BOGE Rubber & Plastics erzielt Rekordumsatz und erweitert Produktportfolio um elastomerische Gelenkkupplungen

Veröffentlicht: 03. Mai 2018

Damme. Der Automobilzulieferer BOGE Rubber & Plastics hat im Geschäftsjahr 2017 den höchsten Umsatz in der Unternehmensgeschichte erzielt. Er wuchs um 8,6 Prozent auf 829,2 Mio. Euro, wechselkursbereinigt 9,7 Prozent. Motoren des Wachstums waren zum einen die über alle Produktlinien gute Auftragslage, eine Vielzahl von Produktanläufen sowie das überproportionale Wachstum in China.

Mit dem neuen Werk in Mexiko und dem zweiten Werk in China hat der Anbieter für Schwingungstechnik und Kunststofflösungen 2017 seinen internationalen Expansionskurs fortgesetzt. Zudem wird das Produktportfolio kontinuierlich erweitert. Dr. Torsten Bremer, CEO von BOGE Rubber & Plastics, stellte im Rahmen der Jahres-Pressekonferenz am Freitag (27. April) in der Konzernzentrale im niedersächsischen Damme die elastomerische Gelenkkupplung vor – das neuste Produkt aus dem Hause BOGE.

Die Erweiterung des Produktportfolios um die Gelenkkupplungen ist möglich geworden, weil die BOGE Rubber & Plastics Group zum 1. April 2018 das Anlagevermögen sowie die Patentnutzungsrechte der Flexcon Germany GmbH in Mühldorf erworben hat. Die Flexcon Germany GmbH entwickelt, produziert und vertreibt elastomerische Gelenkkupplungen wie sie zum Beispiel in Kardanwellen heck- und allradgetriebener Kraftfahrzeuge sowie in vielen mobilen und stationären industriellen Bereichen zur Anwendung kommen. Der Entwicklungs- und Kleinserienstandort der Flexcon-Germany GmbH im bayerischen Mühldorf wird unter dem Dach der BOGE Elastmetall GmbH weiterbetrieben. „Die Entwicklungskompetenz der Flexcon Germany GmbH ergänzt ideal unsere internationale Produktionspräsenz. Durch diesen neuen Produktbereich wird das Gesamtprogramm im Kernbereich Schwingungstechnik von BOGE Rubber & Plastics hervorragend abgerundet“, betont Dr. Bremer. Mittelfristig strebt die BOGE Rubber & Plastics Group an, mit den Gelenkkupplungen Umsätze im zweistelligen Millionen-Bereich pro Jahr zu erwirtschaften.

Neben dieser strategischen Portfolioerweiterung im Bereich der Schwingungstechnik unterstützen auch neue Produktbereiche in der Produktlinie Kunststoff die Expansionsstrategie. Leichtbaukomponenten erreichen zunehmend neue Anwendungen im Fahrzeugbau, an denen die BOGE Rubber & Plastics Gruppe überproportional partizipiert.

Innovationskultur: Motor der Wettbewerbsfähigkeit
Für Dr. Bremer ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor die Innovationskultur und der damit verbundene klare Fokus auf Innovationen für die Automobilindustrie aber auch für andere Branchen: „Um weiter wettbewerbsfähig zu sein, müssen wir agiler werden und immer das Ziel haben, nach ständiger Verbesserung zu streben. Es gilt, weltweit ein hohes Maß an Produktqualität und operativer Exzellenz zu garantieren. Mit unserem neu initiierten Innovationsprozess wollen wir unsere Innovationskraft sowohl bei den Produkten als auch bei den Prozessen und Materialien beschleunigen. Dabei spielt, auch gefordert durch den Einsatz von alternativen Fahrzeugantrieben, unsere akustische Auslegungskompetenz sowie der Leichtbau eine zentrale Rolle. Eine besondere Motivation zieht unsere Mannschaft nicht zuletzt aus diversen Innovationspreisen, die wir in den vergangenen Jahren gewinnen konnten. Das sehen wir als klaren Beleg, dass der eingeschlagene Weg im Markt anerkannt wird“, sagt Dr. Bremer

Um die Position als Technologie- und Innovationsführer zu festigen, hat die BOGE Rubber & Plastics Group im Geschäftsjahr 2017 über 50,7 Mio. Euro investiert – das sind mehr als fünf Prozent des Gesamtumsatzes. „Für unseren Internationalisierungs- und Wachstumskurs haben wir nach wie vor die volle Unterstützung unseres chinesischen Eigentümers“, sagte Dr. Bremer.

