Krebsmedizin zentrales Thema auf OLB-Ärzte-Neujahrsempfang

• Dr. Burkhard Otremba, Vorsitzender Tumorzentrum Weser-Ems:

Veröffentlicht: 11. Januar 2018

„Erhebliche Fortschritte bei deutlich gestiegenen Kosten“
• Rund 80 Ärzte aus der Region folgten der Einladung der Bank
• Betreuung von Freiberuflern wichtiger Bereich in der OLB

Oldenburg. Für die Ärzte ist die Veranstaltung als Austausch unter Kollegen seit Jahren beliebt, für die ausrichtende Oldenburgische Landesbank AG (OLB) ist sie ein Angebot zur Stärkung von Netzwerken: Zum 14. OLB-Ärzte-Neujahrsempfang kamen am Mittwoch, 10. Januar 2018, rund
80 Ärzte aus der Region auf dem OLB-Campus an der Gottorpstraße in Oldenburg zusammen. Im Mittelpunkt des Abends stand der Fachvortrag von Dr. Burkhard Otremba, Onkologische Praxis Oldenburg und Vorsitzender des Tumorzentrums Weser-Ems e.V., der die aktuellen Erfolge, Chancen und Grenzen der Krebsmedizin beleuchtete.

Knapp eine halbe Million Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr neu an Krebs. In den nächsten gut zehn Jahren rechnet beispielsweise das Robert-Koch-Institut mit einer Zunahme der Neuerkrankungen um etwa 20 Prozent. „Der Krebs kennt keine Altersgruppen, aber tendenziell sind ältere Menschen stärker betroffen. So führt allein die demografische Entwicklung zu einer Zunahme“, sagt Dr. Burkhard Otremba. Ein weiterer Faktor sei die verbesserte Diagnostik: „Die Krebsfälle nehmen statistisch auch deshalb weiter zu, weil wir durch den technischen Fortschritt mehr Erkrankungen diagnostizieren können als früher überhaupt entdeckt wurden.“

Behandlungserfolge, die noch vor Jahren undenkbar waren, werden nicht nur bei prozentual häufigen Tumorlokalisationen erzielt. Dr. Burkhard Otremba erläuterte, wie beispielsweise beim Brustkrebs durch das Screening kleinere Tumore entdeckt werden, die auch besser heilbar seien als früher. Bei Fällen von metastasierten Melanomen hätten sich die Aussichten für Patienten durch die Anwendung von Immunonkologie und zielgerichteter Therapie erheblich verbessert. Auch vergleichsweise seltene Erkrankungen wie Morbus Hodgkin seien heutzutage fast immer heilbar durch moderne Therapieverfahren wie Chemo- und Strahlentherapie unter Beteiligung verschiedener ärztlicher Fachdisziplinen.

Neben klassischen Behandlungsweisen wie Operation, Chemotherapie und Bestrahlung erwarten Experten wie der Oldenburger Onkologe die Etablierung weiterer Therapiemöglichkeiten. Der Krebs nutzt vielfach die Schwachstellen des Körpers aus, um selbst zu wachsen. Wie das körpereigene Immunsystem die Krankheit bekämpfen kann, ist Thema intensiver Forschung. Selbst bei Tumoren in der Lunge, die statistisch zu höherer Sterberate führen, konnte die Immuntherapie bereits lebensverlängernde Erfolge erzielen. Auch die Behandlung mit tumorspezifischen Antikörpern und spezielle Impfungen stellen gute Alternativen dar.

An gewisse Grenzen stößt aller Fortschritt spätestens bei den Kosten. Wurden vor zehn Jahren weltweit Arzneimittel zur Krebsbehandlung im Wert von rund 40 Milliarden Euro eingesetzt, gehen Marktprognosen bis zum Jahr 2020 von einem Anstieg auf mehr als 140 Milliarden Euro aus. „Wir müssen in der Onkologie die Kostenentwicklung gesellschaftlich diskutieren“, sagt Dr. Burkhard Otremba. Kosten- und Nutzenbetrachtungen dürften in Therapieempfehlungen kein Tabu sein. Die stärkere Finanzierung der Krebsforschung mit öffentlichen Geldern regt er ebenso an wie den vermehrten Einsatz von preisgünstigeren Generika. „Ein unreflektiertes ‚Weiter So‘ kann es nicht geben, da sonst die breite Versorgung der Betroffenen in Deutschland schwierig werden könnte. Wir brauchen intelligente Lösungen, keine Rationierung“, fordert Dr. Burkhard Otremba.

Der OLB-Ärzte-Neujahrsempfang gilt als eine der herausragenden Veranstaltungen im Kalender der Bank. Jedes Jahr wird den Teilnehmern ein Gastvortrag zu einem aktuellen Fachthema angeboten. Seit der Premiere im Jahr 2005 standen verschiedene Richtungen unter anderem von der Herz-, Gefäß- oder Hirnchirurgie über die Radiologie, die Chinesische Medizin und die Implantologie bis aktuell zur Onkologie im Fokus.

Ärzte und Apotheker zählen wie beispielsweise auch Rechtsanwälte und Steuerberater zu den Berufsgruppen, die die OLB in der Betreuung von Angehörigen freier Berufe anspricht. „Freiberufler brauchen eine gute Bank, die ihnen in allen Themen rund um Finanzen und Versicherungen den Rücken frei hält. Ob es die Ausstattung für die Praxis oder Kanzlei ist, eine private Immobilie oder eine Geldanlage zur Zukunftsabsicherung: Gerade bei freiberuflich tätigen Menschen müssen die privaten und beruflichen Themen stark aufeinander abgestimmt sein“, sagte Hilger Koenig, Vertriebsvorstand der OLB, in seiner Begrüßung.

Insbesondere mit einem gemeinsam mit der Frankfurt School of Finance & Management entwickelten Weiterbildungsprogramm baut die OLB die Kompetenz ihrer Freiberuflerbetreuer kontinuierlich aus. Jeder zweite Kundenbetreuer in diesem Bereich hat die Weiterbildung bereits erfolgreich abgeschlossen, bis Jahresende 2018 will die Bank alle Freiberuflerbetreuer durch die Frankfurt School of Finance & Management zertifiziert haben.

powered by webEdition CMS