Kunststofftechnik

Pioniere der grünen Branche

Autor*in: PETRA HELLMANN

Mit dem Einsatz von Rezyklaten aus dem Industriebereich schützt die Technoplant Kunststofftechnik GmbH aus Emstek schon seit der Jahrtausendwende bei der Produktion von Blumenschalen und Co. die Umwelt. Jetzt bringt das zukunftsorientierte Unternehmen Pflanztöpfe als PCR-Variante (Post Consumer Recycling) auf den Markt und leistet so durch die Verbesserung der Recyclingquote einen weiteren Beitrag zur Schonung der Ressourcen und Stärkung des Rohstoffkreislaufs.

„Your plants in good hands!“: Simon Tabeling führt als geschäftsführender Gesellschafter das weltweit agierende Familienunternehmen HAWITA, dessen Tochtergesellschaft Technoplant mit Pflanzgefäßen aus recyceltem Kunststoff für Furore sorgt.

Deutschlands Gärten und Parks liegen noch im Winterschlaf, in Balkonkästen herrscht gähnende Leere. Doch in den Großgärtnereien wird bereits kräftig gesät und kultiviert. Fleißige Lieschen, Geranien und Co. gedeihen unter den schützenden Dächern der Gewächshäuser. Viele von ihnen werden in umweltfreundlichen Pflanzgefäßen aus dem Hause Technoplant im kommenden Sommer kräftig blühen. Nicht nur in Deutschland: „Wir sind einer der führenden Produzenten von Produkten für den Gartenbau europaweit und auch in Übersee", stellt Simon Tabeling fest.

Your plants in good hands

„Dank einer beständigen Unternehmenspolitik, jeder Menge Know-how und erstklassigen Mitarbeitern haben wir uns im Verlauf unserer mehr als 100-jährigen Firmengeschichte zu einem der Premiumhersteller von Produkten für den modernen Gartenbau entwickelt", erklärt der geschäftsführende Gesellschafter der HAWITA Gruppe, zu deren acht Standorten in Lettland und Deutschland auch Technoplant gehört. Als Nachfolger von Hans Tabeling, seinem wie er selbst sagt „leider viel zu früh verstorbenen Vater", führt der 43-Jährige die Geschäfte des weltweit agierenden Unternehmens ganz in dessen Sinne weiter. Mit Innovationsgeist, absoluten Spitzenprodukten, Ausrichtung am Kunden und einer lückenlosen Logistik – unter dem Leitsatz: „Your plants in good hands!" bedient Technoplant erfolgreich die „grüne Branche" vom Hobbygärtner bis hin zum Erwerbsgartenbau.

Technoplant bedient erfolgreich die „grüne Branche“ vom Hobbygärtner bis hin zum Erwerbsgartenbau.   

Alles vollautomatisch

Von der ersten Idee über die Werkzeugentwicklung bis hin zur Teileproduktion auf modernsten Spritzgussmaschinen und Warenauslieferung – als kompetenter Partner präsentiert das Unternehmen schnell und äußert flexibel individuelle Lösungen: „Der ständige Dialog mit unseren Kunden sowie konsequente Optimierung des Produktionsprozesses festigen die Qualität unserer Produkte und Serviceleistungen." Anfang der 1990er-Jahre mit einer Halle gestartet, werden heute auf dem 2,5 Hektar großen Betriebsgelände in Emstek in drei Hallen mit insgesamt rund 6.500 Quadratmetern Kunststoff-Pflanzgefäße aller Art vollautomatisch hergestellt.

Mehr als 400.000 Blumentöpfe, Mehrweg-, Transport- oder Kultursysteme laufen hier täglich dank computergesteuerter Technik vom Band der riesigen Fertigungsanlagen. Doch selbst modernste Technik ist kein Garant für reibungslose Produktionsabläufe: „Ohne unsere qualifizierten und motivierten Mitarbeiter wären wir nicht so leistungsstark", lobt Simon Tabeling sein erfolgreiches Team. Konstrukteure, Techniker sowie Mitarbeiter in der Produktion und der Logistik arbeiten intensiv zusammen: „Wir fördern und fordern Eigenverantwortung, Eigeninitiative und Weiterbildung, um unseren Kunden innovative und nachhaltige Produkte anbieten zu können."

Mehr als 400.000 Blumentöpfe, Mehrweg-, Transport oder Kultursysteme laufen täglich dank computergesteuerter Technik vom Band der Fertigungsanlagen.   

Grenzenlose Farb- und Formenvielfalt

Das umfangreiche Sortiment an Pflanzgefäßen umfasst neben farbenfrohen Blumenampeln, Schalen und Balkonkästen auch das entsprechende Zubehör wie Aufhängungen, Haken und Verlängerungen. Mehrweg-, Transport- und Kultursysteme, Sonderlösungen und Displayverpackungen runden das Angebot ab. Dabei sind der Farben- und Formenvielfalt keine Grenzen gesetzt: Ob zarte Pastelltöne, intensive Kolorierung oder Sonderfarben wie Gold und Silber, ob rund oder eckig, glatt oder mit dekorativer Struktur versehen – der Kunde ist König und wählt, was ihm gefällt. Unabhängig von Form und Farbe überzeugen die Technoplantprodukte mit bester Qualität und umweltfreundlichen, ressourcenschonenden Herstellungsverfahren: „Nachhaltigkeit ist für uns oberstes Prinzip in allen Betriebs- und Fertigungsbereichen", betont Simon Tabeling.

