veröffentlicht am 20. April 2020

Wie die Tischlerei Imbusch aus Löningen der Coronakrise trotzt

Krankenhäuser, Arztpraxen, Pflegeheime – normalerweise liefern die Mitarbeiter der Tischlerei Imbusch ihre Desinfektionsstelen an Anbieter medizinischer Dienstleistungen. Inzwischen aber zählen auch Banken, Modehäuser und Gemeindeverwaltungen zu den Kunden der Löninger Tischlerei.

Corona sorgt für ein neues Hygienebewusstsein in Deutschland. Desinfizieren ist das Gebot der Stunde. Und wird es auch noch eine Weile lang bleiben. Selbstverständlich auch im Oldenburger Münsterland. Aber mal ehrlich: Welches kleine Geschäft, das im Rahmen der Lockerung der Ausgangsbeschränkungen jetzt wieder öffnen darf, ist darauf wirklich vorbereitet?

Kaum eines, erklärt Stephan Schrandt, gemeinsam mit Peter Imbusch Geschäftsführer der Imbusch Systemmöbel GmbH in Löningen. Man könne ja nicht eine Flasche Desinfektionsmittel auf einen Tisch am Ladeneingang stellen und den Kunden sagen „Macht mal!"

„Die Desinfektionsstelen sichern uns das wirtschaftliche Überleben."
Stephan Schrandt

Also haben sich Schrandt und Imbusch daran erinnert, dass in ihrer Werkstatt schon seit Jahren Desinfektionsständer angefertigt werden – allerdings in erster Linie für den medizinischen Bereich. Dort gehören sie zur Grundausstattung einer jeden Praxis. Und während sie noch über die Idee nachdachten, trafen fast zeitgleich Anfragen aus dem Einzelhandel ein.

„Wir haben dann mal geschaut, zu welchem Preis solche Ständer angeboten werden", sagt Schrandt. 500 Euro pro Stück seien keine Seltenheit. Einige Anbieter witterten angesichts der hohen Nachfrage wohl das große Geschäft. „Das kriegen wir doch günstiger hin", waren sich die beiden Chefs einig.

Mit kleinen Modifikationen – zum Beispiel einem leicht veränderten Design und Platz für eine zusätzliche Infotafel – bieten sie ihre Stele nun für 275 Euro an, inklusive Versand.

Den müssen die Löninger tatsächlich immer öfter bemühen. Kamen Bestellungen anfangs vorwiegend aus der näheren Umgebung, gehen Lieferungen inzwischen ins ganze Bundesgebiet. Gerade erst wurden Aufträge aus Baden-Württemberg, Berlin und Bayern bearbeitet. Allein 400 Stück gingen direkt nach München.

„Zurzeit sichern uns diese Anfragen das wirtschaftliche Überleben", räumt Stephan Schrandt freimütig ein. Auch die schon vor Ausbruch der Pandemie entwickelten Desinfektionswagen sowie Plexiglasscheiben sind zurzeit naturgemäß stark gefragt.

Die normale Möbelproduktion sei in Folge der Coroinakrise hingegen eingebrochen. „Aber wir können alle Mitarbeiter jetzt für die Herstellung der Desinfektionsstelen einsetzen."