prozent.

Solch ein Zuwachs findet sich in Deutschland außerhalb der Städte sonst nur im Münchener Umland. Da laut Prognosen auch die Zahl der Arbeitsplätze wachsen wird, ist der Fachkräftemangel auch in der jungen Region ein Thema. Doch mit dem vielen Nachwuchs gibt es eine gute Basis, damit Unternehmen im Oldenburger Münsterland auch in Zukunft qualifizierte Arbeitskräfte finden.

Autor/in: Peter Ringel
powered by webEdition CMS