Elektrotechnik statt Landwirtschaft
Nach acht Schuljahren zieht es den guten Schüler zunächst in die Landwirtschaft: Er hilft auf Höfen, füttert Tiere, repariert Maschinen. Besonders faszinieren ihn technische Geräte – Mähdrescher, Pressen, Erntemaschinen. Doch für ein Leben als Landwirt sieht er keine Perspektive: „Ich mochte die Arbeit, wollte aber nicht mein Leben lang in Gummistiefeln herumlaufen.“
So entscheidet er sich für die Ausbildung zum Elektrotechniker in Hausstette, eine Wahl, die seinem Talent für Technik entspricht. Nach der Lehrzeit arbeitet er bei Alfred Baumann in Bakum und sammelt erste Erfahrungen bei größeren Projekten, etwa dem Bau der Gausepohl-Versandschlachterei. Dann folgt der Wehrdienst in Hamburg. Nach anderthalb Jahren kehrt er 1970 zurück und wird Betriebselektriker bei Anton Pohlmann in Neuenkirchen, damals Europas größtem Eierproduzenten.
Die Arbeit ist hart, die Verantwortung groß. „In manchen Monaten kam ich auf 300 Stunden“, erinnert sich Diekmann. Doch er lernt, organisiert und zielorientiert zu arbeiten. Nach drei Jahren zieht er Bilanz: So kann es nicht weitergehen. Er besucht das Bundestechnologiezentrum für Elektrotechnik (BFE) in Oldenburg und absolviert die Meisterprüfung. Kaum bestanden, klopft sein früherer Arbeitgeber an: Pohlmann will ihn zurück – mit mehr Verantwortung und Dienstwagen. Alfons Diekmann willigt ein.
Mit Leidenschaft ins eigene Unternehmen
Doch der Preis ist hoch. Die Familie leidet unter der Dauerbelastung. „Meine Kinder bekamen mich kaum zu sehen, meine Frau war mit den Nerven am Ende.“ Schließlich zieht Diekmann die Konsequenz: „Ich möchte mich selbstständig machen!“ Seine Frau Gertrud zögert, unterstützt ihn aber – ein Wendepunkt im Leben des 37-Jährigen.
Im Sommer 1985 gründet er in Damme seine eigene Firma, mit einer Werkbank und zwei Regalen in der Garage hinterm Wohnhaus. Gertrud übernimmt die Buchführung, Alfons die Baustellen. Die Kontakte aus der Eier- und Geflügelbranche sichern erste Aufträge. Bald wächst das Unternehmen, neue Kunden kommen hinzu. Diekmann überzeugt mit Verlässlichkeit, technischem Know-how und der Bereitschaft, anzupacken.
"Ich wollte Lösungen finden, keine Probleme erklären. - Alfons Diekmann
Mit jedem abgeschlossenen Projekt steigt das Vertrauen der Kundschaft. Diekmann installiert Elektroanlagen für Brütereien, Schlachtereien und Verarbeitungsbetriebe. Besonders schätzt er inhabergeführte Firmen: „Da werden Entscheidungen noch persönlich getroffen.“ Sein Betrieb entwickelt sich stetig, die Auftragsbücher sind voll, die Mitarbeiterzahl wächst.