Agrar- und Ernährungswirtschaft

Nährstoff-Know-How aus Vechta

Autor*in: HEIKE ALBERS

In nur acht Jahren „haben wir mit unserem Geschäftsmodel mehr als 1,5 Millionen Tonnen Nährstoffe sicher vermarktet und verbracht", sagt Ludger Feldhaus, Gründungsmitglied und Geschäftsführer der NOM GmbH in Vechta-Calveslage. Der gebürtige Goldenstedter lässt sich – obwohl mittlerweile im Ruhestand – jede Woche die weitere Geschäftsentwicklung von seinem Nachfolger Michael Emke und von Frau Heike Albers, Assistentin der Geschäftsführung, ebenfalls seit Gründung der NOM GmbH dabei, erläutern.

Ludger Feldhaus (links), Heike Albers und Michael Emke in ihrem Büro an der Oldenburger Straße in Vechta-Calveslage.   

Ludger Feldhaus und Michael Emke sind dabei besonders stolz auf die stetige Weiterentwicklung des NOM-Fuhrparks, bereitgestellt von den Gesellschaftern, Lohnunternehmen und Transporteuren aus ganz Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, die eine feste, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der NOM geschlossen haben. „Unsere für die Nahrungsmittelsicherheit umgebauten und GMP- und QS-zertifizierten Kombifahrzeuge konnten immer weiterentwickelt werden, da zu Beginn des Geschäftsbetriebes keinerlei Patentanmeldung durch die NOM erfolgte", so Feldhaus.

Der NOM-Fuhrpark besteht vorwiegend aus Kombi-LKWs, die von den Gesellschaftern, Lohnunternehmen und Transporteuren aus ganz Niedersachsen bereit gestellt werden.

Der Kombi-LKW

Mittlerweile gibt es den Kombi-LKW – mit dem in einer Frachtfolge flüssige und feste Materialien im selben LKW transportiert werden – auch als sogenannten Walking Floor- oder auch Schubboden-LKW mit fast 70 Kubikmetern Ladevolumen für feste Materialien wie Getreide, Kleie, Rapsschrot, Maissilage und Holzprodukte sowie 25,5 Kubikmeter flüssige Komponenten wie Gülle.

NOMs Kombi-LKW fahren niemals leer und können so auch Entfernungen von bis zu 250 Kilometern gewinnbringend fahren. Alle Welt spricht vom Nährstoffüberschussproblem infolge der Tierhaltung in der OM-Region. Wie schnell sich diese Situation ändern kann, zeigt die momentane preisliche Entwicklung an den Märkten.

Die Kombi-Liner

Mit der Kombi-Liner-Technologie haben wir eine mögliche Lösung in der Praxis unter Beweis gestellt. Da keine Leerfahrten anfallen, wird der CO2-Ausstoß pro Tonne Fracht fast halbiert und kommt so einer positiven Ökobilanz und dem Klima zu Gute. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass die Gülle kontinuierlich von den Betrieben abgeholt wird. So verbessert sich wegen des niedrigeren Güllevolumens in den Ställen auch die Atemluft. Das führt zu einer geringeren Ammoniakbelastung für die Schweine und damit zu besserer Tiergesundheit und besseren Mastergebnissen.

Geschlossener Nährstoffkreislauf

Mit dem Modell des geschlossenen Nährstoffkreislaufes hat NOM dieses Problem merklich entschärft und ohne jegliche Subvention aus eigener Kraft zum Erfolgsmodell  für das Oldenburger Münsterland gemacht. Dennoch: Angesichts der weiter wachsenden Forderungen (nicht nur) des Lebensmitteleinzelhandels nach Tierwohlmaßnahmen werden die Tierbestände wohl künftig laufend weiter jährlich abgebaut.

Prinzipiell gilt für die NOM: Die Gülle hat spätestens Mitte Mai wieder einen Aufnehmer – also einen Acker – gefunden, oder sie wird mit Hilfe der NOM GmbH über das ganze Jahr zu den Biogas anlagen (BGA) kontinuierlich gefahren. Geflügelmiste werden in Biogasanlagen als Futtergrundlage für die alternative Energieproduktion verwertet, die auch fest in dieser Verarbeitung eingeplant sind.

Starke Zweifel sind begründet, ob die geplanten riesigen technischen Aufbereitungsanlagen überhaupt noch sinnvoll sind, da Landwirte in der Ackerbauregion auf diese organischen Stoffe angewiesen sind. Jeder Acker braucht genau diese organischen Stoffe, um dauerhaft Humus aufzubauen, den Wasserhaushalt zu ordnen und um fruchtbar und ertragssicher zu bleiben.

Eben dies haben inzwischen auch sehr viele Landwirte in der Ackerbauregion zu schätzen gelernt und freuen sich über diese neue Möglichkeit, mit Hilfe der Kombi-LKWs die organischen Dünger angeliefert zu bekommen. Die bessere Vermarktung des erzeugten Getreides (direkte Rückfracht zu den Mischfutterwerken in Weser-Ems) wirkt sich ebenfalls positiv auf das Jahresergebnis eines Ackerbaubetriebes aus.

