Internationales Renommee
So ist Vechta zu „einem der deutschlandweit wichtigsten Standorte für innovative Alterns- und Gesundheitsforschung“ geworden, wie Prof. Dr. Andrea Teti sagt. Dass dies an einem eher kleinen Hochschulstandort gelingt, macht die Leistung umso bemerkenswerter: Die Gerontologie in Vechta hat sich mit ihrer zukunftsorientierten Ausrichtung inzwischen auch international einen Namen gemacht.
Als Leiter des Instituts für Gerontologie und dank seiner Kontakte zur Berlin School of Public Health zeichnet Teti maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Universität Teil des neuen Promotionskollegs „New Public Health – Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention im Lebensverlauf“ ist. Der Vechtaer Gerontologe betreut in der Kreisstadt drei Promotionsvorhaben im Themenfeld „Altern & Gesundheit“. Im Mittelpunkt stehen Untersuchungen, wie sich Gesundheit in allen Lebensphasen fördern lässt und soziale Ungleichheiten reduziert werden können.
Sichtbarkeit für den Standort
Die Universität Vechta gehört damit zum exklusiven Kreis von insgesamt vier renommierten Forschungseinrichtungen. Die Beteiligung am Promotionskolleg bedeutet eine wesentliche Steigerung ihrer Sichtbarkeit im Feld der gesundheitsbezogenen Forschung. Das sei, so erläutert Teti, von Bedeutung, weil das Interesse am Studiengang Gerontologie an den Hochschulen nachlasse. „Diesem Trend wollen wir entgegensteuern. Deshalb leistet das Projekt selbstverständlich einen wichtigen Beitrag zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.“
Die Jungwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler erhalten eine strukturierte Promotionsförderung, die eigenständige Forschung mit intensiver Betreuung und Qualifizierung verbindet. In Vechta sind Promotionen im Fach Gerontologie / Dr. phil. vorgesehen.
Mehr als eine medizinische Frage
Das von der Hans-Böckler-Stiftung mit 1,3 Millionen Euro geförderte Promotionskolleg versteht Gesundheit nicht als rein medizinische Frage, sondern als Ergebnis sozialer, politischer, ökonomischer und ökologischer Lebensbedingungen. Public Health soll dabei lebenslauforientiert und sozialwissenschaftlich weiterentwickelt werden – mit besonderem Fokus auf das Altern und die Voraussetzungen eines gesunden, sozial eingebundenen Lebens im höheren Alter.
Vor dem Hintergrund von Pandemieerfahrungen, Klimawandel, sozialer Ungleichheit und digitaler Transformation gewinnt dieser Ansatz an Aktualität. „New Public Health“ fragt nicht nur, warum gesundheitliche Ungleichheiten entstehen, sondern auch, wie sie abgebaut werden können. Schwerpunkte liegen auf Partizipation und Empowerment sowie auf Gesundheitsförderung in konkreten Lebenswelten – von Familie und Schule über Betrieb und Kommune bis zu Alten- und Pflegeeinrichtungen.