Lebenswelt

Das Wohnerlebnis für alle

Autor*in: Bernhard Feldhaus

Die Nemann GmbH ist ein überrregional bekanntes Einzelhandelsunternehmen für Möbel, Küchen und Einrichtungsgegenstände aller Art. Mit einer Betriebsfläche von rund 50.000 Quadratmetern, 198 Mitarbeitern, zwei Möbelhäusern, 72 Jahren Tradition und 105.000 Artikeln zählt die Vechtaer Firma zu Norddeutschlands Top-Adressen im Möbelhandel. Das Familienunternehmen setzt auf Ehrlichkeit, Qualität und konsequenten Service. Hier steht der Mensch im Vordergrund – als Kunde, als Mitarbeiter und als Lieferant.

Clemens Nemann vor seinem Möbelmarkt in Vechta: Der Chef versteht Mitarbeiter als Kollegen und „als das wertvollste Kapital überhaupt", schätzt die überdurchschnittlich langen Betriebszugehörigkeiten seiner Belegschaft und setzt in seinem Hause auf generationsübergreifendes Lernen: „Wer gute Leute will, muss auch ordentlich ausbilden", so der 65-Jährige.

„Wir denken, handeln und arbeiten kundenorientiert", fasst Clemens Nemann die ebenso einfache wie wirkungsvolle Unternehmensleitlinie seines Möbelhauses zusammen. „Unser Möbelmarkt ist nicht der exklusive Designtempel, wir sind kein Antiquitätenhändler und wir sind auch nicht Ikea", resümiert der Vechtaer Kaufmann: „Wir sind einfach alles auf einmal. Und wir fahren auch in harten Zeiten sehr gut mit diesem Konzept".

So groß wie heute ist die Firma natürlich nicht immer gewesen. Doch die Vechtaer kennen Möbel Nemann seit 72 Jahren. Im Sommer 1949 trat der Vater des heutigen Inhabers die Nachfolge der Firma Holtvogt an und legte damit den Grundstein des heutigen Erfolges. 1969 entstand der für zeitgenössische Verhältnisse riesige Neubau an der Lohner Straße, mit dem das Unternehmen weit über die Grenzen Vechtas hinaus bekannt wurde.

1979 übernahm der damals erst 24-jährige Clemens Nemann das elterliche Unternehmen. Sechs Jahre später trug er sich erstmals mit dem Gedanken, seinen Markt noch einmal ordentlich zu vergrößern. Detaillierte Branchenanalysen, das Gespür für aktuelle Markttrends und die richtige Dosis Unternehmergeist bestärkten ihn in seinem kühnen Entschluss. „Es gab damals durchaus einige Leute, die behaupteten: Clemens, das Ding ist für Vechta zu groß, das wird nichts", erinnert sich der Möbelkaufmann. Doch Nemann ließ sich nicht beirren: Im Februar 1998 wurde das neue „Wohnerlebnis Nemann" an der Falkenrotter Straße als erstes Geschäft im damals brandneuen Gewerbegebiet eröffnet. Seither freuen sich Kunden aus ganz Nordwestdeutschland auf die einzigartige Erlebnis-Einkaufswelt rund um die Themen Wohnzimmer, Büro, Esszimmer, Küche, Schlafen, Garten, Grillen und Deko.

Digital und analog

Im Vergleich zu anderen Handels-Segmenten ist der Online-Anteil im Möbelhandel derzeit nach wie vor relativ gering. Alexander Lager, seit Sommer 2020 Mitglied der Geschäftsleitung bei Nemann und mit 29 Jahren einer der jüngeren Manager, weiß um diese fachspezifische Online-Hürde, sieht aber hier echte Chancen für die Zukunft. „Wir setzen künftig verstärkt auf Omnichannel-Konzepte, will heißen: Neben dem klassischen Ladengeschäft fahren wir das Internet und unser Social-Media Engagement mit Einrichtungstrends und Wohnideen weiter hoch. Da sehe ich noch ein erhebliches Wachstumspotenzial – nicht nur für uns, sondern für den gesamten deutschen Möbelmarkt", so der studierte Betriebswirt.

Noch lieber im Laden

Noch aber verweilt die Südoldenburger Kundschaft viel lieber im Möbelmarkt selbst. Da lässt sich die Ware vor Ort prüfen, da kann man das Nemann-Credo von kompromissloser Qualität, Beratung und Service am deutlichsten spüren. Und da kann man herrlich bummeln, im Nemann-Bistro kurz entspannen oder durchs ganzjährig geöffnete Home & Garden-Center flanieren. „Das Sortiment des ganzen Marktes muss natürlich immer dem Zeitgeist entsprechen – und zwar so, wie er vor Ort interpretiert wird ", weiß Alexander Lager.

Zweifellos sei die Nemann-Kundschaft eher bodenständig und konservativ geprägt, was sich freilich viel deutlicher im Kaufverhalten als im Stil ausdrücke: Möbelkunden hierzulande verlangten einwandfreie Ware zu günstigen Preisen. Trendlabels und kosten-intensivere Marken seien dabei durchaus gern gesehen, solange sie nur dem hohen Qualitätsanspruch standhielten. Sei indes das vergleichbare Möbel eines weniger bekannten Herstellers besser gearbeitet, gebe der Südoldenburger ganz eindeutig dem No-Name-Produkt den Vorzug. Die Ansprüche seien dabei genau wie im ganzen Bundesgebiet spürbar gestiegen; möglichst hochwertig muss es sein, kosten darf es nicht viel. Klar aber ist: Die Zeiten der Standard-Schrankwand Erika sind definitiv vorbei.