Die NOM GmbH ist eine Kooperation von Lohn- und Transportunternehmen mit Sitz in Calveslage. Dort sind Michael Emke und Ludger Feldhaus mit ihrer Crew Ansprechpartner für alle Landwirte, um den geforderten Nährstoffaustausch zwischen Ackerbau und Veredelungsregion sicherzustellen.
Kombi-LKW als sogenannter „Walking Floor"- oder auch Schubboden-LKW mit fast 70 Kubikmetern Ladevolumen.

Win-win-Situation

„Unser Geschäftsmodell bringt eine echte Win-win-Situation auf die Betriebe", sagt Ludger Feldhaus: „Der Tierhalter gibt seine Nährstoffüberschüsse an den Ackerbaubetrieb und erhält Futtergetreide über seine Mühle wieder zurück – zur Versorgung seiner Tiere. Jeder Nährstofftransport ist vollkommen transparent und wird in einem Nährstoffportalprogramm der Düngebehörde hinterlegt und dokumentiert", so Feldhaus.

Nährstoffberatung OM

„Im Laufe der Jahre konnten wir feststellen, dass viele Betriebe mit Themen wie Düngebedarfsermittlung, Planung oder Stoffstrombilanzierung überfordert sind. Dafür haben wir im Jahre 2018 unsere Tochtergesellschaft Nährstoffberatung Oldenburger Münsterland (NBOM) gegründet", sagt Michael Emke. Die NBOM bietet fundierte und betriebsspezifische Beratung in allen Fragen rund um den Wirtschaftsdüngereinsatz an. Die hohe Beratungskompetenz sowie das nachhaltige Logistikkonzept der NOM sind aus Sicht von Ludger Feldhaus eine ideale Kombination und wurden so zur Erfolgsgeschichte.

Namhafte Kunden aus dem OM

Die Mischfutterunternehmen in Weser Ems und Niedersachsen kooperieren gern mit der NOM und nutzen das vom CO2-Ausstoß her fast halbierte intelligente Logistik- und Transportsystem mit folgender beeindruckender Stellungnahme:

„Die Veredelungswirtschaft in Weser Ems, steht vor einer immens großen Herausforderung, die überschüssigen Wirtschaftsdünger aus der Region herauszubringen und einer ordnungsgemäßen Verwertung zuzuführen. Wir begrüßen die Initiative der NOM GmbH, neutral und für alle Landwirte eine Hilfestellung bei der Verbringung von Wirtschaftsdüngerüberschüssen zu bieten und übertragen ihr unsere Frachtaufträge soweit möglich und wirtschaftlich vertretbar, um die Kosten der überregionalen Verbringung überschaubar zu halten. Die NOM aus Vechta sorgt für die Verteilung, Vergabe und Abarbeitung der Frachtaufträge an GMP-zertifizierte Fuhr- und Lohnunternehmer."

Unterzeichnet wurde das Papier von der RWG Vechta-Dinklage eG, der Wulfa-Mast GmbH Dinklage, von Fleming & Wendeln GmbH Garrel, der Raiffeisen Südoldenburg eG Friesoythe, von ForFarmers Langförden, der Unternehmensgruppe Bröring Dinklage, von Th. Lammerding GmbH Bakum, der agron GmbH & Co. KG Sögel, der Möhlenkamp GmbH & Co. KG Lorup, von Raiffeisen Centralheide Soltau, Best 3 Geflügelnahrung GmbH Twistringen, von der Tihen GmbH & Co. KG Bawinkel, von Raiffeisen Ems-Vechte aus Klein Berßen, deuka Höltinghausen, der Landhandel Rainer Bruns GmbH aus Visbek-Rechterfeld, von Raiffeisen Ammerland-Saterland, der Berding Beton GmbH Steinfeld, der G.L.D. Naturdünger GmbH, von Raiffeisen Waren Kassel, der VR Plus Altmark- Wendland eG Woltersdorf und Rothkötter Kraftfutter aus Meppen-Versen.

Die Karte vom Vertriebsgebiet der Gülle zeigt die aufnehmenden Biogasanlagen in der Ackerbauregion. Dort wird mit der Vergärung der angelieferten Gülle regenerative Energie erzeugt und mit dem gewonnenen Gärrest als Dünger wiederum Getreide erzeugt. Dieses Getreide wird von der NOM bei den Getreidehändlern geladen, nachdem es dort von den Kooperationspartnern, den Mischfutterherstellern aus dem Oldenburger Münsterland gekauft wurde.

So schließt sich mit Hilfe unserer intelligenten Kombi-Liner-Transportlogistik auf wirtschaftlich-ökologische Weise der Nährstoffkreislauf und kommt mit einer fast 50-prozentigen CO2-Einsparung beim Transport dem Klimaschutz erheblich zu Gute.

Die Karte des Vertriebsgebietes der Gülle zeigt die aufnehmenden Biogasanlagen in der Ackerbauregion.

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