Universität Vechta

Partnerin im bundesweiten Kolleg „New Public Health“

05.01.2026
Autorin: Alke zur Mühlen

Die Universität Vechta bietet keinen eigenen Medizin-Studiengang an. Dennoch ist sie in zahlreichen Bereichen mit medizinisch relevanten Fragen befasst. Mit der Gerontologie ist sie sogar maßgeblich an einem neuen, bundesweiten Promotionskolleg beteiligt, dem außerdem u.a. die Charité – Universitätsmedizin Berlin, die Berlin School of Public Health und die Technische Universität Dresden angehören.

Fragen des Alterns, der Lebensqualität und der gesellschaftlichen Teilhabe älterer Menschen haben an der Universität Vechta seit langem einen hohen Stellenwert. Mit dem Institut für Gerontologie, profilierten Studiengängen und der engen Verbindung von Forschung, Praxis und Regionalbezug verfügt sie über eine bundesweit anerkannte Expertise. Die Uni betrachtet Altern konsequent aus sozialwissenschaftlicher, psychologischer und gesundheitsbezogener Perspektive – stets lebensweltorientiert und gesellschaftlich relevant.

Internationales Renommee

So ist Vechta zu „einem der deutschlandweit wichtigsten Standorte für innovative Alterns- und Gesundheitsforschung“ geworden, wie Prof. Dr. Andrea Teti sagt. Dass dies an einem eher kleinen Hochschulstandort gelingt, macht die Leistung umso bemerkenswerter: Die Gerontologie in Vechta hat sich mit ihrer zukunftsorientierten Ausrichtung inzwischen auch international einen Namen gemacht.

Als Leiter des Instituts für Gerontologie und dank seiner Kontakte zur Berlin School of Public Health zeichnet Teti maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Universität Teil des neuen Promotionskollegs „New Public Health – Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention im Lebensverlauf“ ist. Der Vechtaer Gerontologe betreut in der Kreisstadt drei Promotionsvorhaben im Themenfeld „Altern & Gesundheit“. Im Mittelpunkt stehen Untersuchungen, wie sich Gesundheit in allen Lebensphasen fördern lässt und soziale Ungleichheiten reduziert werden können.

Sichtbarkeit für den Standort

Die Universität Vechta gehört damit zum exklusiven Kreis von insgesamt vier renommierten Forschungseinrichtungen. Die Beteiligung am Promotionskolleg bedeutet eine wesentliche Steigerung ihrer Sichtbarkeit im Feld der gesundheitsbezogenen Forschung. Das sei, so erläutert Teti, von Bedeutung, weil das Interesse am Studiengang Gerontologie an den Hochschulen nachlasse. „Diesem Trend wollen wir entgegensteuern. Deshalb leistet das Projekt selbstverständlich einen wichtigen Beitrag zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.“

Die Jungwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler erhalten eine strukturierte Promotionsförderung, die eigenständige Forschung mit intensiver Betreuung und Qualifizierung verbindet. In Vechta sind Promotionen im Fach Gerontologie / Dr. phil. vorgesehen.

Mehr als eine medizinische Frage

Das von der Hans-Böckler-Stiftung mit 1,3 Millionen Euro geförderte Promotionskolleg versteht Gesundheit nicht als rein medizinische Frage, sondern als Ergebnis sozialer, politischer, ökonomischer und ökologischer Lebensbedingungen. Public Health soll dabei lebenslauforientiert und sozialwissenschaftlich weiterentwickelt werden – mit besonderem Fokus auf das Altern und die Voraussetzungen eines gesunden, sozial eingebundenen Lebens im höheren Alter.

Vor dem Hintergrund von Pandemieerfahrungen, Klimawandel, sozialer Ungleichheit und digitaler Transformation gewinnt dieser Ansatz an Aktualität. „New Public Health“ fragt nicht nur, warum gesundheitliche Ungleichheiten entstehen, sondern auch, wie sie abgebaut werden können. Schwerpunkte liegen auf Partizipation und Empowerment sowie auf Gesundheitsförderung in konkreten Lebenswelten – von Familie und Schule über Betrieb und Kommune bis zu Alten- und Pflegeeinrichtungen.

 

Ein Vorlesungssaal einer Universität © pixabay

Studium

Gerontologie an der Universität Vechta

Der Studiengang Gerontologie an der Universität Vechta beschäftigt sich mit dem Altern in allen Facetten – biologisch, psychologisch, sozial und gesellschaftlich. Studierende lernen, wie sich Lebensverläufe gestalten, wie gesundheitliche, soziale und ökonomische Bedingungen das Altern beeinflussen und welche Konzepte ein selbstbestimmtes, gesundes und sozial eingebundenes Leben im höheren Alter unterstützen können.

Der Studiengang eignet sich für alle, die Altern nicht nur als biologischen Prozess verstehen, sondern als gesellschaftliche Herausforderung und Zukunftsaufgabe aktiv mitgestalten wollen.