Die Pflanztöpfe von Technoplant überzeugen mit umweltfreundlichen Herstellungsverfahren, individuellen Logos der Auftraggeber sowie mit Farb- und Formenvielfalt. Ganz neu auf dem Markt sind PCR-Varianten in blau oder Grautönen.   

Industrieabfall als Wertstoff

Ein Hersteller von Kunststoffprodukten, der nachhaltig, also umweltverträglich und ressourcenschonend produziert – das klingt erst einmal höchst widersprüchlich. Ist es bei Technoplant aber nicht: Schon seit mehr als zwanzig Jahren verwendet das Unternehmen bei der Herstellung der Pflanzgefäße zum großen Teil sogenannte Post-Industry-Rezyklate (PIR), recycelte Abfälle aus dem Industriebereich. Geschreddert, gesäubert, getrocknet, nach Farben sortiert und schließlich zu Granulaten gepresst, wird Kunststoffmüll so zu einem wertvollen Rohstoff, der eingeschmolzen ohne Qualitätsverluste bei Technoplant zu neuen Produkten verarbeitet wird. Ein ökologisch höchst sinnvolles Verfahren, mit dem Energie, fossile Rohstoffe wie Erdöl, Erdgas und Kohle sowie CO2-Emissionen eingespart oder erheblich verringert werden: „Der Rohstoffkreislauf ist in der Industrie bereits weitestgehend geschlossen, da Rezyklate aus diesem Bereich wegen der Sortenreinheit recht einfach herzustellen sind," erklärt Simon Tabeling.

Ökologisch wie ökonomisch gleichermaßen sinnvoll, bietet Technoplant schon seit vielen Jahren das bewährte Mehrweg-Transport- und Kultursystem Palettino an.   

Pflanztöpfe als PCR-Variante

Beim Recyceln von Kunststoffabfällen aus Privathaushalten, den so genannten Post-Consumer-Rezyklaten (PCR) gibt es allerdings noch viel Potenzial nach oben. Das Verfahren ist wegen der fehlenden Sortenreinheit wesentlich aufwendiger und damit auch deutlich teurer. Das schreckt viele Hersteller von Kunststoffprodukten ab: „Uns nicht", stellt Simon Tabeling fest „Wir wollen so viel Recyclingkunststoff wie irgend möglich verwenden." Konsequenz: Seit dem letzten Jahr gibt es Pflanztöpfe auch wahlweise in blau oder einem Grauton als PCR-Variante „quasi direkt aus der gelben Tonne leisten wir damit bei gleichbleibender Qualität einen weiteren Beitrag zur Verbesserung der Recyclingquote." Ein Umweltsiegel wie beispielsweise vom Blauen Engel sucht man allerdings vergeblich: „Die von uns verwendeten Rohstoffe tragen bereits das EuCert-Plast-Siegel. Und da unser mittelständisches Familienunternehmen für innovative Produkte zu attraktiven Preisen bekannt ist, sparen wir uns den zusätzlichen Zertifizierungsaufwand lieber und bieten stattdessen 100 Prozent PCR ohne Aufpreis."

Mit Mehrwegsystemen auf Erfolgsspur

Ökologisch wie ökonomisch gleichermaßen sinnvoll, bietet Technoplant zudem schon seit vielen Jahren das bewährte Mehrweg-Transport- und Kultursystem Palettino für Töpfe und Deko-Container an. Palettinos sind sehr einfach zu handhaben. Mit ihnen können acht bis zwölf Pflanzen gleichzeitig bewegt werden. Das spart Zeit. Außerdem sind sie durch ihre Stabilität langfristig eine kostengünstige Alternative zu klassischen Einwegverpackungen aus Kunststoff oder Styropor, die für jede Auslieferung neu gekauft werden müssen. Die Wiederverwendbarkeit ist nicht der einzige Aspekt, der für die Paletten spricht. „Aus Umweltschutzgründen färben wir die Palettinos mit Naturruß ein", erläutert Tabeling. Dadurch entstünden beim Recycling keine chemischen Rückstände. Rund 30 Millionen dieser Mehrwegpaletten sind bei kontinuierlich steigender Tendenz bereits europaweit im Umlauf.

Nachhaltigkeit ist oberstes Prinzip in allen Betriebs- und Fertigungsbereichen – unabhängig von Form und Farbe überzeugen die Technoplantprodukte mit bester Qualität und umweltfreundlichen, ressourcenschonenden Herstellungsverfahren.   

Perfekte Logistik

Allerdings geht das Angebot von Technoplant über die Produktion hinaus. Die hauseigene Spedition Vita Logistic steht neben den eigenen Aufträgen auch externen Auftraggebern mit logistischen Gesamtlösungen zur Seite und disponiert zusätzlich die Warenströme der gesamten HAWITA Gruppe. Allein für Technoplant wird der Transport von Emstek in 70 Länder organisiert. Dabei bedient sich die Vita Logistic aller Verkehrsträger wie Lkw, Bahn, Container- oder Bulkschiffen. „So können wir auch in diesem Bereich allen ökonomischen, ökologischen sowie terminlichen Gesichtspunkten optimal gerecht werden", stellt Simon Tabeling fest und ergänzt abschließend: „Nachhaltigkeit und der Schutz unserer Umwelt umfasst bei uns alle Produktionszyklen – vom Einkauf der Rohstoffe, über Konstruktion, Herstellung bis hin zur Auslieferung unserer Waren an unsere Partner aus der grünen Branche."

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