Deutschland stand im Geschäftsjahr 2017 mit einem Investitionsvolumen von 19,1 Mio. Euro an der Spitze, gefolgt von China (17,4 Mio. Euro) und der Slowakei (10,8 Mio. Euro). Zu den großen Investitionsprojekten gehörten am Standort Damme die Kunststoff-Pedalerien (MQB Plattform, VW) sowie am Standort Simmern (Hunsrück) das Motorlagersystem MLBevo für Audi (Modularer Längsbaukasten der zweiten Generation) und das Getriebelager für VW (Plattform MQB, A0). Größere Investitionsprojekte außerhalb von Deutschland betrafen am Standort Trnava (Slowakei) diverse elastomerische Fahrwerklager für den Kunden Daimler (Plattform MFA 2) und in Qingpu (China) die Kunststoff-Pedalerien für diverse Modelle der Volkswagen Gruppe.

Internationalisierung 2017: Neues Werk in Mexiko und zweites Werk in China
Ein weiterer wichtiger Schritt, die globale Präsenz auszubauen, war die Eröffnung des Werkes in Mexiko. In San Luis Potosí werden Projekte aller Produktlinien, also in den Bereichen Schwingungstechnik Fahrwerk und Antriebsstrang sowie Kunststoffkomponenten und -module realisiert. Zu den ersten Kunden gehören Daimler und der VW-Konzern. Mittelfristig werden rund 200 Mitarbeiter für BOGE in Mexiko arbeiten.

Mit „BOGE Rubber & Plastics Zhuzhou Co. Ltd.“ hat BOGE Rubber & Plastics jetzt ein zweites Werk in China. Der Geschäftsbereich Automotive des Eigentümers Zhuzhou Times New Material Technology Co., Ltd (TMT) wurde in die BOGE Rubber & Plastics Group integriert. Das BOGE-Werk in Zhuzhou konzentriert sich auf Produkte der automobilen Schwingungstechnik und akustische Isolationskomponenten. BOGE hat sein Produktportfolio damit um Akustik-Produkte (passive Dämm-Materialien) für die Automobilbranche und Industrie sowie um LKW-Fahrwerkmodule erweitert. Rund 200 Mitarbeiter produzieren in Zhuzhou schwerpunktmäßig Produkte für Kunden aus den Bereichen Lastkraftwagen und Busse.

Westeuropa und China sind die größten Märkte
Die Analyse des Umsatzes nach Regionen zeigt, dass Westeuropa für den globalen Anbieter für Schwingungstechnik und Kunststofflösungen in der Automobilindustrie nach wie vor der wichtigste Markt ist. Hier wurden im Jahr 2017 rund 50 Prozent des Konzernumsatzes erwirtschaftet, gefolgt von China, bereits mit einem Anteil von über 20 Prozent, der Slowakei mit rund 15 Prozent und den USA mit rund 12 Prozent.

Mitarbeiter
Im Geschäftsjahr 2017 beschäftigte BOGE Rubber & Plastics durchschnittlich 4.183 Mitarbeiter (Vorjahr: 3.765 Mitarbeiter). Der Zuwachs resultiert überwiegend aus den neuen Werken in Mexiko und China. Die meisten Mitarbeiter sind in Deutschland tätig (ca. 1.800) gefolgt von China (ca. 1.000), der Slowakei (ca. 900) und den USA (ca. 250).

Ausblick

Auch in den nächsten Jahren wird die BOGE Rubber & Plastics Group ihre Internationalisierungsstrategie weiter fortsetzen. Wesentliche Erstanläufe im neuen Werk in Mexiko werden in 2018 und 2019 erfolgen. „Um dem starken Marktwachstum des Automobilmarktes in China und unseren Kunden auch weiter gerecht werden zu können, werden wir unsere Marktpräsenz in China erhöhen und bauen dort bereits ein drittes Werk“, berichtet Dr. Bremer. Der Produktionsstart im chinesischen Wuxi ist für 2019 vorgesehen. Mit dieser Produktionskapazität soll ein jährlicher Umsatzzuwachs in Höhe von ca. 100 Mio. Euro erwirtschaftet werden. Damit würde BOGE Rubber & Plastics den gesamten Umsatz in China auf über 250 Mio. Euro pro Jahr steigern.

Die BOGE Rubber & Plastics Group will weiterhin auf Wachstumskurs bleiben und investiert deshalb kontinuierlich. Das geplante Investitionsniveau im Jahr 2018 mit 48,2 Mio. Euro bleibt stabil, davon fließen rund 18,5 Mio. Euro in die chinesischen Standorte, 15,4 Mio. Euro in das Werk Trnava (Slowakei) und 10,0 Mio. Euro nach Deutschland, davon 6,7 Mio. Euro in das Werk Damme. Die deutlichen Investitionen in China und der Slowakei tragen auch dem Tatbestand Rechnung, dass im globalen Automobilmarkt neben der Technologiekompetenz mehr denn je die Wettbewerbsfähigkeit der Produkte eine erhebliche Rolle in den Lieferantenentscheidungen der weltweit einkaufenden Automobilhersteller spielt. Dazu Dr. Bremer: „BOGE Rubber & Plastics ist bereit, sich diesen Herausforderungen zu stellen, um auch zukünftig schneller als der Markt wachsen zu können.“