Digitaler Unterricht

iPad statt Kreidetafel

Interaktive Tafeln, iPads, Webcams – befördert durch die Pandemie hat die Digitalisierung endlich auch in den Schulen Einzug gehalten. Die Städte und Gemeinden der Region haben in den letzten beiden Jahren erhebliche Geldsummen investiert, um den Schülerinnen und Schülern optimale Voraussetzungen für das digitale Lernen bieten zu können.

Beharrlichkeit zahlt sich aus. Diese Erfahrung machten im Sommer 2021 die Verantwortlichen der Heinrich-von-Oytha-Schule in Altenoythe. Vom Netzwerk „MINT Zukunft schaffen" war sie als „Digitale Schule" ausgezeichnet worden. Schulleiter Rasmus Braun war sichtlich zufrieden: „Wir haben uns in den vergangenen Jahren intensiv mit dem Thema Digitalisierung auseinandergesetzt und sind sehr stolz jetzt als erste Schule im Landkreis diese Auszeichnung zu erhalten." In allen fünf Prüfungskategorien hatte seine Schule exzellente Bewertungen erhalten.

Profitiert vom Digitalpakt Schule

Die Digitalisierung der Schulen schreitet im Oldenburger Münsterland zügig voran. Die Bildungseinrichtungen haben dabei in den letzten Jahren insbesondere vom Digitalpakt Schule profitiert. Dafür wurden bundesweit zunächst mehr als 520 Millionen Euro bereitgestellt, die vor allem in eine digitale Grundausstattung geflossen sind. Infolge der Pandemie hat die Bundesregierung die mit den Ländern geschlossene Vereinbarung nochmals ergänzt, um Schülerinnen und Schülern die Anschaffung mobiler digitaler Endgeräte zu ermöglichen.

Beispiel Friesoythe: In der Eisenstadt stand insgesamt rund eine Million Euro zur Verbesserung der IT-Infrastruktur und der IT-Ausstattung zur Verfügung. Inzwischen wurde mehr als die Hälfte investiert – unter anderem in den Aufbau und die Verbesserung der digitalen Vernetzung in Schulgebäuden und auf dem Schulgelände sowie die Einrichtung von schulischem WLAN. Bis zum Ende der Maßnahme im Jahr 2024 stehen auf dem Plan etwa noch der Aufbau und die Weiterentwicklung digitaler Lehr- bzw. Lern-Infrastrukturen, die Anschaffung von Anzeige- und Interaktionsgeräten sowie digitaler Arbeitsgeräte, insbesondere für die technisch-naturwissenschaftliche Bildung.

Wenn sich Schülerinnen und Schüler bzw. ihre Eltern selbst kein geeignetes digitales Endgerät leisten können, springt das Land Niedersachsen mit einem „Sofortausstattungsprogramm" ein. Etwas ähnliches gibt es auch für Lehrkräfte. Die Schulträger erhalten ein Budget entsprechend der Anzahl der hauptberuflichen bzw. hauptamtlichen Pädagogen in ihren Schulen. In Dinklage wurde berechnet, dass sich die Kosten allein für die Lehrer-Tablets an den drei örtlichen Schulen auf rund 88.000 Euro belaufen werden.

Medienkompetenzzentrum eröffnet

Mit der Weiterentwicklung von Bildung im Zeitalter der Digitalisierung beschäftigt man sich im Medienkompetenzzentrum Vechta, das im Juni 2021 als gemeinsame Einrichtung des Landkreises und der Universität eröffnet wurde. Wissenschaft und Praxis finden hier zusammen, um Schulunterricht zu analysieren, neue Konzepte für Medienbildung zu entwerfen und Schulen mit technischem und didaktischem Knowhow zu unterstützen. Die Initiatoren bezeichnen das Zentrum als Meilenstein, weil es Schülerinnen und Schülern „einen leichten und sichereren Zugang zur digitalen Welt" vermittle und „als Türöffner zur Digitalisierung in die Gesellschaft hinein" wirke.

Das Herzstück des Medienkompetenzzentrums bildet ein digital ausgestatteter Klassenraum, das Learning Lab. Hier werden reale Unterrichtssituationen erprobt und analysiert. Schülerinnen und Schüler können digitale Medien ausprobieren und Podcasts oder Videos produzieren. Die Geräteausleihe ermöglicht es, Roboter zum Selber-Programmieren mitzunehmen – oder etwa eine Greenbox, die Spezialeffekte im Videoschnitt möglich macht.