Geschäftsleiter-Meeting im Nemann-Bistro (v. l.):  Alexander Lager, Clemens Nemann und Peter Varelmann setzen auf Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Vor-Ort-Präsenz.

Corona hat alles verändert

In Zeiten von Corona gewinnt die gemütliche und komfortable Ausstattung des eigenen Zuhauses stärker an Bedeutung. Durch Homeoffice, Reisebeschränkungen und Veranstaltungsabsagen verbringen die meisten Menschen mehr Zeit in den eigenen vier Wänden als sonst. „In der Folge stellen sie ihre Einrichtung auf den Prüfstand. Die Budgets werden zugunsten der Wohnung umgeschichtet und lang gehegte Renovierungs- und Anschaffungswünsche endlich umgesetzt", freut sich Clemens Nemann.

Die veränderten Lebenssituationen ziehen neue Bedürfnisse nach sich. Ein Beispiel ist das Homeoffice: Während die meisten Berufstätigen bis März 2020 noch gar nicht oder nur sporadisch von zu Hause arbeiten konnten, hat sich der Heimarbeitsplatz in der Pandemie vielfach als Dauerlösung etabliert. Damit wachsen die Ansprüche an die Ausstattung.

„Wer jeden Tag ein paar Stunden lang im Homeoffice sitzt, wünscht sich einen professionell eingerichteten Arbeitsplatz", sagt Alexander Lager. Zu empfehlen sei vor allem ein ergonomischer Bürostuhl, der ein dynamisches und damit rückenfreundliches Sitzen ermögliche. Immer beliebter würden auch elektronisch höhenverstellbare Schreibtische, da sie wechselnde Arbeitspositionen ermöglichten und damit ebenfalls zur Rückengesundheit beitrügen.

Die gute Küche

Ebenfalls erst seit Corona wird zu Hause erheblich mehr gekocht als früher. Einerseits entfällt wegen der Homeofficesituation der Besuch in der Betriebskantine, andererseits finden Treffen mit Familie und Freunden naturgemäß seltener außerhalb, sondern immer öfter in den eigenen vier Wänden statt. Dann wird gemeinsam und aufwändig gekocht, sich unterhalten und eine entspannte Zeit genossen. Die Küche soll dafür den geeigneten optischen und funktionalen Rahmen bieten – vor allem, weil Koch-, Ess- und Wohnbereich heutzutage meist fließend ineinander übergehen.

„Den Wunsch nach einer neuen Küche haben sich seit Juni 2020 immer mehr Kundinnen und Kunden erfüllt. Das haben wir hier sehr deutlich gemerkt", sagt Alexander Lager.

Küchen Mit stets mehr als 120 Planungsbeispielen findet sich in der Nemann-Küchenausstellung die gesamte Preis-Leistungs-Bandbreite von 1.290 bis zu 50.000 Euro.

My Wohnzimmer is my castle

Als Entspannungsort und abendlicher Treffpunkt dient in vielen Familien das Sofa – erst Recht in Pandemiezeiten. Corona hat den seit Jahren starken Cocooning-Trend noch einmal verstärkt. „Die Leute sind ganz einfach mehr zu Hause und verbringen dort auch viel mehr Zeit als früher", sagt Peter Varelmann und weiß, dass damit auch die Ansprüche wachsen. Dementsprechend haben viele Haushalte in den vergangenen Monaten nachgerüstet. Gefragt sind vor allem Sofas und Sofalandschaften, die über viele Funktionen verfügen. Für eine Relax-Position lassen sich auf Knopfdruck Rückenlehnen nach hinten und Fußklappen hochfahren. Bei den Bezügen stehen pflegeleichte Textilien und Leder im Vordergrund, farblich dominieren warme Naturtöne wie Beige, Braun oder Anthrazit.

Polstermöbel Nemann gilt als feine Adresse in der Region, wenn es um neue Polstermöbel geht. „Anfassen und Probesitzen ist nach wie vor das Nonplusultra", sagt Prokurist Peter Varelmann.

Das Team von Nemann

„Wir haben also eine stabile und hohe Nachfrage und ein tolles Angebot. Das aber nützt alleine wenig. Denn gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden, ist für uns genauso schwierig wie für den ganzen deutschen Mittelstand", sagt Clemens Nemann: „Da müssen wir auch als Arbeitgeber attraktiv bleiben".

Das versucht Nemann bis dato ziemlich erfolgreich. Dank einer offenen Kommunikationskultur, flacher Hierarchien, sorgsam abgestimmter Mentoring- und Jobrotationsprogramme für die Azubis sowie einer gehörigen Portion Pragmatismus sieht sich das Unternehmen für die Zukunft gut gerüstet: „Wir pflegen hier im Hause ein freundschaftliches Miteinander. Wir wissen, was wir können und brauchen uns auch im bundesweiten Vergleich nicht zu verstecken", sagt Alexander Lager: „Da freue ich mich auf die nächsten 72 Jahre!"

Zuck Das Niedrigpreissegment bedient Nemann seit 25 Jahren über den Möbel-Discounter Zuck im ehemaligen Firmensitz an der Lohner Straße (Nähe Waldhof).

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