Bauwirtschaft

Der Großfamilienbetrieb

Autor*in: CHRISTIAN BEHRENS

Respekt, Vertrauen und Verlässlichkeit sollten zentrale Werte einer jeden Unternehmenskultur sein. Auch die Remmers-Gruppe bekennt sich zu ihnen und sieht darin keineswegs nur ein Lippenbekenntnis: Das in dritter Generation familiengeführte Unternehmen betrachtet auch seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Teil der großen Remmers-Familie und nicht als bloßes Humankapital.

Dass dieser Anspruch eingelöst wird lässt sich an verschiedenen Faktoren ablesen. Ein weicher Faktor: Eine lange Betriebszugehörigkeit ist eher die Regel als die Ausnahme. Bei den regelmäßig stattfindenden Jubiläumsfeiern werden reihenweise Kollegen für ihre 25-jährige, 30-jährige oder gar 40-jährige Treue geehrt. Eine insgesamt geringe personelle Fluktuation zeichnet Remmers ohnehin aus: Viele aktuelle Führungskräfte haben vor Jahrzehnten mit einer Ausbildung im Betrieb begonnen und sich dann stetig die Karriereleiter empor gearbeitet.

Remmers wurde im Frühjahr 2019 von Focus Money deutschlandweit als bester Ausbildungsbetrieb in der Chemieindustrie ausgezeichnet.   

Bestnoten als Arbeitgeber und Ausbilder

Neben diesen subjektiven Gradmessern gibt es aber auch harte Zahlen, die das gute Betriebsklima und die ausgesprochen hohe Mitarbeiterzufriedenheit belegen. Seit Jahren trägt Remmers den Titel „Nationaler Top-Arbeitgeber", der im Rahmen einer unabhängigen Datenerhebung von der Zeitschrift Focus Money vergeben wird. Der Betrieb gehört damit zu den 1.000 besten Arbeitgebern Deutschlands – und davon gibt es immerhin über drei Millionen, den öffentlichen Dienst nicht mitgerechnet. Bei der Befragung von Arbeitnehmern durch das unabhängige Marktforschungsinstitut Statista GmbH punktete Remmers vor allem mit der Weiterempfehlungsbereitschaft der eigenen Mitarbeiter sowie der positiven Außensicht von externen Arbeitgebern und Arbeitnehmern aus der Branche „Herstellung und Verarbeitung von Werk- und Baustoffen, Metallen und Papieren".

Darüber hinaus hat kürzlich das Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF) – ebenfalls im Auftrag der Zeitschrift Focus Money – eine repräsentative Untersuchung bei den 20.000 mitarbeiterstärksten Unternehmen in Deutschland durchgeführt. Die Studie „Deutschlands beste Ausbildungsbetriebe" kürte Remmers deutschlandweit zum besten Ausbildungsbetrieb in der Chemieindustrie. Die Kriterien waren neben strukturellen Daten auch der qualitative Ausbildungserfolg, die Ausbildungsquote und -entlohnung sowie Zusatzangebote zur Förderung der Auszubildenden. Die starke Fokussierung auf die Nachwuchsförderung hat bei Remmers eine lange Tradition. Nicht erst seit das Thema Fachkräftemangel in aller Munde ist, bemüht sich die Geschäftsführung um die Gewinnung qualifizierter junger Menschen. In den vergangenen zehn Jahren absolvierten mehr als 250 Nachwuchskräfte eine Berufsausbildung im Betrieb – drei Viertel davon mit einem guten oder sogar sehr guten Abschlusszeugnis.

Momentan bildet Remmers 90 junge Leute in neun gewerblichen und kaufmännischen Berufen aus. Hinzu kommt die Möglichkeit eines dualen Studiums zum Bachelor of Business Administration oder auch ein Jahrespraktikum. Dabei werden die Neueinsteiger von Beginn an konsequent gefördert und intensiv betreut. Dazu zählen neben Auslandspraktika auch fachspezifische und fachüberreifende Schulungen sowie die gezielte Vorbereitung auf die Abschlussprüfung. Selbstverständlich lernen die Auszubildenden während ihrer Zeit im Betrieb verschiedene Abteilungen kennen. Nach erfolgreicher Prüfung winkt den meisten dann die Übernahme und eine vielversprechende Karriereperspektive im Unternehmen.

Remmers hat in den letzten 70 Jahren eine rasante Entwicklung erlebt.   

Als Mittelständler in Europa

Die noch heute als unabhängiges Familienunternehmen tätige Remmers-Gruppe wurde 1949 als Einmannbetrieb vom 2004 verstorbenen Bernhard Remmers gegründet. Das Unternehmen befindet sich seit Jahren auf einem kontinuierlichen Wachstumskurs, der auch die Belegschaft betrifft. Momentan beschäftigt die Remmers-Gruppe mehr als 1.500 Mitarbeiter sowohl am Hauptsitz in Löningen als auch bei den in- und ausländischen Tochtergesellschaften, deren Zahl in der jüngeren Vergangenheit ebenfalls gewachsen ist.

