Linda Schmuck hat einen Grundsatz, der sie durchs Leben trägt: „Ich möchte nicht über Menschen entscheiden, ich möchte zusammen mit ihnen arbeiten.“ Worte, die nachhallen – und viel über die Ärztin aus Cloppenburg verraten. Medizin bedeutet für sie Beziehung, Vertrauen und Begegnung auf Augenhöhe. Sie möchte zuhören, erklären, gemeinsam entscheiden – als Partnerin ihrer Patientinnen und Patienten.
Schon als Schülerin an der Liebfrauenschule in der Soestestadt war für die heute 39-Jährige klar, dass sie eines Tages Ärztin werden wollte. Doch der direkte Weg blieb ihr zunächst verwehrt: „Meine Abiturnote reichte leider nicht für einen Medizinstudienplatz“, erinnert sie sich.
Eine Planänderung mit Folgen
Statt zu hadern, suchte sie nach einem anderen Zugang zur Medizin – und fand ihn im Studium der Logopädie an der Hochschule Fresenius. Nach erfolgreichem Abschluss und dem Start ins Berufsleben am Neurologischen Rehabilitationszentrum Godeshöhe in Bonn-Bad Godesberg öffnete sich überraschend doch noch die Tür zum Medizinstudium: Die Universität Greifswald bot ihr einen Platz im Zweitstudium an. „Natürlich habe ich sofort zugegriffen“, sagt sie heute – eine Entscheidung, die ihren beruflichen Weg neu ausrichtete und zugleich einen lang gehegten Traum Wirklichkeit werden ließ.
Noch immer beginnt Linda Schmuck zu strahlen, wenn sie von ihrer Rückkehr an die Uni erzählt. „Ich habe mich wieder jung gefühlt“, sagt sie rückblickend. „Da war viel Freude in mir, ebenso Anspannung.“ Ein zweites Studium, ein neuer Lebensabschnitt, auch Ungewissheiten. Und doch war es genau der Schritt, den sie sich immer gewünscht hatte.
Rückkehr in heimatliche Gefilde
2017 schloss sie ihr Medizinstudium mit dem Staatsexamen ab. Kurz darauf trat sie in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Greifswald ihre erste Stelle als Assistenzärztin an. Dort sammelte sie wertvolle klinische Erfahrungen, vor allem im Umgang mit Menschen in seelischen Ausnahmesituationen – eine Zeit, die sie bis heute geprägt hat.
Doch an der Ostsee bleiben? Diese Vorstellung konnte Linda Schmuck nicht wirklich überzeugen. So entschloss sie sich 2020 kurz nach ihrer Promotion gemeinsam mit ihrem aus der Pfalz stammenden Mann zur Rückkehr ins Oldenburger Münsterland. „Ich bin hier aufgewachsen, man kann hier einfach gut Kind sein“, betont die inzwischen zweifache Mutter. Für sie war das einer der wichtigsten Gründe für den Wohnortwechsel – nicht nur wegen der eigenen Herkunft, sondern auch mit Blick auf ein Lebensmodell, das Beruf und Familie im Einklang hält.
Angekommen in der Hausarztpraxis
Von 2021 bis 2024 gehörte sie zum Team der Hausärztlichen Gemeinschaftspraxis Dr. med. Wenck & von Dalwigk in Cloppenburg, wo sie im Rahmen ihrer Weiterbildung zur Fachärztin für Allgemeinmedizin tätig war. Bis Ende 2025 setzt sie ihre Ausbildung in der Inneren Medizin im St-Josefs-Hospital in Cloppenburg fort.
Wie es anschließend weitergehen könnte, lässt Linda Schmuck bewusst offen. Wieder in die Klinik? Oder eine eigene Praxis? Ja, vielleicht. Der Gedanke daran liegt jedenfalls nahe: „Auch meine Eltern waren selbstständig.“ Andererseits weiß sie die Vorteile einer festen Anstellung ebenfalls zu schätzen. Entscheidend für sie ist vor allem die Balance zwischen Privat- und Berufsleben. „In erster Linie bin ich Mama, das wird so bleiben – und meine Patienten wissen das.“
„Ich möchte nicht über Menschen entscheiden, ich möchte zusammen mit ihnen arbeiten.“ Linda Schmuck
Verantwortung, Orientierung, Haltung
Linda Schmuck macht deutlich, worauf es beim Beruf der Ärztin oder des Arztes ankommt: auf die Übernahme von Verantwortung. Für die Patientinnen und Patienten. Aber auch für sich selbst und die eigene Zufriedenheit. Es geht eben nicht allein um Wissen, Diagnostik und Therapien. Es geht auch darum, in komplexen Situationen Orientierung zu geben, Entscheidungen mitzutragen – und Haltung zu zeigen, wo Menschen sich verletzlich und abhängig fühlen.
Keine Frage: Linda Schmuck, die Ärztin aus Cloppenburg, steht exemplarisch für eine solche Haltung. Ihr Leitsatz „Ich möchte nicht über Menschen entscheiden, ich möchte zusammen mit ihnen arbeiten“ ist gelebte Praxis und bestimmt nach wie vor ihr tägliches Handeln.