Landkreis Vechta

Vielversprechende Perspektiven

Ein Autobahnbau und seine Folgen: Seitdem Ende der 1960er Jahre die A1 durch den Landkreis Vechta führt, hat er sich zu einem der wirtschaftlich erfolgreichsten in Deutschland entwickelt. Unternehmen wie Grimme, Pöppelmann oder Big Dutchman kennt man weltweit. Viele globale Marktführer und Hidden Champions haben hier ihren Firmensitz.

Bis weit in die zweite Hälfte des vergangenen Jahrhunderts hinein fühlte sich der Nordwesten Deutschlands in vielen Bereichen von der positiven wirtschaftlichen Entwicklung der Republik abgekoppelt. Mit der Fertigstellung der A1 aber ändere sich alles. Es setzt ein regelrechter Boom ein, insbesondere im Landkreis Vechta mit seinen vier Städten Lohne, Damme, Dinklage und natürlich der Kreisstadt Vechta selbst. Die Verkehrsanbindung schob einen tiefgreifenden Strukturwandel an.

Die Attraktivität des ländlichen Raums

Plötzlich war die Lage zwischen den Häfen an der deutschen Nordseeküste und dem Ruhrgebiet ein echter Standortvorteil. Und das schlug sich schon bald in den Statistiken nieder: Betrug die Arbeitslosigkeit im Kreis in den 1970er Jahren noch mehr als 30 Prozent, liegt sie heute bei deutlich weniger als fünf. Wissenschaftler stellten erstaunt fest, dass der Boom auf ganz anderen Grundlagen fußt als etwa in erfolgreichen bayerischen Regionen: Ist dort in erster Linie eine starke Dienstleistungsbranche maßgeblich, verdankt der mittelständisch geprägte Landkreis Vechta seine Zuwächse vor allem Branchen wie der Kunststoffindustrie, der Agrarwirtschaft und der Logistik.

Und die weiteren Perspektiven sind vielversprechend. Während junge Menschen andernorts aus ländlichen Gebieten abwandern und der Nachwuchs ausbleibt, werden im Landkreis Vechta ebenso wie im benachbarten Landkreis Cloppenburg mit die meisten Kinder in Deutschland geboren. In der von Pricewaterhouse Coopers und dem Hamburger Weltwirtschaftsinstitut veröffentlichten Studie „Deutschland 2030 – die Arbeitsplätze der Zukunft" wird die Erwartung formuliert, dass die Region eine von nur sechs ist, die bis 2030 ein Beschäftigungs-Plus von über 7,5 Prozent erwarten dürfen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Phänomen, das in Folge der Pandemie zutage trat: Der ländliche Raum gewinnt speziell bei jungen Menschen wieder an Attraktivität. Wenn nämlich vom vielfältigen Angebot der Städte nicht mehr viel bleibt und Theater, Opernhäuser, Kinos, Restaurants und Geschäfte geschlossen haben: Welchen Vorteil bietet das Leben in der Großstadt dann noch?

Lebensqualität als Trumpf

Diese Entwicklung kommt auch dem Landkreis Vechta zugute. Insbesondere mit der Lebensqualität und einer herausragenden Infrastruktur können die sechs Gemeinden und vier Städte punkten. Die Kreisstadt ist nicht nur Verwaltungssitz, sondern beherbergt auch die Universität, die Private Hochschule für Wirtschaft und Technik (gemeinsam mit Diepholz) sowie mit dem Sr. Marienhospital ein Akademisches Lehrkrankenhaus der Medizinischen Hochschule Hannover.

Gesellschaftliches Highlight – nicht nur im Landkreis, sondern im ganzen Nordwesten – ist der jährlich im August stattfindende Stoppelmarkt, eines der ältesten Volksfeste Deutschlands. Bekannt ist Vechta zudem als Zentrum der Pferdezucht. So kommen mehrmals im Jahr Fachleute, Züchter und Käufer zu Auktionen, um besonders talentierte Oldenburger Spring- und Dressurpferde ersteigern.

Kraniche und Pilger

Ebenfalls zur Ausflugsregion Nordkreis Vechta gehören die Städte Dinklage und Lohne sowie die Gemeinden Bakum, Visbek und Goldenstedt. Im Herbst finden sich hier Jahr für Jahr Vogelkundler aus dem ganzen Land ein. Ihr Interesse gilt den Kranichen. Tausende „Vögel des Glücks" legen im Herbst auf ihrem Weg ins Warme einen Zwischenstopp ein. Bis Anfang Dezember suchen sie nach Nahrung und schlafen im Stehen. Gut ausgeruht geht es dann weiter zu den Winterquartieren in Frankreich, Spanien und Nordafrika.

Last but not least ein Blick auf das im Süden des Kreises gelegene Erholungsgebiet Dammer Berge, an das mit dem Dümmer der zweitgrößte Binnensee Niedersachsens grenzt. Pilger kennen die Region, weil durch sie ein Teilstück des baltisch-westfälischen Jakobswegs „Via Baltica" verläuft. Sie machen Station beim ehemaligen Benediktinerkloster Damme, das auch nach dem Auszug der Mönche im Jahr 2016 einen Ort der Ruhe, Begegnung und Gastfreundschaft darstellt. Mit der Täuferkirche in Steinfeld und der St. Paulus Kirche in Vörden liegen weitere Gotteshäuser auf dem Weg.

Vielversprechende Perspektiven

Daten & Fakten

Einwohner 1
143.698 Einwohner
Einwohner nach Geschlecht
weiblich
männlich
Altersstruktur
unter 18 Jahre
18-30 Jahre
30-50 Jahre
50-65 Jahre
über 65 Jahre
Beschäftigte 2
74.298 Beschäftigte
Beschäftigte nach Geschlecht
weiblich
männlich
Beschäftigte nach Wirtschaftsabschnitten
Land- und Forstwirtschaft
Produzierendes Gewerbe
Handel-, Gastgewerbe, Verkehr
Dienstleistungen
Quellen:
1
LSN Stand: 30.09.2021
2
LSN Stand: 30.06.2021
3
Jobportal Oldenburger Münsterland, 25.05.2022

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