Remmers ist heute ein international anerkannter Spezialist für die Herstellung von bauchemischen Produkten, Holzfarben und -lacken sowie Industrielacken. Der Hauptsitz ist nach wie vor in Löningen, wo auch der Großteil der Mitarbeiter tätig ist. Mittlerweile ist Remmers in über 30 Ländern vertreten und mit einem Gesamtumsatz von rund 335 Millionen Euro (2018) weltweit etabliert. Der Exportanteil der Unternehmensgruppe liegt momentan bei fast 38 Prozent (2018). Dabei entwickelt und vertreibt sie Bauprodukte und -systeme vom Keller bis zum Dach. Die Kernkompetenzen liegen in den Bereichen Bauten- und Holzschutz. In Form des Beschichtungsspezialisten Remmers Industrielacke am Produktionsstandort Hiddenhausen ergänzt die Gruppe ihr Portfolio in einem dritten Kompetenzbereich. Mit insgesamt über 400 Produktsystemen bietet Remmers in den Hauptbereichen Bauten-, Fassaden-, Boden-, Holzschutz und Holzveredelung eine umfangreiche Palette an. Und die umfasst weit mehr als lediglich die Produkte: Die Remmers-Fachplanung und das Bernhard-Remmers-Institut für Analytik sind weitere Säulen, auf denen der Unternehmenserfolg basiert.

Als Hauptsponsor und Namensgeber des gleichnamigen Sommerabendlauffestes stellt Remmers jährlich eines der größten Firmenteams.   

Seit 1996 gibt es außerdem die Bernhard-Remmers-Akademie: Sie hat sich mit den Jahren zu einem Forum entwickelt, in dem sich Wissenschaftler und Praktiker sowie Architekten und Planer austauschen. Bei dieser Institution handelt es sich um eine Initiative des Handwerks, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und des Unternehmers Bernhard Remmers, zu dessen Ehren alle zwei Jahre der gleichnamige Preis verliehen wird. Entsprechend der Internationalisierungsstrategie des Gesamtunternehmens hat sich auch die Akademie neu ausgerichtet: Sie bietet ihre stark nachgefragten Seminare nicht nur in ganz Deutschland, sondern zusätzlich in acht europäischen Metropolen an.

45 Jahre Remmers dafür steht unter anderem Marita Knabke.   

Für die Mitarbeiter, für die Region

Dank der internationalen Ausrichtung von Remmers haben Mitarbeiter die Gelegenheit zu mehrmonatigen Auslandsaufenthalten: So können Auszubildende in die europäischen Tochterunternehmen wechseln, um dort eine andere Sprache und Kultur über einen gewissen Zeitraum kennenzulernen. Inzwischen steht diese Möglichkeit auch allen anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unter dem Programm-Titel „Remmers Exchange" grundsätzlich offen. Selbstverständlich fördert Remmers die Mitarbeiter auch durch zahlreiche fachliche und überfachliche Weiterbildungsangebote. Eine besondere Variante zielt dabei auf Seiteneinsteiger: Sie haben die Möglichkeit, sich innerhalb eines Jahres nebenberuflich zur Produktionsfachkraft Chemie zu qualifizieren. Momentan läuft bereits der dritte Fortbildungslehrgang, bei dem ungelernte bzw. fachfremde Kolleginnen und Kollegen am Wochenende die Schulbank drücken. Die vom Wilhelmshavener Bildungsträger „arvaport" organisierte Qualifizierung endet mit einer IHK-Prüfung und entsprechendem Zertifikat.

Für die Region ist Remmers ein wichtiger Arbeitgeber und ein Unternehmen, das sich in vielfältiger Weise einbringt. Zu nennen ist beispielsweise die Unterstützung des Remmers-Hasetal-Marathons des VfL Löningens als Hauptsponsor. Jahr für Jahr pilgern rund 3.000 Laufsportbegeisterte in Deutschlands Nordwesten, um die einzigartige Atmosphäre entlang der idyllischen Streckenführung zu genießen. Auch Remmers-Mitarbeiter sind mit von der Partie – entweder als Aktive oder als ehrenamtliche Helfer in der Organisation. Wer mitläuft, kann sich im Rahmen des Gesundheitsmanagement-Programms „remmersfit" gezielt auf den Lauf vorbereiten. Ansonsten dient remmersfit der Gesundheitsförderung der gesamten Belegschaft sowie dem Arbeitsschutz. Neben Kursangeboten zur Gesundheitsförderung umfasst das Programm unter anderem Informationen zum Thema Arbeitsschutz und Ergonomie inklusive der entsprechenden Arbeitsschutzausstattung.

Kulturell engagiert sich das Unternehmen seit Jahren sowohl finanziell als auch im Ehrenamtsbereich für den Erhalt und Ausbau der einzigartigen kinotechnischen Sammlung in Löningen. Gezeigt werden dort unter anderem fast 100 verschiedene Projektoren aus den Anfangsjahrzehnten des Kinos. Für die Kooperation mit dem auf ehrenamtlichem Engagement angewiesenen Trägerverein erhielt die Tochterfirma Remmers GmbH im Jahr 2016 den Niedersächsischen KulturKontakte-Preis 2016. Dabei ist es das Ziel von Remmers, historisches Kulturgut am Hauptsitz des Unternehmens zu erhalten und zu bewahren. Fazit: Respekt, Vertrauen und Verlässlichkeit zeichnen daher nicht nur das Verhältnis der Remmers-Gruppe AG zu ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Kunden und Geschäftspartnern aus, sondern auch zu den Menschen in der Region.

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